2015-09-08_Gefühlte Dissonanz - ein interaktives Experiment

#1 von Nathanael , 08.09.2015 14:59

Whiteboard, gefällt mir ;)

Hallo Ihr Lieben,

hiermit möchte ich jeden einladen, eine Art Experiment durchzuführen. Dazu bedarf es folgender Dinge:

1. Einen aufgeschlossenen Geist und der Wille sich als Gegenstand dieses Experimentes zu betrachten.
2. Einen Internetanschluss.
3. Ungefähr 10 bis 15 Minuten Zeit

Mit diesem Experiment möchte ich bezwecken, dass Ihr nach folgenden Aussage in Euch fühlt und für Euch entscheidet, ob dieses Zitat für Euch zu trifft, ihr es bejaht, oder eben nicht.

Wikipedia sagt:

"Deutschland: (Vollform: Bundesrepublik Deutschland) ist ein föderal verfasster Staat in Mitteleuropa, der aus den 16 deutschen Ländern gebildet wird. Die Bundesrepublik ist ein freiheitlich-demokratischer und sozialer Rechtsstaat und stellt die jüngste Ausprägung des deutschen Nationalstaates dar. Bundeshauptstadt sowie bevölkerungsreichste und flächengrößte deutsche Stadt ist Berlin."

Soweit die alles Wahrheit Seiten. Scheinbar ist an dieser Aussage nichts aus zu setzten, oder wie geht es Dir damit? Und vielleicht ahnst Du es schon, ich wünsche mir jetzt, dass Du Deine Aufmerksamkeit auf die Worte demokratischer und sozialer Rechtsstaat legst. Was macht das mit Dir? Kannst Du dem zustimmen, oder lehnst Du diese Aussage ab, oder vielleicht halb/halb? Was verbindest Du selbst mit dem Wort Rechtsstaat? Welche staatlichen Gewalten kennst Du?

So weit so gut, Solltest Du bis jetzt noch keine Dissonanz in Dir spüren, dann würde ich Dich bitten, die Internetseite von D&B Upik zu besuchen. "Moment", könntest Du jetzt sagen, "was soll ich auf einer Seite, auf der ich Geschäftspartner eindeutig identifizieren kann?" Du wirst gleich sehen....

Du klickst mal auf das Feld: Suche nach Geschäftspartnern - UPIK Suche
Jetzt öffnet sich eine Eingabemaske und nun würde ich Dich bitten, dass Du folgende Begriffe eingibst:

Firma: Polizeidirektion
Ort: Dresden
Land: Deutschland

jetzt klickst Du auf OK und schon hast Du eine Trefferliste. Jetzt kannst Du noch den konkreten Unternehmensstandort wählen, hier Schießgasse 7 und gibst die Sicherheitsabfrage ein und nun bist Du beim UPIK Datensatz angelangt. Was macht das mit Dir?

Dieses Prinzip kannst Du gerne mal mit allen möglichen Behörden, Ämtern oder Gerichten durchprobieren.

Meine Vorschläge wären: Landeshauptstadt Dresden, Bundesgerichtshof, Bundestag, Bundesverfassungsgericht Und in der Regel reicht es aus, wenn Du nur oben Firma und unten das Land auswählst.

Bei mir selbst löst dieses Experiment immer ziemlich große Dissonanz aus, wie geht es Dir damit? Ich hoffe, das war jetzt nicht zu anstrengend und bedanke mich für Deine Beteiligung. Rückmeldungen herzlichst erwünscht.

So weit von mir, mit den besten Grüßen

Nathanael


 
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zuletzt bearbeitet 08.09.2015 | Top

RE: 2015-09-08_Gefühlte Dissonanz - ein interaktives Experiment

#2 von nick91 , 09.09.2015 10:28

Ja, ich verstehe deine Bedenken. Und es ist wirklich ein interessanter Versuch. Aber meine ganz persönliche Meinung ist: mir ist es ehrlich gesagt nicht so wichtig ob wir nun eine so genannte Deutschland GmbH oder ähnliches sind. Natürlich ist es für uns wichtig , uns mit solchen Themen auseinander zusetzen. Man sollte da zumindest eine vertretbaren Grund meinung haben. Damit mein ich jeden Einzelnen von uns. Natürlich ist mir auch klar, dass je nach Form wie unser Staat bzw. Auch Nicht-Staat aufgebaut ist, damit entsprechende Konsequenzen verbunden sind.

Aber wenn du die Frage stellst, man solle sich Gedanken über die Sorte demokratisch und sozial Gedanken machen, ist es dann nicht vll wichtiger an anderen Stellen anzuknüpfen?

Dazu jetzt meine ganz persönliche Meinung:
Stichwort demokratisch: jein - es kommt meiner Meinung nach ganz darauf an , an welcher Ebene man ansetzt. Das generelle Ebnenmodell mit Makro, Meso und Mikroebene dürfte ja bekannt sein. Demokratie auf Mikroebene funktioniert meiner Meinung nach noch halbwegs. Ein gewählter Vereinsvorstand oder Elternratsvorsitzender ist meist eine wirklich direkt demokratisch gewählt Person und auch hierbei halten wir uns zumeist an den Regeln, die wir durch unser "demokratisches" System kennengelernt haben und mit dem wir aufgewachsen sind. Außerdem lässt unser "Staat" solche demokratischen Entscheidungen zu und sichert sie sogar ab. Von dieser Seite her würde ich unser System schon als demokratisch bezeichnen wollen. Schwieriger wird es meiner Ansicht nach schon bei dem Thema Mesoebene. Da seh ich Personen wie Bürgermeister oder Minister der Bundesländer. In einem Überschaubaren Dorf im hintersten Winkeln von Niederbayern mag die Entscheidung der Leute nach ihrem Volksvertreter noch wirklich direktdemokratisch entschieden werden. Man kennt die Person ja und weiß auf wen man sich verlässt, schwieriger wird es dann schon on größeren Städten, sie OB-Wahl in Dresden. Ab hier hört basis- bzw. direktdemokratie für mich schon auf, weil gewählt wird eigentlich nur, wer ordentlich Parteiwerbung macht bzw. das meiste Geld in die Kampagnen steckt. Man erfährt offiziell auf der Straße nur von den ganz Großen, den Big-Playern der Regionalpolitik, welche dann meist edne sowieso schon etablierten Parteien angehören also weiterhin schön der Einheitsbrei gerührt wird. Von anderen Kandidate wie Büso oder speziellen freien Wählern erfährt man nur am Rand, durch Eigeninteresse oder wahrlweise gar nicht. Hier hört für mich schon irgendwo die Demokratie auf, wenn mir die Personen die ich wählen kann und darf, gar nicht alle vorgestellt werden, bzw man sich vollkommen selber darum bemühen muss. Warum stecken die ihr Parteiprogramm nciht mal in den Briefkasten? Naja.
Noch schlimmer wirds dann meiner Meinung nach auf der Makroebene, der ganz großen Politik im Bundestag. Ganz ehrlich, ich stell immer wieder gern die Frage - habt ihr Merkel persönlich direkt gewählt? Nein... natürlich kommt sie aus der von der Mehrheit gewählten Partei, aber entschuldigung ich finde es furchtbar die Person, die mich nach Innen sowie nach Außen und mein Land in dem ich Lebe vertritt, nicht mal selbst wählen darf, sondern nur die generelle Partei. Das ist für mich nicht zwingend demokratisch. Korriegiert mich bitte wenn ich da etwas falsch versatnden hab. Natürlich kommen Vorschläge aus der Partei, wer zur Kanler/in gewählt wird und dann darf man abstimmen, aber bereits diese Selektion ist für mich eine Beschneidung der Demokratie. Und wenn man dann noch hört, sinngemäß nach Volker Pispers, die meisten Leute zwar nicht unbedingt CDU mehr wählen würden, aber ein Großteil auf jedenfall Angela Merkel, Entschuldigung, was läuft da falsch? Hat sie mit dem eigentlichen CDU - Programm nichts mehr zu tun, weil sie vor lauter Rückgratlosigkeit nicht mehr weiß in welche Richtung, also nach links oder rechts, sie sich verbiegen soll, oder schwebt sie einfach nur über all den Dingen (natürlicj bringt es nichts allein auf einen einzigen empathielosen Menschen herumzuhacken, deshalb...ich schweife ab). Was ich damit sagen möchte ist, unsere Politiker ganz oben, das sin nunmal unsere gewählten Volksvertreter, ob wir das nun gut ider schlecht heißen, ist die eine Sache. Aber man merkt doch, und da steh ich nicht allein da, dass Demokratie in ihrer Idee der Volksvertretung versagt hat... Verteten denn die etablierten Parteien und Minister den Großteil der Interessen der deutschen Bevölkerung - Antwort nein, dass haben schon genügend Umfragen ergeben und das Stichwort Politkiverdrossenheit ist nun auch nicht wirklich neu. Also ist es von dieser Seite her nicht wichtiger zu sagen, man beschäftogt sich mit den Grundprinzipien der Demokratie bzw. mit dem, wie wir dafür Sorgen können, dass unsere Worte auch mal wieder an das Ohr dieser Industrielobbyismus-Marionetten herandringt? Statt sich damit zu beschäftigen, ob man nun irgendwo als Firma eingetragen ist oder ein souveräner Staat ist (obwohl das natürlich auch eine gan entscheidende Debatte ist, keine Frage).

Der andere Punkt, das soziale...

Ich sag es immer wieder, ich bin froh in Deutschland geboren zu sein. Wir sind einer der größten Sozialstaaten dieser Erde. Unsere ganzen Versicherungssysteme, man kann ise verteufeln, aber sie geben uns Sicherheiten und Privilegien, die andere Nationen dieser Erde nicht haben...und darauf sollten wir Stolz sein... meine Meinung. Wir müssen uns über Krankenversorgung oder soziale Grundsicherung (wie auch immer die aussehen mag....aber keiner muss verhungern...so ehrlich müssen wir sein) vorerst keine Sorgen machen. Ich betone das deshalb, weil ich die Befürchtung habe, wie lang noch. Wir sind in vielen Bereichen ein sehr sozialer Staat und gerade auf der Mirkoebene gibt es viele soziale Engagements, wie die Tafel, das Eherenamt, Bufdi, wo soziales Miteinander gefördert wird. Ja ich finde Deutschland ist ein sozialer Staat. Aber wohin driften wir langsam ab? Schaut man sich den Gesundheitssektor an, die Statistikhuscherei der Agentur für Arbeit oder die Versorgung der Kitas, das Rentensystem brauch ich erst gar nicht erwähnen, dann merkt man doch, dass unser Sozialstaat immer mehr sukzessive Schritt für Schritt abgebaut wird.. Und auch dagegen müssen wir vorgehen. Ich will hier keine amerikanischen Vehältnisse vorfinden, wo Essensmarken an Obdachlose ausgegeben werde, Gesundheit was für Reiche ist, die sich in ihren gated Communities mit privaten Sicherheitskräften einschließen oder Pflegepersonla und Krankenschwestern so unerbezahlt sind, dass sie Sozuialhilfe vo Staat bekommen müssen und ich als Patient nur noch eine Nummer mit einem Strichcode auf dem Arm bin. Sowas will ich nicht und deshalb muss sich was ändern.

Lasst uns gemeinsam daran arbeiten....entschuldigt bitte, ich bin etwas abgeschwiffen, aber worum es mir geht, ich verstehe deinen Punkt, aber die Frage die ich mir stelle, ist dies wirklich die Frage, die wir uns stellen sollten, oder sind es nicht doch eher Andere?

Schöne Grüße aus dem Spreewald, Nick

P.S. Rechtschreibfehler dürft ihr behalten ;)

 
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RE: 2015-09-08_Gefühlte Dissonanz - ein interaktives Experiment

#3 von nur_wegen_dir , 09.09.2015 21:57

Ich habe das auch mit der Upik Nummer,habe Bundesrat eingegeben.
Ist aber auch nicht überraschend was dabei rauskommt. Müsst ihr selber ausprobieren, dafür verschwend ich den Platz jetzt nicht.

Wenn es um die Frage geht ob Deutschland eine GmbH, würde ich erstmal auf eine Seite verweisen die sich mit juristischen Fragen auseinandersetzt.
Hier deren Artikel:

Die Argumente für diese Behauptung sind dabei ganz unterschiedlich, besonders häufig lesen wir allerdings von der „Deutschland GmbH“. Die These hier: Deutschland sei nicht etwa ein Staatsgebilde, sondern schlicht eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Seine Einwohner seien keine Staatsbürger, sondern einfache Angestellte. Als Gründer der GmbH nennen interessierte Kreise beispielsweise die Vereinigten Staaten, die mit dieser Institution das deutsche Volk seiner Souveränität berauben und es ausbeuten wollten.

Wir sind dieser abenteuerlichen Theorie auf den Grund gegangen.
Macht uns der Personalausweis zu Personal?

An vermeintlichen Belegen für Existenz der geheimnisvollen GmbH mangelt es nicht. Vor allem zwei „Indizien“ werden angeführt:
Zum einen der deutsche Personalausweis, an dessen Namen ja schon zu erkennen sei, dass es sich bei Deutschlands Bürgern um „Personal“ handelt.
Zum anderen der Handelsregistereintrag einer „Deutschland GmbH“ beim Amtsgericht Frankfurt am Main, die im Jahr 1990 gegründet worden sei.

Die Sache mit dem Personalausweis lässt sich relativ schnell erklären: Hier handelt es sich einfach um eine Wortverdreherei. Denn das „Personal“ leitet sich hier nicht aus dem mittellateinischen „Personale“ ab, das laut Duden „Dienerschaft“ bedeutet, sondern aus dem spätlateinischen „Personalia“, das mit „persönliche Dinge“ zu übersetzen ist.
Den Ausdruck „die Personalien aufnehmen“ kennt man ja auch im Deutschen. Der Personalausweis zeichnet seinen Träger also nicht als Angehörigen des Personals aus, sondern enthält dessen persönliche Daten.
Die geheimnisvolle Firma in Frankfurt

Bei der in Frankfurt registrierten „Deutschland GmbH“ wird es kniffliger – denn die gibt es tatsächlich. Und in ihrem Eintrag im Handelsregister findet sich wirklich das Datum 29.08.1990. Stimmt es also, dass unsere Geschicke von einer dubiosen Firma mit einem eingetragenen Stammkapital von 50.000 D-Mark gelenkt werden?

Die eindeutlige Antwort lautet: Nein. Dazu genügt schon der Blick auf den vollständigen Namen des Unternehmens im Handelsregister: „Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH“. Es handelt sich dabei um ein Unternehmen, das vollständig im Besitz des Bundes ist und sich kurz gesagt darum kümmert, dass Deutschland flüssig bleibt.

https://anwaltauskunft.de/magazin/gesellschaft/staat-behoerden/989/ist-deutschland-eine-gmbh/

Ich habe dann auch mal im Handelsregister nachgeschaut, man erhät wenige Informationen (kostenlos). Deshalb kann man sich für 4,50 € Bilanzunterlagen und Bürokratenzeugs nach Hause schicken lassen.

Unternehmensträgerdaten:
Firma: Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 51411 - Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Rechtsform:
Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Kapital:
50.000,00 DEM
Eintragsdatum:
12. Okt. 2004
(Beim Eintragungsdatum kann es zu systembedingten, fehlerhaften Angaben kommen!)
Löschdatum:
-
Bilanz vorhanden:
für (Datum der Bilanz)

Anschrift (ohne Gewähr):
Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Lurgiallee 5
60295 Frankfurt am Main



Die Bundesrepublik hat mehrere Firmen die in ihrem Auftrag arbeiten, die BRD ist quasi der Gesellschafter der Firma.
Halte ich persönlich für ganz nachvollziehbar Firmen zu gründen als Staatsmacht um diese Aufgaben erledigen zu lassen.
Chef ist immer noch BRD.

Empfehlenswert dazu das Video von Jörg Bergsteadt
    https://www.youtube.com/watch?v=KRMCLzjGscQ

 
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RE: 2015-09-08_Gefühlte Dissonanz - ein interaktives Experiment

#4 von Nathanael , 10.09.2015 00:13

Hey Nick,

schön, dass Du Dich auf dieses "Experiment" eingelassen hast. ;) Es war für mich spannend, Deine Gedanken nachzuvollziehen und Du hast viele wertvolle Dinge beschrieben und ich möchte die Gelegenheit nutzen, um an einigen Gedanken anzuknüpfen.

Auch wenn wir hier alle sehr verschiedenen Menschen sind, so denke ich, werden viele Deine Meinung im Bezug auf Deine Ausführungen zu demokratisch und sozial nicht widersprechen. Auch ich teile in vielen Dingen Deine Auffassung. Ich stimme Dir zu, dass basisdemokratische Prozesse am ehesten auf der Mikroebene umsetzbar sind. Wobei ich dennoch denke, dass auch dies im Grunde Augenwischerei ist. Denn meiner Ansicht nach greifen wirklich föderale Mechanismen nicht, oder nur in seltenen Fällen und das Subsidiaitätsprinzip steht auf dem Kopf. Ich denke, Du verstehst, was ich damit ausdrücken möchte?

Das Phänomen Merkel ist mir auch ein Rätsel. Wie sagt Volker so schön: "Die meisten Menschen bringen die Merkel gar nicht mit der Regierung in Verbindung.". Meiner Ansicht nach ist diese eine gigantisch PR Leistung. Überlege mal mit welchen Worten diese Frau in Verbindung gebracht wird. "Die mächtigste Frau der Welt" und "Mutti" der Deutschen. Ziemlich geschickt, denn mit dem Wort Mutti haben doch die meisten Menschen eine positive Assoziation. Bildlich stelle ich mir da ein kleines Kind vor, was sich total winzig, ohnmächtig und unwissend fühlt in der großen, weiten Welt. In der Bindungstheorie nach Bowlby wird die erste Bezugsperson, also in der Regel die Mutter, als sicherer Hafen beschrieben, zumindest für sicher gebundene Kinder. Das Kind bildet in dieser Zeit das Urvertrauen aus, ergo es lernt, dass es auf seine Aktion eine Reaktion erhält. Dabei werden Grundbedürfnisse befriedigt und je schneller und adäquater dies geschieht, um so stärker wird das Urvertrauen im Kind ausprägen. Und mal ganz ehrlich Nick, hast Du als Kind immer verstanden, warum Deine Eltern handeln, wie sie handeln? Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch Du ein sicher gebundenes Menschenkind bist und das Gefühl nachvollziehen kannst, dass Du im Kleinkindalter manche Handlungen Deiner Eltern nicht verstanden hast, aber ihnen doch irgendwie vertraut hast. Und ich denke, dass eben genau dieser psychologische Effekt mit dem Wort Mutti verknüpft werden soll. Und wenn Du dann noch die mächtigste Frau der Welt als Deine Mutti hast, na da kann doch nichts mehr schief gehen. Da ist es auch nicht so schlimm, wenn das Kind eben mal nicht versteht was Mutti sagt. Wobei sie ja meisten auch sehr inhaltsfrei redet. Ich kenne Frau Merkel nicht als Mensch, aber mir kommt es doch befremdlich vor, dass eine Frau als Mutti bezeichnet wird, die selbst nie Mutter war. Im Grunde habe ich Mitgefühl mit ihr, weil sie kein Mutterglück empfinden konnte oder wollte. Aber manchmal ist es auch für die Kinder besser so.

Auch teile ich Deine Auffassung, dass gerade auf der Makroebene eine Partizipation bei politischen Prozessen durch den einfache Menschen nicht möglich ist. Und meiner Ansicht nach sind die heutigen Wahlen nichts anderes, als eine Notwendigkeit, um dem einzelnen Menschen überhaupt ein Gefühl, den Anschein von Partizipation zu geben. Ganz kurz noch zum Wahlrecht. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil vom 25.07.2012 das Bundeswahlgesetz für verfassungswidrig erklärt. Und Pelzig / Uthoff haben es meiner Ansicht nach auf den Punkt gebracht, jeder der 2013 den Bundestag gewählt hat, hat sich der Beihilfe zum Verfassungsbruch schuldig gemacht. Das ist doch der blanke Wahnsinn, trotz BVfG Urteil, tut die Politik so, als wäre alles legitim und in Ordnung. Kein Aufschrei, keine Empörung nichts. Was ist das? Und wenn man es genau betrachtet, dann sind alle Bundestagswahlen mit Überhangmandaten ungültig. Ich habe keine konkrete Überisicht, aber ich glaube es war sogar von ab 1957 die Rede, aber nagel mich nicht fest. Und mal ehrlich Nick, wem ist denn die Tragweite diese Urteils wirklich bewusst. Denn wenn im Grunde die Wahl des Bundestages verfassungswidrig ist, was bedeutet dies für die ganzen Gesetze die in diesem Zeitraum erlassen wurden? Was bedeutet dies für alle untergeordneten Wahlen? Schon wenn man diese Tatsachen konsequent zu ende denkt, sollte doch ein sehr starke Dissonanz entstehen.

Auch Deinen Aussagen zu sozial, kann ich teilen. Auch ich weiß es zu schätzen, hier geboren zu sein. Nicht zu letzt ist dies auch die Grundlage, dass wir beide jetzt und hier, ohne Nöte und Ängste, mit vollem Bauch und einem Dach über dem Kopf, gemeinsam unsere Gedanken austauschen können. Das ist so etwas Wertvolles, obwohl es uns all zu oft nicht wirklich bewusst ist. Was mich immer etwas stört, dass oft von sozialer Gerechtigkeit gesprochen wird. Ich frage mich dann immer, ob ich irgendetwas nicht richtig verstanden habe. Denn meiner Ansicht nach ist sozial was gerecht und in diesem Kontext kommt mir soziale Gerechtigkeit wie eine Dopplung vor. Aber gut, wenn man sozial bezeichnet was Arbeit schafft, dann kann dies durchaus schlüssig klingen. (Da fällt mir gerade Paul Lafargue "Recht auf Faulheit" ein, aber das würde jetzt zu weit wegführen, aber kann ich echt als Lese Tipp empfehlen, auch um das Dilemma der politischen Linken etwas nachzuvollziehen.) Ich gebe Dir Recht, dass dieses Sozialsystem vom Grundgedanken etwas sinnvolles ist, aber wir sind Zeugen eines Prozesses, der genau dort hin führt, was im Grunde kaum einer von uns möchte. Amerikanische Verhältnisse. Und dieser Prozess schreitet rasant voran. Überleg mal wie viele Ämter im Laufe der Zeit in Agenturen umgewandelt worden, welche Mechanismen hinter der Abwirtschaftung des Gesundheits- und Rentensystems stecken. Das ist nichts anderes als eine Enteignung durch Privatisierung. Vielleicht hast Du die Folge gesehen, wo Uthoff und von Wagner die Demontage der gesetzlichen Rente erklärt haben und ähnliche Mechanismen kannst Du an vielen anderen "Baustellen" auch finden. Das ist purer Neoliberalismus.

Ich denke uns alle eint das Ziel, für wahrhafte und nachhaltige Veränderung einzustehen, zu engagieren und einen Transformationsprozess anzuschieben. Worin unser Stärke liegt, dass ist meiner Ansicht nach die Vielfältigkeit, dass was jeder Einzelne einbringt und eben die gegenseitige Akzeptanz. Der basisdemokratische, allumfassende Konsens wird unser stärkstes Mittel werden, vor allem wenn dieser als Grundlage ein verbindendes Menschenbild hat und über die Transformation des Dissens zu Stande kommt. Ich sage bewusst werden, da ich uns als Gemeinschaft im Anfang diese Prozesses wahrnehme. Aber als gute Grundlage empfinde ich, dass jeder gleichberechtigt ist, jeder seine Gedanken und Blickwinkel einbringen kann und da jeder von uns Empathie und auch Hirnschmalz hat, ist dieser Dialog authentischer als jede Vereinssitzung, Bundestagsdebatte what ever. Dieser Dialog hat für mich eine ganz andere Qualität, im Grunde würde ich eher von einer Art Multilog sprechen wollen.

Du hast am Schluss Deiner Zeilen die Frage gestellt, ob diese Frage wirklich die Frage ist oder vielleicht doch andere Fragen wichtiger sind. Ich habe es so verstanden, dass Du durchaus Fragen wie eben sozial oder demokratisch als relevanter betrachtest?

Und lieber Nick, dies ist genau ein Punkt, an dem unsere Stärke zu tage tritt. Du hast durch alles was Dich als Mensch ausmacht, deine ureigenen Themen, deine eigene Gewichtung innerhalb Deiner to do Liste. Du besitzt Kompetenzen, die wir nicht haben und deshalb möchte ich auch gleich auch noch sagen, es ist schön, dass Du da bist, auch wenn ich jetzt kein konkretes Gesicht vor mir habe (so wie es Dir sicher auch geht), ich meine dies wirklich aufrichtig. Und so wie es bei Dir ist, ist es mit jedem anderen auch. Ich anerkennen und wertschätze Deine Betrachtung der Dinge, Deine Gedanken und Ideen und ich bin mir sicher, Dir geht es eben so mit den anderen Menschen, vor allem in diesem Kontext. Deshalb möchte ich gerne auf die Frage aus meiner Sicht antworten und Deine Frage ist sehr wertvoll, auch damit ich Dir eine Vorstellung von meiner to do Liste geben kann.

Ich selbst bin mir nicht immer sicher, welchen Themen ich den Vorrang geben soll. Zumal, ich denke das kennst Du auch, die Themen miteinander verschmelzen, sich gegenseitig beeinflussen, letztlich wie ein riesen großer Haufen aussieht. Als Beispiel dafür. Ich sehe bei dem was wir jetzt mit sozial beschrieben haben auch ein wichtiges Thema, würde aber den Bogen soweit spannen und die These aufstellen, dass um dieses Thema wirklich nachhaltig zu bearbeiten, ein anderes Thema als Komponente entscheidend ist. Aus meiner Sicht ist dies das Geldsystem. Denn wenn Du Dir diesen ganzen Bereich anschaust, dann ist der Faktor Geld ein sehr entscheidender und ich stelle in Frage, ob in Bereich sozial eine Veränderung eintritt, bevor nicht ein Umbau und Neubewertung des Geldes stattfindet. Dies beinhaltet dann auch Themen wie Arbeit als Existenzgrundlage zu entkoppeln und ein alternatives Wirtschaftsmodell zu etablieren. Ich gebe Dir Recht, dass deshalb nicht das Thema "sozial" nicht vernachlässigt werden darf, vor allem wenn man in diesen Kontext Bildung und Gesundheit mit einbezieht.

Bei dem Thema "demokratisch" würde ich mal sagen, tuen wir im Grunde schon das Sinnvollste, wir gehen in die Handlung. Sicher ist ein riesen Thema, wie könnte man in Zukunft Modell entwickel, die handhabbar und praxistauglich sind. Aber ich denke im Großen und Ganzen sind wir an diesem Punkt schon ziemlich weit und würde über einen bereits erarbeiteten Konsens sprechen, denn wir auf Mikroebene leben. Und um diesen Prozess auch zu multiplizieren, ist es schon sehr entscheidend, welche Strukturen vorherrschen, Und die momentane oberste Organisationsform ist nun mal noch der national Staat. Ich hoffe, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, aber ich glaube schon, dass die meisten von uns in ihrem Idealbild keinen Staat mehr in diesem Sinne brauchen. Im Grunde geht es dann doch eher um eine Art Verwaltung und die Sicherheit der Menschen. Als Zwischenstufe könnte man schon von einem Staat im libertärem Sinne sprechen um langfristig wirklich alle Menschen als ein "Volk" zu begreifen und die Nationalstaaten auf lange Sicht zu transformieren und überflüssig zu machen. Und um dort irgendeinmal anzukommen ist uns allen glaube ich klar, gibt es nicht den einen Weg, sondern viele Menschen müssen sich auf ihren Weg begeben, also das was wir im Grunde tun.

Meiner Ansicht nach ist als das Thema Staat durchaus ein sehr wichtiges. Denn schauen wir nochmal kurz auf einen Teil der Definition:
"...ist ein freiheitlich - demokratischer und sozialer Rechtsstaat."

Wenn ich dies nun auseinander nehme, dann bezieht sich freiheitlich-demokratisch, sozial und auch Recht auf den Staat. Also ist der Staat in dieser Definition das Fundament. Er ist die Grundlage. Wenn ich als Bild ein Haus nehme, dann ist der Staat das Fundament. Was nutzte es dem Hausbesitzer, wenn er eine wunderschöne Fassade hat, tolle Fenster zum durchschauen und ein super Dach mit Solaranlage hat, aber das Fundament bröckelt, es gibt irgendwann nach und das Haus stürzt ein. Eigentlich eine super Methaper, die Fassade heißt sozial, die Fenster sind demokratisch und das Dach sind die politischen Dogmen und das Recht, sogar poltisch korrekt mit Photovoltaik betreiben. ;) Und um diese Metapher nochmal zu nutzen, ich suche nach den Rissen im Fundament und ja, ich denke schon, dass dies ein riesen Thema ist, was eingehender untersucht werden muss.

Lieber Nick, vor gar nicht so langer Zeit hätte ich wahrscheinlich ziemlich ähnlich wie Du gefragt. Meine Kompetenz die ich besitze, die ich gerne als Beitrag zum Allgemeinwohl in einer gesunden Gesellschaft beitragen wöllte, ist die des Kinderfreundes. Diesen Begriff wähle ich bewusst, um mich von dem Wort "Erzieher" zu distanzieren. Bindung, Bildung, Heilung und Bewahrung von Kinderseelen, dass ist was ich leben möchte. (Halt mich für irre, aber im Medizinrad der Indianer bin ich ein Braunbär und diese Art von Menschen waren bei den Indianer oft Medizinmänner, Schamanen und Heiler. Und ja verdammt, ich spüre es in mir.) Aber nach sechs Jahren Kita konnte ich nicht mehr daneben stehen und zusehen, was mit den Kinder passiert, ich habe es nicht ertragen, es hat mich krankgemacht. Und selbst jetzt nach dem drei Jahre vergangen sind, treibt es mir beim Schreiben Tränen in die Augen. Auch weil ich durch die Augen eines Vater blicke, wird all das was ich erleben musst, all das was den Kindern angetan wird einfach nur zur Qual und diese Scheiße läuft jeden verdammten Tag. Am Anfang der Mahnwachenbewegung dachte ich, ich muss unbedingt irgendwas mit dem Thema Bildung machen. Aber mit fortlaufender Zeit habe ich gemerkt, dass es zwar total super ist, offen zu sein für alternative Bildungsmodelle, immer auf Höhe der neusten Erkenntnisse zu sein. Ja das ist wertvoll und wichtig und glaube mir, ich habe meine Ideen im Schieber, sollten sich hier die Dinge verändern. Ich habe auch eine Zeit lang versucht, ein Alternative zum Leben zu erwecken. Ich bin mit vielen Eltern in Kontakt gekommen, habe ein Konzept entwickelt um Fördermittel zu erhalten und das Ergebnis war, ich hätte nur Geld bekommen, wenn ich im Sinne des Systems agiert hätte und ich für meinen Teil laufe ungern mit verbogenem Rückrat rum. Und der Hauptgrund für dieses Nichtzustandekommen, das Geld. Ich bin kein Kämpfer Typ, vielleicht hätte ich mit etwas mehr Kraft mehr erreicht, aber hätte, hätte Fahrradkette....

Aber um meine Gedanken abzuschließen, noch ein paar letzte Worte zum Staat. Warum ich auch in Zukunft immer wieder auf dem "Staat" und vor allem "Recht" rumreiten werde, hat nichts damit zu tun, weil ich das geil finde und mir dabei einer ab geht. Es ist eher das Gegenteil der Fall, mich kotzt diese Thema an und ich hätte nie gedacht, dass ich hier einen Schwerpunkt setze. In meiner Weltsicht ist der national Staat kein Zukunftsmodell, da Staatsgrenzen auch Grenzen in den Köpfen erzeugt und diese ganzen komischen Sache am Laufen halten. Und gerade in unserem Kulturkreis muss ich Dir nichts über den ganzen Mist erzählen, der durch solche Fiktionen entstehen kann. Mir ist auch bewusst, dass ich nicht den Schlüssel zur Erlösung habe, denn es gibt viele Schlösser und Schlüssel. Vielleicht kann ich es so beschreiben, ich denke, dass manche Schlösser nacheinander und manche Schlösser gleichzeitig geöffnet werden müssen. Naturlich kann man sich jetzt streiten, welches Schloss zu erst geöffnet werden muss / sollte. Aber ich empfinde gerade diese Thematik als sehr wichtig, denn dieser "Staat" ist nun einmal der IST Stand. Und auch ich möchte, ebenso wie Du, eine Art Amerikanisierung der Verhältnisse entgegenwirken. Was mich eben sehr stutzig gemacht hat über die Jahre, wie Menschen die freiheitlich-demokratischen Mittel anwenden um soziale Gerechtigkeit zu bewirken, sich an die Regeln des Rechtes halten, dann aber immer wieder, auf mich oft nicht nachvollziehbare Art, gegen die Wand fahren. Es entstehen Urteile, die nicht mit den Gesetzten in Einklang zu bringen sind. Oft sieht es nach Chancengleichheit aus, aber mal ganz ehrlich, ist diese Rechtsprechung wirklich gerecht? Und an der Stelle wo es mich unmittelbar selbst betrifft, musste ich ins Handeln kommen. Und erst über das Thema GEZ bin ich in diese Gebiet gezwungen worden. Seit nun mehr fast drei Jahren wühle ich mit viele Irrwegen im Dreck. Und auch hier erhebe ich keinen Wahrheitsanspruch. Aber mit diesem "Experiment" möchte ich eben aufzeigen, dass viele Dinge nicht so sind, wie sie scheinen. Und gerade beim Thema Recht ist es ein sehr großer Unterschied, ob es um einen Staat geht oder um eine Firma. Da steht Völker- und Menschenrecht dem Handelsrecht gegenüber. Und seit dem ich durch diese Brille schaue, werden mir viel Prozesse innerhalb der Rechtsprechung klar. Ich versteh immer besser, weshalb Menschen die sich im Sinne des Menschenrechtes gerade auf juristischem Weg um eine Verbesserung bemühen, immer wieder scheinbar unbegründet, sogar entgegen des Rechts abgeurteilt werden.

Ich denke, dass war jetzt erst mal sehr viel, aber ich wollte Dir meine Intension beschreiben. Ich möchte noch viel mehr zu diesem Thema schreiben. Ich bin etwas unstrukturiert und weiß auch noch nicht in welcher Form ich mein Wissen transportieren soll, aber ein weiterführender Mutilog könnte dann nach und nach ein Bild entstehen lassen. Aber ich denke wir sollten anfangen uns bewusst zu machen, dass die selben Mechanismen die in den USA auf dieser Ebene laufen, seit 1990 auch bei uns im Hintergrund abgespielt werden.

Beste Grüße an den Spreewald

Nathanael

 
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RE: 2015-09-08_Gefühlte Dissonanz - ein interaktives Experiment

#5 von Nathanael , 10.09.2015 02:24

Nur wegen Dir lege ich gleich noch etwas nach ;)

Besten Dank für das Einbringen dieser Kontra Sichtweise. Das bietet mir die Gelegenheit, meine eigene Argumentation einem Test zu unterziehen und Handlungssicherheit für noch viele weiter Diskussionen zu bekommen, denn die werden kommen und das ist auch gut so. Eine Hürde ist natürlich das Machtverhältnis in der Deutungshohheit. "Laiensicht" gegen Anwalt, da gibt es gefühlt schon eine große Kluft. Aber wir alle haben ja einen Kopf und das wunderbare dabei, der formuliert Fragen, wenn Fragen entstehen. Bei meiner Spurensuche bin ich natürlich auch auf diese Gegenargumenten gestoßen und es gibt viel Portale in dieser Form, die mit den immer gleichen Argumenten auffahren. Ist für mein Gefühl ein wenig wie Zeitung lesen im Mainstream, paar andere Worte, aber im Kern die selben Argumente und Aussagen. Deswegen gehe ich etwas genauer auf den Artikel ein und auch hier gilt, ich besitze nicht die Wahrheit, aber ich möchte Euch zeigen dass die auf den ersten Blick schlüssigen Antworten, bei näherer Betrachtung dann doch wieder Fragen aufwerfen. Und ich habe noch niemanden bei den Anwälten gefunden, der mir befriedigende Antworten auf die Folgefragen geliefert hat.

Was auffällt, dass hier zwei Dinge angesprochen werden, die zwar unmittelbar zusammenhängen, aber der Text in keine Verhältnis dazu steht, was sich dahinter alles verbirgt. Zum einen ist dies die Staatsangehörigkeit und eben der Staat als solches.

Das Thema Staatsangehörigkeit werde ich hier und jetzt nicht aufmachen, da es auch extrem komplex und gerade in unserem Kulturkreis eine brandheiße und delikate Angelegenheit ist. Aber auch dazu werde ich an andere Stelle noch meine Sichtweise darlegen. Vielleicht vorab soviel, ich würde hier nicht von Personal sprechen, aber die zwei Sätze mit denen hier diese Thema abgehandelt wird, reicht bei weitem nicht aus und erzeugt bei mir eher das Gefühl, dass nicht all zuviel Interesse für diesen Komplex erregt werden soll.

Bevor ich jetzt weiter auf den Staat eingehe, möchte ich nur nochmal auf meinen Ausgangspunkt verweisen. Ich habe nicht die Behauptung auf gestellt, die BRD ist eine GmbH, sonder die einfache Frage war: Warum sind alle drei Staatsgewalten und deren Untersysteme in internationalen Firmenregister gelistet?

Was bezeichnend für die Kontra Argumentation ist, dass sie immer, wirklich immer nur einen winzigen Teil des Ganzen beleuchten. Das Parade Beispiel ist dabei die Bundesfinanz Agentur. Dies ist auch sehr schlüssig, denn hier geht es um Geld. Und um auf internationaler Ebene Geschäfte abwickel und Verträge schließen zu können, muss die BFA als Firma gelistet sein. Ich selbst habe in diese ganze Richtung Finanztransaktionen, Staatsanleihen usw. nicht mega tief recherchiert, da ich lieber der anderen Spur folgen wollte. Aber vielleicht kann ja jemand von Euch mehr dazu sagen, oder sich mal schlau machen. Das selbe Prinzip klingt bei der Bundesbank und der deutschen Flugsicherung auch schlüssig und mit etwas gutem Willen würde ich dies vielleicht auch noch bei sämtlichen deutschen Städten und Gemeinden auch gelten lassen. Wobei eben die Frage wäre, mit welchen internationalen Geschäftspartner z.B. die Gemeinde Niedergummersbach einen Handelsvertrag schließen sollte, der dann wirklich auch internationales Handelrecht tangiert?

Im Grunde ist nur ein Teil meiner Ausgangsfrage beantwortet und für mich entsteht hier mehr der Eindruck, es wird nur zugegeben, was bewiesen ist. Aber warum muss das Bundesverfassungsgericht, der Bundestag oder die Polizeidirektion oder Amtsgericht Dresden in einem solchen Register gelistet sein?

Emotion on: Ehrlich gesagt bin ich nicht hier auf dieser Welt, um auf meine ernsthaften und aufrichtigen Fragen nur total bescheurte und oberflächliche Antworten zu bekommen. Und ich habe bei diversen Plattformen, Anwälten und juristisch bewanderten Menschen nachgehackt. Die Essenz ist im Grunde dieser Artikel. Mir fällt da immer nur ein: "Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing." Auch wenn ich keinem Juristen irgendetwas unterstelle. Sie leben von der Arbeit, genau wie alle anderen und da kann ich auch verstehen, dass solche Fragen sehr unangenehm sind. Und aus meinen Gesprächen mit Jurastudenten weiß ich, dass bei bei vielen Themen eine Art Annahme durch den Lehrstuhl besteht, dass die Studenten diese Themen selbst erarbeiten werden / können / dürfen. emotion off

Ihr könnt gerne mal weiter suchen, ob Ihr Aussagen von Anwälten findet, die eben über benannte Themen hinausgehen. Eigentlich wäre es mal ziemlich spannend, was ein Herr Hilbert dazu sagen würde, warum die Landeshauptstadt Dresden gelistet ist. Klingt nach einem Projekt für mich.....

 
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RE: 2015-09-08_Gefühlte Dissonanz - ein interaktives Experiment

#6 von ped43z , 10.09.2015 02:35

Hallo Ihr Freunde,

schon fast beängstigend, wie nah Du mit Deinen Gedanken bei den Meinen liegst, Nathanael.
So habe ich das Gefühl mit den gleichen Augen Angela Merkel zu sehen , eine Frau derem Gesicht ich zu entnehmen glaube, dass sie in ihrem Innnern zutiefst unglücklich ist.

Genaus so entschieden sehe ich, dass unser Geldsystem auch ganz massiv unser Denken und Fühlen(!) bestimmt - uns eine regelrechte Scheinwelt vorgaukelt und wie dessen Rückkkopplung auf das Geldsystem wiederum diesen Anachronismus am Leben hält. Und seien wir uns nicht so sicher, dass die Protagonisten der oberen Etagen sich des großen Spiels alle so sicher sind. Der Chef der Deutschen Bank z.B. - und das finde ich wirklich bemerkenswert - weiß offenbar nicht genau, wie die Geldschöpfung betrieben wird. Die Illusion geht also über viele Ebenen. Die Finanzagentur ist übrigens tatsächlich der - sogenannte - Kredit- und Liquiditätsmanager des Bundes. Über ihn werden also Anleihen und Bundesschatzbriefe aufgelegt und er tritt mit diesen gegenüber den Geldgebern auf dem Markt auf.

Ich erkenne ebenso ein widersprüchliches Rechtssystem, das Austrocknen des Sozialstaats im Sumpf des Neoliberalismus.
Unsere Einstellung gegenüber Kindern... um mit den Augen eines Kindes zu sehen, muss man seine eigene Bequemlichkeit wie Egotismus überwinden und sich ihm hinwenden... auf gleiche Augenhöhe ... und versteht plötzlich ....
Staatsgrenzen wie perforierte, vorgezeichnete Sollbruchstellen, welche die unglücklichen, weil nicht der Empathie fähigen Menschen nutzen, um bei Bedarf das Trennende der dann klar zu tage tretenden Machtstrukturen zu ihrem Werkzeug zu machen.

Es gibt hier so viele Ideen und unabhängig davon so einen gemeinsamen breiten Weg...
Es macht mich sehr froh, mehr als das, es macht mich glücklich, solche Diskussionen führen zu können, solche klugen warmherzigen Menschen wie Euch kennen gelernt zu haben.
Und es motiviert mich ungemein, Teil UNSERES Experiments der Mahnwache zu sein, mit dem wir uns selbst ein nachhaltiges Geschenk gemacht haben.

DANKE, wie Ihr alle Euch hier einbringt!
Herzliche Grüße von Peter


>>> So wir zu unserem ganz persönlichen kleinen Frieden streben, so sind wir auch in der Lage den Frieden weiter zu geben. <<<
http://www.peds-ansichten.de

 
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zuletzt bearbeitet 10.09.2015 | Top

RE: 2015-09-08_Gefühlte Dissonanz - ein interaktives Experiment

#7 von nur_wegen_dir , 10.09.2015 22:38

Hey Nathanel =)

Mit meinem Post versuch ich darzuzeigen was andere Personen, Webseiten, Blogger, Journalisten e.t.c. posten.
Schließlich ist die Welt ja voller Informationen und solch tolle Medien wie das Internet ermöglichen uns diese Art von Austauschen. ( Ich frag mich insgeheim wieviele Briefwechsel Goethe & Schiller über die Jahre hatten ).
Mir persönlich fällt es immer schwer wenn ich Informationen oder " Gedankenspiele" nicht in der Realität ( auch Anführungszeichen =) ) umsetzen kann.
Wenn es immer noch darum geht den Staat zu beschreiben und seine von ihm aus legitimierten Wirkungsgrad.

Ich schildere mal kurz mein Problem:
Ich habe noch nie GEZ gezahlt, und ich möchte das auch nicht weil ich es einfach nicht möchte,
Gibt viele Gründe aber die meisten könnt ihr euch sicherlich denken.
Mein Nutzen dieses Vertrages ist noch nie in Kraft getreten ( meinerseits) da ich
1. keinen Fernseheranschluss besitzte
2. diese Medien meide, außer sie sind frei zugänglich über andere Medien wie das Internet und Internet bezahle ich schon.

Das Dumme ist nur das die GEZ mir jetzt mit einem Vollstreckungseid droht oder ich zahle die ausstehenden Kosten ( welche sich bei 400 € belaufen)
Es ist für mich persönlich schwierig aus dieser Nummer rauszukommen da ich noch keinen getroffen hab der sagt er würde ohne endlosen Rechtsstreit diese Problematik
bewältigen.
Kann da jemad weiterhelfen ?

Love and Kisses
Nur_wegen_Dir

 
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RE: 2015-09-08_Gefühlte Dissonanz - ein interaktives Experiment

#8 von Nathanael , 11.09.2015 20:38

Hey Nur wegen Dir,

ich glaube da habe ich mich ein wenig missverständlich ausgedrückt, ich habe mich wirklich gefreut über den Input. Von meinem Grundgefühl her, hatte der Link nichts mit Deinen eigenen Ansichten zu tun, oder lag ich da falsch? Im Prinzip war das sozusagen der Blick über den Tellerrand, was sehr wertvoll ist. Denn was nutzt es, wenn wir immer nur in unserer geistigen Suppe rumrühren, ohne zu kosten, wie die anderen Suppen schmecken. Im Grunde geht es mir nicht darum, ein eigens Dogma zu errichten, sonder einfach Fragen zu stellen, zu dem bestehendem, um so eben die wunden Punkte zu hinterfragen. Ich selbst möchte nicht, dass Ihr mir irgendetwas glaubt. Meine eigenen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass es sehr lange dauert, bis sich in diesem Bereich irgendetwas Greifbares abbildet und ich bin immer vorsichtig mit Schlussfolgerungen, zumindest als absolute Aussage. Und da bleibt mir nur das Mittel, weiterhin Fragen zu stellen. Und das diese Eigenschaft uns verbindet, zeigt ja Dein Post. Denn ich stelle mir vor, irgend ein Mensch, der ganz anderen Denkweisen anhaftet, liest durch Zufall in diesem Form, dass was ich geschrieben habe. Was wird er dann tuen? Genau das was Du getan hast, oder? Und nun stell Dir mal vor, dieser Dialog wäre anders verlaufen, und Du hättest eben nicht das Beispiel gebracht, oder gar niemand hätte geantwortet. Dann würde eben dieser Mensch anfangen zu suchen und schwupp, wieder ist die Deutungshoheit weg, denn im Internet findet er eben (fast) nur die andere "Fiktion" und damit ist das Thema durch und der der eventuelle Zugang vorerst verbaut. Und von daher hast Du diese Rolle eingenommen, was aber nicht bedeutet, dass ich Dich dem gleichsetzte. Ich habe das wirklich liebevoll gemeint, mit eben dieser Wahrnehmung ;)

Und jetzt bin ich Dir ein weiteres Mal dankbar. Denn Du greifst ein lebenspraktisches, also viele Menschen betreffendes Problem auf. Und hier möchte ich eine gedankliche Brücke bauen, zwischen dem "Experiment" und dem Beitragsservice. Denn jetzt wird es wirklich konkret. Und mit meinen Betrachtungen versuche ich doch auch nur irgendwie diese gefühlte Ohnmacht zu überwinden. Und bei allen Dingen die über die wahrhafte Begegnung auf zwischenmenschlichen Ebenen stattfinden, also bei allen Fiktionen (Geld, Recht, Gesellschaft usw.) sehe ich nichts als absolut an. Und richtig verwirrend wird es eben dann, wenn sich die "Fiktionen" in einander verflechten, was eben auch beim Beitragsservice zutrifft. Und im Grunde versuche ich mit meinem ganzen Affengeplapper nur, dass manche meiner Fragen, auch Deine/Eure Frage wird. Das Nachvollziehen, das ergreifen der Gedanken kann ich niemanden abnehmen.

Deswegen habe ich auch immer so ein riesen Problem mit "Quellen". Aber um die Frage formulieren zu können, ist es im konkreten Beispiel doch sinnvoll, die betreffenden "Gesetzte" in Buchform zu haben. Auch sollte sich jeder gewahr sein, dass selbst wenn hundert Mal Artikel 1 GG gelten würde, niemand davor sicher ist, dass die Inkassounternehmen des "Staates" die Prügeltruppe übers Spielfeld jagen. Und deshalb reite ich immer auf dem Thema Recht rum, ich habe auf meine Fragen durchaus Antworten gefunden und im Grunde sind diese Antworten viel zu schön, um wahr zu sein. Aber ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob es die "richtige" Antwort ist. Im Grunde möchte ich nur meine Erfahrungen teilen, alles was meine "Quelle" ist, sind der Umgang mit diesem Thema seit 2011. Denn ich habe auch keinen Fernsehr, ich habe noch nie einen gehabt und seit eben 2011 habe ich auch Radio verbannt. Denn da stand ein Typ vor meiner Tür, der wollte auch gar nicht in meine Wohnung, obwohl ich ihn eingeladen habe (puh schon mal kein Vampir). Aber der hat mir von der Zulassungsstelle eine Auszug gezeigt, ich hätte ein Auto, ergo höre ich Radio. wtf? Da musste ich an 1984 denken, habe mich aber gebeugt und den Radio Anteil gezahlt. Denn damals war es rechtmäßig, zumindest mit dem Kenntnisstand den ich bis dahin hatte. Aber ich war alarmiert und als dann 2012 auf einmal von einem neuen Zwangsbeitrag erstmals gesprochen wurde, da war ich hellwach. Seitdem wühle ich.

Und was ich da für mich zu tage fördere, ist teilweise unglaublich und auch der Grund, warum ich mich eben jetzt so massiv auf dieser Art wie ich es tue, mich versuche in diese Gruppe einzubringen. Aber es ist halt ziemlich kompliziert, das zu vermittel, was ich möchte. Was mir dabei hilft ist eben diese Form des Schreibens. Es geht mir darum, Dinge mit einem gewissen Abstand zu betrachten und auch Gedanken die ich ungeteilt mit mir trage, zu formulieren um es als eine Art Lot zu benutzen, was der Abgleich dieser Gedanken mit anderen Menschen macht. Aber um jetzt mal differenziert an das Thema Beitragsservic heranzugehen versuche ich eine Art IST Analyse und verschiedene Rechtsauffassungen darzustellen.

IST Stand

Der Beitragsservice darf auf Grundlage des Rundfunkbeitragsstaatsvertrag seit 2013 bei jedem Haushalt die Rundfunkgebühr verlangen. Es gibt eine Regelung für Befreiung vom Beitrag.

Wer oder was ist der Beitragsservice?

Im Impressum der Webseite des Beitragsservice steht:

"ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice ist eine öffentlich-rechtliche, nicht rechtsfähige Gemeinschaftseinrichtung der in der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten, des ZDF und des Deutschlandradio zum Zwecke des Einzugs der Rundfunkbeiträge nach dem Rundfunkbeitragsstaatsvertrag."

Auch sind neben den Kontaktdaten, die Umsatzsteuernummer und der Geschäftsführer Dr. Stefan Wolf benannt.

An diesem Punkt gibt es verschiedene Betrachtungsmöglichkeiten und die folgenden sind nur exemplarisch.

1. Der Beitragsservice ist eine Behörde, die Beiträge für gesetzlich definierte Personenkreise erhebt und einnimmt. Die Grundlage ist ein Vertrag, der zwischen den Bundesländern und den Landesrundfunkanstalten geschlossen wurde und dient als gesetzliche Legitimation.

2. Der Beitragsservice ist eine Firma, die nur den Anschein einer Behörde erweckt. Der Rundfunkbeitragsstaatsvertrag ist weder Gesetz noch Vertrag.

Und zwischen diesen beiden Aussagen liegen unendlich viele Facetten. Doch wie erkennt man die Nebelkerzen?

Wie passt es zusammen, dass beim Lesen des Impressum auf der einen Seit das Gefühl von Staat entsteht, dann aber irgendwie doch nur Firma drin ist. Denn eine Umsatzsteuernummer bekommen nur Firmen. UStG 27a Und auch das deutliche Wort Geschäftsführer deute darauf hin. Und schon diese Frage ist enorm entscheidend. Es ist eine riesen Unterschied, ob ich diesen Beitragservice als Behörde sehe oder als Firma. Und auch hier verweben sich noch viel mehr Themen.

Aber um den Kontext zu Deiner Lebenswirklichkeit herzustellen, versuche ich einfach mal einige Gedanken gegenüber zu stellen, vielleicht hilft es Dir, einen Lösungsansatz zu erkennen.

Du anerkennst die Behörde, dann kannst Du nur im Rahmen der Ausnahmen von der Zahlung befreit werden. Ansonsten musst Du zahlen. Also hast Du jetzt 400 Euro abzudrücken + Mahngebühr und Gerichtsvollzieherkosten. Außerdem jeden weiteren Monat musst Du dann bezahlen.

Du anerkennst die Behörde, empfindest diese Art aber trotzdem als ungerecht und widersprichst gemäß den gültigen gesetzlichen Regeln. Du versuchst auf dem juristischen Weg, mit Argumenten, zitieren von Gesetzten und Beschreibung Deiner Rechtsauffassung etwas entgegen zu setzten und hoffst irgendwie, dass es mal ein Urteil geben wird, was die bestehende Regel entkräftet. Auf Deinen Widerspruch erhälst Du das Selbe zu hören, wie vorher, der Betrag wächst und es drohen trotzdem konkrete Zwangsmaßnahmen. Wenn der Gerichtsvollzieher kommt, äußerst Du Deine Zahlungsunwilligkeit, dann geht er in die Zwangsvollstreckung und wenn Du keine großen materiellen Güter oder Bargeld hast, dann pfändet er Dein Konto. Und das kann die Existenz wirklich in Gefahr bringen. Wenn Du keine Miete zahlen kannst, kein Strom, das ist nicht schön. Du könntest Dich zwar mit einem P Konto schützen, aber das kostet auch Geld, was eben die meisten nicht zahlen können.

Du kannst versuchen statt immer selbst zu argumentieren und Deine Rechtsauffassung zu schildern, einfach nur gezielte Fragen zu stellen, um dezidierte und vor allem in justiziabel verwertbarer Form (mit Unterschrift) sinnvolle und nachvollziehbare Antwort vom Beitragsservice zu erhalten. Und Du koppelst dies Fragen nicht an einen Widerspruch (was einer Unterwerfung gleichkommt) sonder zeigst durch Deine Fragen an, hey hier ist ein schlauer Mensch, ich habe die und die Indizien, daraus resultieren die und die Fragen. Wenn Sie mir meine Fragen in beglaubigter Form beantworten, dann werde ich diesen Beitrag zahlen. Und schon alleine die Veränderung diese Standpunktes von Zahlungsverweigerung zu Akzeptanz ist ein enormer Schritt für einen Menschen. Das befreit ihn im ersten Moment auch nicht vor der drohenden Gefahr einer Zwangsvollstreckung. Aber es gibt ein Urteil, mit dem ein betroffener Mensch, während des Prozesses der Zwangsvollstreckung diese aufschieben kann. Aber das setzt voraus, dass der betreffende Mensch bestimmte Dinge ergriffen hat. Denn in einer solchen Situation ruhig zu bleiben ist sehr schwer. Auch der Mensch, der in seiner Rolle als Gerichtsvollzieher kommt hat ja so seine Biographie und Rechtsauffassung. Aber von alldem abgesehen gibt es das Urteil vom Tübinger Landgericht vom 19. Mai 2014, welches im Kern aussagt, dass eine Zwangsvollstreckung nur mit justiziabler Benennung des Gläubigers und Unterschrift des Richters rechtmäßig ist. Es wurden zwar auch hier wieder Nebelkerzen geworfen, denn das BGH Urteil vom 11.06.2015 erweckt den Anschein, dass Urteil des LG Tübingen außer Kraft zu setzten, aber wenn man dieser Spur folgt, dann bezieht sich dieses Urteil auf andere Beschlüsse, die zwar auch das Thema Beitragsservice tangieren, aber keine Wirkung auf den Beschluss vom 19.Mai 2014 hat.

Das bedeutet, wenn ein Mensch viel Rückrat hat, dann kann er mit möglichst wenig Emotionen, sachlichen und allgemein gültigen Gesetzen und einem selbstbewussten Auftreten, den Zwangsvollstrecker in die Remonstration zwingen. Aber dazu muss man zum Beispiel wissen, dass die Gerichtsvollzieherordnung (GVO) im Jahre 2012 fundamental geändert wurde und die letzte Modifizierung 01.09.2013 waren. Meiner Meinung nach geht es hier nicht nur um die Fernsehlosen, sondern auch um die Gerichtsvollzieher.

Meine These ist, wir können einen Transformationsprozess von Behörde zu Firma anhand von Tatsachen herleiten. Und wenn ich mir die GVO ansehe, dann entsteht bei mir das Gefühl, das selbe passiert bei den Gerichtsvollziehern. Denn mit der neuen GVO gibt es nur noch private Haftung für Gerichtsvollzieher. Und je weniger sich ein Gerichtsvollzieher damit auskennt, desto heftiger wird die emotionale Reaktion. Denn in dieser Situation Zwangsvollstreckung muss man diesen nun mit der Realität vertraut machen. Und wie geht es einem Menschen der aus seinem Handwerkszeug zitiert bekommt, was er eigentlich wirklich darf. Deswegen ist es eben auch gut die Bücher zu haben, denn selbst Ausdrucke sind Problematisch und könnten schnell als unglaubwürdige Quelle dargestellt werden. Dann kann man vor Ort das Buch aufmachen und die Sache ist durch. Wenn man Glück hat, dann ist es ein aufgeschlossener Gerichtsvollzieher, der sogar was lernt und dann wirklich das Remonstrationsrecht von Beamten in Anspruch nimmt und den Vorgang an seinen Vorgesetzten zurück gibt. Im schlimmsten Fall bekommt der Gerichtsvollzieher einen lauten Wutanfall, aber wenn man entspannt bleibt, gibt es auch gar keinen Grund irgendwelche anderen Staatsorgane hinzuzuziehen. Was in der Regel auch nicht passiert. Ich verfolge dieses Thema schon lange und die Videos im Internet, die mit diesen Mechanismen arbeiten, zeigen zwar verschiedenen Reaktionen bei den GRV aber keiner von denen kam dann wieder.

Bei mir ist die Situation ziemlich ähnlich, außer das der Betrag noch viel höher ist. Die letzte konkrete Gewaltandrohung (ja so muss und sollte man es nennen) war irgendwann Anfang Juni 2015 mit konkreter Drohung eines Zwangsvollstreckungsverfahrens mit Ultimatum. Im Grunde rechne ich auch jeden Tag, dass ein GVZ sich ankündigt, aber ich bin zuversichtlich, dass einzige was ich nicht unbedingt möchte, mit diesem Menschen dann alleine sein. Deswegen kann ich Deinen Hilferuf verstehen und würde Dir anbieten, wenn es konkret wird, also wirklich ein Gerichtsvollzieher Dir Post schickt und Termin ankündigt, mit dabei zu sein. Und vielleicht gibt es ja noch jemand der filmt oder gerade Zeit hat. Denn gemeinsam und das kann niemand verbieten, sind solche Dinge besser zu bewältigen. Und auch das Filmen von öffentlichen Handlungen ist erlaubt. Ich habe Protokolle für den Prozess der Zwangsvollstreckung, habe wichtige Gesetze in Buchform, also alles was den Akt der Zwangsvollstreckung betrifft ZPO, BGB und GG, das Tübinger Urteil, sowie den Nachweis des Akzeptanzschreiben (gekoppelt an die Fragen) an den Beitragsservice.

Ganz unabhängig davon stehst Du vor der schweren Aufgabe, für Dich abzuwägen, welchen Grundhaltung den kommenden Weg gehen wird. Denn den Kopf in den Sand zu stecken und hoffen, das alles gut wird, ist die schlechte Variante. Denn so Pfänden sie Dich. Aber Du musst Dich in justiziabler Form, also Schreiben immer nur Einschreiben per Rückschein mit Unterschrift des Empfängers, positionieren. Entweder unterwirfst Du Dich und widersprichst, was in der Endkonsequenz bedeutet Du zahlst irgendwann, außer ein Gericht gebietet dem Einhalt. Oder Du versuchst Dich gegenüber zu stellen und bietest an, nach Erbringung der geforderten Nachweise dem Vertrag zu zustimmen. Mir ist auch klar, dass man so auch noch nicht raus ist und wir uns in einem sehr dynamischen Prozess befinden. Und wir werden hier jeden Tag geblendet und die Nebelkerzen fliegen was das Zeug hält.

Ich bin bereit Dir und jedem der in solche oder ähnliche Zwangsmaßnahmen kommt, zu helfen und beizustehen. Wie gesagt Kamera wäre auch gut. Aber langfristig ist mein Ziel, Mechanismen zu finden, um auf der einen Seite Dinge abzuwenden, aber auch als aktive Maßnahme funktioniert, um also vorzubeugen und das Radar zu unterfliegen. Und gerade dieses Thema ist im Grunde sehr wertvoll, ich sage sogar, war ein riesen Fehler "des Systems", was sogar einen Teil der Lösung beinhaltet. Nur muss es jeder für sich ergreifen, was für meine Weltsicht etwas zutiefst spirituelles ist, aber nicht als solches wahrgenommen wird. Denn hier geht es wirklich um etwas Essenzielles, zu ergreifen Mensch zu sein.

Du hast geschrieben: "Mir persönlich fällt es immer schwer, wenn ich ich Informationen oder Gedankenspiel nicht anwenden kann." Hier möchte ich zeigen, wie wir in unserem Denken schon manipuliert denken und somit die absurdesten Dinge hinnehmen. Denn mir ist schon klar dass Du das Wort persönlich im Bezug auf Dich als ganzer Mensch benutzt hast. Im Duden kannst Du ja auch die Kopplung von persönlich, Persönlichkeit, Mensch finden. Und so gesehen ist dran auch gar nichts auszusetzten, aber im juristischen Wörterbuch, was die Wortdefinitionen zur Auslegung der Begriffe im Rechtssystem erklärt, wird da ganz klar unterschieden. Und für mich ist eben hier der Punkt, wo alle gutherzigen Menschen, die aber im Grunde nur als juristische Personen wahrgenommen werden, die an den Staat glauben, immer das Gefühl haben sie sagen Banane und die Antwort ist Apfel. Und am Ende sind die, die Apfel sagen müssen auch nur Menschen die vielleicht Banane gefragt haben.

Und hier sollten wir eben versuchen, die erkannten Dinge anzuwenden. Und in diesem Fall ist gesagt und getan beides schwer. Denn eine justiziablen Nachweises, im Sinne einer Aussage/Quelle mit Unterschrift einer juristischen Person, bekommt man in speziellen Angelegenheiten nicht. Im Grunde viele Dinge im Steuerkontext und wenn es um Abgaben geht. Ich kann nur empfehlen, dass jeder aufgeschlossene Mensch mit Unterschriften und deren Definitionen im BGB § 126 nachzulesen und zu ergreifen. Ein Gesetzt, ein amtliche Dokument, ein Beschluss, ein Urteil, ein Verwaltungsakt, muss in dieser Form unterschrieben sein. Es gibt auch Regelungen für elektronische Unterschriften: BGB § 126a also ist die Lage klar. Zumindest de jure. Und jetzt überleg mal, wieviele Briefe Dir einfallen, die Du mit dem Schlussworten : "Dieses Schreiben ist elektronisch erstellt und ohne Unterschrift gültig." oder unterschrieben i.A. mit Paraphe und nur der Nennung des Namen, also ohne Vornamen oder nur ein Buchstabe.

Ich würde mich wirklich freuen, wenn sich noch andere Menschen angesprochen fühlen, damit zu befassen. Mir fällt es leichter meine Gedanken auf zu schreiben, als sie innerhalb eines Gruppenprozesses zu entwicklen, aber ich hoffe so ,doch irgendwie trotzdem diesen Gruppenprozess vorwärts zu bringen. Auch wenn ich für manche gefühlt, dieses Forum mit Spam vollhaue, ich meine es aufrichtig. Ich bin lieber Beobachter, von mir aus Narr, aber ich darf alles sagen oder nicht sagen. Und in dem das Unsagbare manchmal gesagt wird, kann erst eine wirkliche körperliche/seelische/geistige Dissonanz erzeugen und so kreatives Potenzial freisetzten kann. Und dabei versuche ich das Verbindende, was ein wenig dieses individuelle Ohnmachtsgefühl aufhebt, zu finden.

Das war soweit mein Angebot und jeder der möchte, kann gern seine Sicht einbringen. Für alles offen sein, bedeutet nicht, keinen Standpunkt zu haben. Und ja, ich kann einen Standpunkt verlassen. Aber mir machen viele Dinge Sorgen und ich möchte es eben zunehmend mehr wagen, anhand von nachvollziehbaren Fakten, immer neue Fragen zu stellen, die Euch erahnen lassen, was für mich im Grunde manifestierte Realität ist. Und ich weiß durch meine ureigenen Erfahrung, dass dies ein Padigmenwechsel im Denken erfordert. Idealer finde ich langfristig eine Auflösung von Paradigmen, aber dies erfordert eine Paradigma, was eben an sich keines ist. Schwere Aufgabe im Krieg der Worte!

So weit erst mal von mir.

Herzliche Grüße
Nathanel

 
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