Die Angst und der Krieg

#1 von ped43z , 21.02.2015 02:13

Ein paar kleine Vorbemerkungen

Philosophische Aspekte in unserem Forschen nach Wegen für dauerhaften Frieden mit zu betrachten, ist auch aus meiner Sicht unbedingt notwendig. Da die Philosophie meines Erachtens außerdem eng mit der Psychologie verbunden ist, gestattete ich mir, hier einen Beitrag zur Diskussion zu stellen, der mehr in die psychologische Richtung geht und meiner Meinung nach eine grundlegende Bedeutung für unser gesamtes Tun hat.
Bitte berücksichtigt, dass ich weder im einen noch im anderen Fach irgendwann Studiengänge belegt habe. Was ich dazu weiß, ist ein Produkt aus jahrelanger autodidaktischer Wissensaneignung und ständiger Auseinandersetzung mit dem Thema. Mein Wunsch ist, wie in jedem Beitrag, den ich hier im Forum verfasse, Euch etwas von mir zu geben und gleichermaßen von Euch zu lernen.
Habt bitte außerdem keine ANGST, dass Ihr Euch vielleicht bei diesem Thema lächerlich machen könntet. Meiner Achtung Euch gegenüber könnt Ihr sicher sein und ich habe gleichermaßen keine ANGST, Eure Kritik zu lesen. Ist sie fair und sachlich, dient sie unserem gemeinsamen Ziel, wird sie meine Person nicht treffen, sondern ganz im Gegenteil ein Gewinn für mich sein.
Der Bogen den ich schlagen muss, um das Thema für Euch sinnvoll darstellen zu können, ist ziemlich groß. Und trotzdem sind einige Dinge sehr gestrafft, damit der Artikel nicht ins Uferlose gleitet. Ich hoffe das Lesen ermüdet Euch nicht zu sehr.
Damit ist nun auch das Thema meines Beitrages noch einmal herausgestellt und ich komme zur Sache: zur Angst.


Was ist Angst?

Bevor ich zur Begriffserklärung der Angst komme, möchte ich nochmal einschränken, dass ich dieses Phänomen vorrangig aus psychologischer Sicht analysiere, wissend dass die Angst auch in der Philosophie eine große Rolle spielt.
Wichtig ist noch zu sagen, dass ich die Beschreibung aus Definitionen extrahiere, also Festlegungen, die vereinfacht gesagt, ursächlich mehr oder weniger willkürlich und subjektiv ein abstraktes oder reales Objekt beschreiben. Was nun wiederum bedeutet, dass es auch verschiedene Sichten gibt. Aber das soll uns nicht irritieren, Der Artikel zum Begriff Angst in Wikipedia beschreibt das - finde ich - ganz gut:

Zitat
Angst ist ein Grundgefühl, welches sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein. Krankhaft übersteigerte Angst wird als Angststörung bezeichnet.



Was können wir hieraus interptetieren?
Angst ist ein Grundgefühl, ein (nicht nur) menschliches und völlig normales Wesenmerkmal. Bei der begrifflichen Erläuterung findet auch keine Wertung moralischer Art statt. Eine solche (z.B. negative Wertung) wird erst in Kulturen vorgenommen. Angst hat sich als ein überlebenswichtiges emotionales Alarmsystem bewährt und dieses Alarmsystem trägt im Prinzip Jeder von uns in sich.

Was weiterhin in der Definition aufgeführt ist und von mir als enorm wichtig angesehen wird, ist die Ursache der Angst. Es gibt eine untrennbare Kausalbeziehung der Angst, die nämlich aus der erkannten Gefahr oder Bedrohung (real oder eingebildet) resultiert. Dieser Aspekt wird im weiteren Text noch eine große Rolle spielen.


Angst als positive Emotion

Wie schon angedeutet, ist Angst als Emotion für das Überleben eines jeden Menschen unbedingt notwendig. Sie gibt es in verschiedenen Intensitäten und Ausprägungen, sie kann unterdrückt und diffus, hysterisch und aggressiv sein. Grundsätzlich kann man sie als einen Überlebensinstinkt bezeichnen.

Bei einer akuten Gefahr gerät der Betroffene unter Stress. Es werden dadurch bestimmte Muskeln und Sinnesorgane des Menschen aktiviert, die ihn zu raschen Handlungen (Flucht oder Aggression) befähigen. Ob es zu einem Fluchtverhalten oder zur Aggression kommt, hängt in hohem Maße vom Ermessensspielraum ab, den der Betroffene für sich selbt "sieht". Fühlt er sich in die Enge getrieben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass seine Abwehrhandlungen gegen die Gefahr aggressiv sein werden.

Angst ist immer subjektiv, sie kann auch dann auftreten, wenn objektiv für den Betreffenden keine Gefahr gegeben ist. Daraus lässt sich ersehen, dass Angst als Emotion "lernt". Über die persönlichen Erfahrungen wird das emotionale Zentrum eines jeden Menschen auf bestimmte Verhaltensweisen konditioniert. Diese Erfahrungen können traumatischer, spektakulärer Natur sein, aber auch aus fortwährenden über lange Zeiträume andauernden Prozessen resultieren.


Flucht oder Aggressionen

Wir wissen nun, dass Angst völlig normal ist und als Reaktion auf eine subjektiv empfundene Bedrohung ein Alarmsystem in unserem Körper aktiviert, was unsere Chancen auf Unversehrtheit oder das schiere Überleben, signifikant erhöhen kann.

Außerdem ist uns klar, dass Angst weitere emotionale Handlungen auslöst, insbesondere Flucht oder Aggressionen. Aus meiner persönlichen Sicht ist dabei auch Aggression eine bestimmte Form von Flucht. Die Logik erschließt sich mit solchen oft verwendeten Ausdrücken wie "Flucht nach vorn" oder "sie suchten ihr Heil in der Offensive" oder "Er stand mit dem Rücken zur Wand". Das bedeutet also, dass man Aggression als Ultima Ratio der Flucht, als allerletztes Mittel um einer Gefährdung zu entgehen, ansehen kann.

Desweiteren muss betrachtet werden, was ein in Angst gefangener Mensch mit seinem Fluchtverhalten bezweckt. Das wird immer ein Entgehen aus der Gefahr sein. Mit Flucht sucht der Mensch höhere Sicherheit. Er erhöht die Distanz zur Gefahr, wenn er genügend Spielräume hat. Gibt es diese Spielräume aber nicht mehr, wird er konfrontativ. Aus seiner Sicht aller anderen Mittel beraubt, wird er versuchen die Gefahr offensiv zu beseitigen!. Das bedeutet nichts anderes, als dass ein Mensch in dieser Situation gewalttätig wird, er führt seinen ganz alleinigen individuellen Krieg ums Überleben - und das völlig legitim. Er wird in dieser Situation auch keinerlei Skrupel und Emphatie haben (dürfen!), denn für ihn geht es um die nackte Existenz.

Warum weise ich auf diesen Fakt so ausdrücklich hin? Weil es ein überragender Faktor im Sinne von Krieg und Frieden ist, was ich im weiteren noch näher erläutere.


Wenn Angst pathologisch wird

Bislang haben wir Angst als ein völlig normales, ja unbedingt notwendiges emotionales Wesensmerkmal des Menschen untersucht. Wir haben dabei u.a. festgestellt, dass Angst erzeugt wird durch alarmierende bedrohliche Ereignisse. Und wir wissen, dass Bedrohungen real aber auch imaginär sein können. Im Alltagsleben gibt es für eingebildete Gefahren unzählige Beispiele. Steht Jemand unverhofft hinter einer Tür, wird man erschrecken, ein hinter dem Rücken geplatzter Luftballon aktiviert über den Angstreiz alle Alarmsysteme ebenso wie ein Glasboden durch den man hunderte Meter tief in einen Canon schauen kann.

Natürlich gibt es da auch Assoziationen in unserem Kopf, die logisch erklären, warum ein Mensch das als Bedrohungslage fühlt.
Das soll aber hier nicht thematisiert werden. Halten wir einfach fest, dass unser Lebenserhaltungssystem regelmäßig Fehlalarm auslöst, unser Angst-Zentrum (so will ich es mal nennen) also vergackeiert wird, dies mehr oder weniger NICHT durch bewusstes Zutun anderer Menschen. Auch das ist völlig normal und keinesfalls abnorm (abweichend). In der Psychologie nennt man übrigens krankhafte Verhaltensabweichungen pathologisch.

Angst ist ein Alarmsystem, der Betroffene gerät in Stress, der Blutdruck steigt, die Pupillen weiten sich, Muskeln kontrahieren, Botenstoffe werden ausgeschüttet. Das ganze System Mensch gerät an seine Grenzen um der Bedrohung entgehen zu können. Er ist auf schnelles instinktives Handeln ausgerichtet, die Ratio wird unterdrückt, es ist keine Zeit Entscheidungen auf ihre Sinnhaftigkeit zu prüfen. Ein faszinierendes System, effizient und erfolgreich. Natürlich kann dieser Stresszustand nicht über längere Zeit aufrrechterhalten werden, denn er zehrt an den Ressourcen des Körpers wie des Geistes.

Geschieht es aber, wird der Mensch also ununterbrochen im Zustand der Angst gehalten, erfährt der Mensch das, was auch mit anderen permanent überlasteten System geschieht:
Er gerät in Gefahr geschädigt zu werden, erst an der Seele, dann am Körper.

Und er wird von der Emotion der Angst gefangen gehalten, er wird nicht in der Lage sein, sich über den rationalen Teil seines Gehirns aus dem emotionalen Angszustand zu befreien.

Der Mensch wird von der Emotion beherrscht, sein gesamtes Handeln unterwirft sich den Botschaften, die emotional gespeichert sind und nun pausenlos abgerufen werden. Dauerhafte Angst deformiert. Die Ursachen können mannigfaltig sein, aber auch das will und kann ich hier nicht näher erläutern. Vielmehr will ich darauf hinleiten, dass ein solcher Zustand auch manipulativ herbeigeführt werden kann.

Denn das Problem ist: Natürlich kann man Angst auch ganz bewusst auslösen! Und hier kommt die Manipulation in´s Spiel.


Ist Manipulation schlecht?

Es sei betont: Manipulation kann positiv sein, aber leider kann sie auch missbraucht werden.
Wenn ich mit diesem Beitrag Veränderungen in Eurem Denken bewirke, dann habe ich Euch in gewisser Weise auch manipuliert - gewollt! Allerdings habe ich die Manipulation nicht hinter einer Täuschung versteckt. Meine Argumente habe ich, soweit ich dazu in der Lage bin, mit Fakten unterlegt und begründet. Emotionen spielen immer eine Rolle, so hat der Stil in dem ich den Beitrag verfasse eine emotionale Komponente, die Euch anspricht, das ist manipulativ.
Wesentlich aber versuche ich Euch mit rationalen Elementen zu erreichen.

Wo also beginnt das Wesen der Manipulation in´s Negative zu fallen?
Werden unsere angesprochenen Emotionen durch einen Manipulierenden geweckt, dann dominieren Jene unser Bewusstsein. Liebe, Schmerz, Glück, Angst, Wut, Trauer usw., all diese Emotionen haben eine unglaubliche Macht über uns. Gewinnen Sie die Dominanz sind wir von ihnen regelrecht vereinnahmt. Dann tun wir auch Dinge, die (nicht wirklich) absurd sind, wir weinen, schreien, albern rum, wir sind euphorisch oder niedergeschlagen. Die Manipulation über unsere Emotionen ist also ausgesprochen wirkungsvoll und nachhaltig.

Wo also beginnt das Böse?
Zuallererst, wenn derjenige, der Dich manipuliert, seine wahren Absichten vor Dir ganz bewusst verbirgt. Dann nämlich hat er im Sinn, Dich zu benutzen. Er wird Dich von Dingen überzeugen, von denen Du glaubst, dass Sie für Dich oder Personen und Gruppen, die Dir nahe stehen gut sind. Das Perfide DIESER Manipulation ist, dass Du wenn Du dieser Manipulation aufsitzt, SEINE Ziele verfolgst. Im günstigsten Fall können diese Ziele den Deinen gleich sein (ja, das gibt es auch!), im schlechtesten Fall aber handelst Du Deinen eigenen Interessen diametral entgegen. Du schädigst Dich!

Ganz böse wird es, wenn Menschen uns durch Manipulation dazu bringen, Handlungen gegen Leib und Leben anderer Menschen auszuführen. Aber wie geht so etwas? Und damit sind wir wieder bei der Angst. Angst? Wie das?


Was ist Empathie?

Die Beantwortung dieser Frage ist für das Verständnis des Nachfolgenden wichtig, deshalb ein kleiner Schnitt, bevor wir uns wieder der Angst zu wenden.
Es gibt nämlich ein Wesensmerkmal des Menschen, welches sein Zusammenleben in sozialen Strukturen erst möglich macht und das für eine friedliche Koexistenz unverzichtbar ist: Die Empathie.

Zitat
Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Zur Empathie gehört auch die Reaktion auf die Gefühle Anderer wie zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz oder Hilfsimpuls.[1] Grundlage der Empathie ist die Selbstwahrnehmung; je offener man für seine eigenen Emotionen ist, desto besser kann man die Gefühle anderer deuten.[2] Empathie spielt somit nicht nur in Bezug auf andere Menschen eine Rolle, sondern ist auch unter dem Aspekt der Selbstempathie bedeutsam.



Es ist nachvollziehbar, dass ein empathischer Mensch sich kaum dazu bringen lässt, anderen Menschen Gewalt anzutun. Viel zu sehr macht er sich das Schicksal des Anderen zu eigen. Ganz wichtig ist ist auch der Bezug auf die Achtung vor sich selbst, die (positive) Selbstwahrnehmung. Um mit Anderen fühlen zu können, muss man auch selbst Gefühle und Emotionen bei sich zugelassen haben. Aus Empathie erwächst Solidarität und Kooperation, nur durch sie können Menschen wirklich glücklich sein und in Frieden mit sich und anderen leben.


Das böse Spiel mit der Angst

Noch einmal fassen wir das bislang Beschriebene zusammen.

  Angst ist ein Produkt der Evolution und somit ein wichtiger Überlebensfaktor.
Angst ist eine normale Emotion, die aus einer subjektiv erfahrenen Bedrohung erwächst.
Im Angstzustand ist der rationale Teil des menschlichen Gehirns mehr oder weniger dem
emotionalen Zustand - eben der Angst - unterworfen,
wie das bei anderen Emotionen auch der Fall ist.
Angst führt zu Handlungen, um der subjektiv wahr genommenen Bedrohung zu entgehen.
Werden solche Möglichkeiten wahr genommen, wird Angst zur Flucht führen.
Wird kein anderer Ausweg gesehen, schlägt Angst in Aggression um ("Flucht nach vorn"),
dann wird versucht die Bedrohung "auszuschalten".
Und: Da Angst Teil des menschlichen Überlebenssystems ist,
muss Angst Empathie verdrängen!


Wenn wir den letzten der gerade aufgeführten Punkte betrachten, können wir schlussfolgern:

Um Gewalt gegen andere Menschen auszuüben, muss ein Mensch seine Empathie verdrängen.
Das tut, als Überlebenswerkzeug, die Angst.
Wenn die Angst keinen Fluchtweg findet, wird sie zur Aggression führen.
Das gilt nicht nur für Individuen, das gilt auch für soziale Gemeinschaften, für Gesellschaften!

Und weitergehend:

Wie Menschen, so können auch ganze Gesellschaften durch Manipulation in einen permanenten Zustand der Angst versetzt werden. Einen Zustand, der sie befähigt, Kriege als Ultima Ratio zu akzeptieren und in letzter Konsequenz selbst durchzuführen.

Im pathologischen Zustand der Angst befindet sich gegenwärtig auch die Bundesrepublik Deutschland!

Eine solche Gesellschaft ist krank, sie handelt pathologisch, sie ist permanent von Angst durchdrungen und somit in einem Zustand ständiger Gefahrenabwehr. Das System wird erhalten, durch eine ununterbrochene Indoktrination von Signalen an ihre Mitglieder, die zur Aufrechterhaltung des Angstzustandes führen (Angst vor Russland, Angst vor Terroristen, Angst vor Islamisierung, Angst vor Überfremdung, Angst, Angst, Angst). In diesem Zustand angespannter Emotionalität ist es den meisten Menschen und somit der Gesellschaft insgesamt nicht möglich, Informationen rational zu erfassen und vernünftig auf Ereignisse zu reagieren. Angsterhaltung benötigt keine Logik, es genügen die emotionalen Impulse, die ständige Wiederholung der vermeintlichen Gefahrenlage. Angst ist damit eine wesentliche Triebfeder des Krieges.


Täter und Opfer: Psychopathen

Wenn man sich die Ungeheuerlichkeit des eben Gesagten versucht, begreifbar zu machen, kommt man unweigerlich zu der Frage: Wer tut so etwas? Wer ist so niederträchtig, aus irgendeinem Beweggrund Menschen bis hin zu Gesellschaften manipulativ in einen Abgrund aus Angst und Kriegen zu stürzen?
Es sind Menschen mit kranker Seele, die so etwas tun, unglückliche Menschen, im Prinzip unheilbar und sich iher Krankheit nicht bewusst. Diese unglücklichen Menschen gibt es überall auf der Welt auch unter uns. Sie haben nicht das Glück zu lieben, sich ehrlich mit Anderen zu freuen, zu leiden, mit anderen Menschen gemeinsam wahres Glück zu empfinden, diese Menschen sind völlig ohne Empathie. Es sind Psychopathen.

Das Fehlen von Empathie bedeutet auch das Fehlen von Mitgefühl. Das ist pathologisches Verhalten und eine grundlegende Voraussetzung anderen Menschen zu schaden. Ein Psychopath ist gefangen in einem Kontrollwahn, dauerhaft umgetrieben von der Angst die Kontrolle zu verlieren. Folgerichtig strebt er nach Macht und zwar nach vollkommener absoluter Macht. Psychopathen sind oft durchschnittlich, gelegentlich auch überdurchschnittlich intelligent. Das und die nicht vorhandene Empathie verkommen zu einem mächtigen Werkzeug, andere Menschen zu beeinflussen. Denn der Psychopath kann ohne Gewissenbisse mit den Gefühlen anderer Menschen spielen, er kann perfekt Gefühle vortäuschen. Erkennt man den Psychopathen nicht, ist man ihm ausgeliefert. Psychopathen sind Meister der Manipulation!

Wer ausführlicherer Informationen über Psychopathen bedarf, dem sei das Buch Politische Ponerologie des polnischen Psychologen Andrzej M. Łobaczewski [4] dringend als Lektüre empfohlen. Es ist nicht einfach zu lesen, aber überaus lehrreich.

Wichtig zu wissen ist: Der Psychopath lebt in dauerhafter Angst, Kontrolle zu verlieren. Wer den Roman Das Schweigen der Lämmer oder auch dessen Verfilmung kennt, weiß was ich meine, wenn ich sage, dass ein Psychopath sich geradezu weidet an ausübender Macht. Noch verstörender wird das Spiel eines Psychopathen mit seinem Opfer in dem 1995 erschienenen Psychothriller Sieben gezeigt. Der einzige Gefühlsreiz für ihn ist das Quälen der Opfer. Nur in der Macht fühlt sich der Psychopath sicher, sie zu verlieren setzt ihn permanent in Angst. Diejenigen also, die andere Menschen dahingehend manipulieren, Angst zu haben, diese Menschen leben selbst fortwährend in Angst.

Psychopathen gibt es überall auf der Welt, die meisten unerkannt - und dabei unglücklich, manche auch traumatisch geprägt (als Opfer). Keinesfalls alle leben ihre pathologischen Zwänge auch aus, gut für die anderen Menschen. Łobaczewski (s.o.) geht von etwas sechs Prozent der Bevölkerung aus, die man als Psychopathen bezeichnen muss, das ist eine in meinen Augen verdammt hohe Zahl. Wenn wir aber bedenken, wie wichtig Macht (nicht Geld!) für einen Psychopathen ist, muss uns noch unwohler werden, denn in der Politik finden diese Menschen ein reiches Feld um ihren Machtwahn auszuleben!

Was sollten wir festhalten:
Psychopathen sind in der Seele krank und sie leben permanent in Angst vor Verlust von Kontrolle, daher streben sie nach Macht. Ihre empathischen Fähigkeiten sind verkümmert oder gar nicht vorhanden. Das ermöglicht ihnen die Manipulation anderer Menschen, um die eigenen Machtphantasien ausleben zu können. Sie sind in ihrem Tun von keinerlei Selbstzweifel geplagt und fühlen sich anderen (aus ihrer Sicht völlig zurecht) überlegen. Psychopathen bringen andere eigentlich gesunde Menschen dazu, so zu handeln wie sie selbst - pathologisch.


Die Macht der Psychopathen über die Gesellschaft

Bevor ich hier diesen Fakt versuche zu belegen, möchte ich noch Eines anmerken. Völlig unabhängig davon wie eine Gesellschaft strukturiert ist, Psychopathen wird es immer geben. Damit möchte ich ausdrücken, dass ich NICHT der Meinung bin, dass das derzeitige System "Schuld" an der bloßen Existenz von Psychophaten hat.
Und keinesfalls bin ich der Meinung, dass unsere Regierung ein Team von Psychopathen ist. Klar aber ist für mich, dass diese Regierung in ihren Handlungen eindeutig pathologische Züge aufweist.
Und es gibt Faktoren, die Psychopathen und pathologischen Handlungen entgegenkommen, das sind bestimmte wirtschaftliche- und politische Strukturen, Geldsysteme, und Ideologien. Das kann man aber in anderen Beiträgen thematisieren.

Sich das oben beschriebene Charakterbild eines Psychopathen vor Augen haltend, stelle man sich diesen in der Rolle eines Politikers vor.
Was will er mehr. Er hat Macht über viele Menschen und kann sich an dieser Macht laben. Er kann diese Menschen benutzen, um seine Macht zu erhalten bzw. zu erweitern. Er wird niemals rot werden oder stottern, wenn er lügt. Die Lüge wird immer geschmeidig und ohne Selbstzweifel an sein (Opfer-)Publikum schweben - und geglaubt. Ein Psychopath ist immer ein Einzelkämpfer, tritt ein Politiker mit der gleichen Seele neben ihn, wird er konsequent und rücksichtslos bekämpft. Macht wird nur soweit geteilt, wie es zum eigenen Machterhalt und aus taktischen Erwägungen notwendig ist.

Ein solcher Politiker wird sich Anderen überlegen fühlen, er tritt arrogant und zynisch auf. Unter seinesgleichen wird er sich mit Jenen über seine Opfer lustig machen. Wenn es seiner Macht dient, wird er die Emphatie anderer Menschen misbrauchen, indem er Gefühle wie Trauer und Reue perfekt vorspielt. Er wird die Seiten und die Ideen wechseln, Hauptsache er kann Macht ausüben, genießen, einzig für sich.
Das Hauptwerkzeug aber, um Macht erweitern und erhalten zu können, ist das Erzeugen von Angst. Der wahre Psychopath schreibt hierfür die Drehbücher, die Ausführenden wirken dann in ihrem pathologischen Tun oft unbeholfen und unglaubhaft.

Wenn wir uns die gegenwärtige bundesdeutsche Gesellschaft anschauen, fallen uns dann nicht Analogien geradezu ins Auge?
Erklärt sich nun vielleicht auch psychologisch das rational(!) 
völlig absurde Verhalten westlicher Staaten gegenüber Russland?
Ist so vielleicht diese massive, nicht enden wollende, teilweise
primitive Erzeugung von Hassbildern gegen andere Gesellschaften,
Glaubensgemeinschaften und Einzelpersonen nachvollziehbarer?
Ist es nicht so, dass die Masse der deutschen Bevölkerung in einer
permanenten und damit pathologisch geprägten Angst gehalten wird?
Sind nicht so auch die vielen Kriege der jüngeren Vergangenheit u.a.
aus einer perversen Angstpsychose der an der Spitze des Systems
agierenden Psychopathen hervorgegangen?

Man muss sich nur mal sehr genau unter diesem Aspekt betrachtet Interviews mit Zbigniew Brzeziński, Donald Rumsfeld oder Hilary Clinton zu Gemüte führen - und wird erschrecken! Ja, das sind ganz gewiss Psychopathen. Wie sonst konnte Brzeziński ein Buch schreiben wie Die Einzige Weltmacht [5]? Dieses Buch ist von verstörender Klarheit und Intelligenz, dabei kalt und durchdrungen einzig von Machtkalkülen.


Eine kranke Gesellschaft - Und Nun?

Wenn es soweit gekommen ist, dass Gesellschaften in hohem Maße von pathologischem Gedankengut durchdrungen sind und entsprechend handeln, dann müssen diese Gesellschaften in einen Zustand geraten sein, der sie empfänglich dafür machte. Denn, der Weg in die Pathokratie, so nennt Łobaczewski [4] diesen kranken Zustand eines Gemeinwesens, ist nicht zwanghaft vorgezeichnet.

So, wie Individuen durch Empathie UND einen klaren wachen Verstand pathologischen Einflüssen entgehen können, ist dies auch Gesellschaften möglich. Leider ist festzuhalten, dass unsere (westlichen) Gesellschaften von Ideologien durchdrungen werden, in denen Empathie eine eher marginale Rolle spielt. Die Ideologie des freien Wettbewerbs, des Rechts des Stärkeren, des unbedingten Erfolges, des Handlungszwangs immer mehr und immer schneller Werte zu schaffen, fokussiert auf Profitmaximierung hat einen verhängnisvollen Weg eröffnet.

In diesen Sinn sind die Menschen vorrangig getrieben und zu den natürlichen Verlustängsten (Tod, Gesundheit, unsere Kinder etc.) sind vielfältige andere Ängste hinzugetreten: Angst um den Arbeitsplatz, Angst vor Armut, Angst vor gesellschaftlicher Ausgrenzung, Angst vor Mobbing...
Kein Wunder, dass auch so viele Menschen an Körper und Seele irgendwann sichtbar erkranken. Auch wenn ich das jetzt nicht mit Quellen belege, wird man mir beipflichten, dass es viel mehr seelisch Kranke (in allen Facetten der Depression) als vor Jahrzehnten gibt. Und das in einer Gesellschaft, die reicher ist als jemals zuvor. Und nun führe man sich vor Augen, wie in einer solchen Gesellschaft auch noch Psychopathen das Ruder übernehmen, das ist eine Katastrophe!
Das gerade Ausgesprochene ist auch für den Außenstehenden (dem der bildlilch gesehen nicht im Glashaus sitzt) kaum zu glauben, für die im System Gefangenen, die Manipulierten, ist es schlicht nicht fassbar.

Und was soll man jetzt tun?

Nun, meine ewig lange Einleitung endet jetzt, kommen wir also zur Sache ;-).


Der Weg beginnt bei uns

Wie w.o. erwähnt, schätzt man den Anteil der Psychopathen an der Bevölkerung auf etwa sechs Prozent. Diese Menschen leben mit einem seelischen Defekt (Fehlen von Empathie) sehr unglücklich und der überwiegende Teil, ausgenommen Personen in Machtpositionen(!), schädigt andere Menschen nicht! Solchen Menschen kann man auch nur schwer helfen, eine Heilung ihrer Seele wird auch von vielen Psychathern als kaum umsetzbar angesehen.

Ansonsten kann prinzipiell jeder Mensch, da mit Emphatie versehen, aus der pathologischen Umarmung ausbrechen. Wie dies passiert, ist verschieden. Es kann ein aktiver Prozess der Person zur Selbstfindung sein, die sie an einen Punkt gelangen lässt, an dem sie den ihr vorgegaukelten Betrug erkennt. Die Befreiung kann aber natürlich auch getriggert werden, durch nicht pathologisch Handelnde.

Dabei muss auf Eines hingewiesen werden:

Das Erkennen einer pathologischen Welt, bedeutet noch lange nicht das Ausbrechen aus ihr. Diese Welt beherrscht die Gesellschaft UND den Kopf des Manipulierten.

Denn die Matrix, und das beschreibt der gleichnamige Film ganz wunderbar, ist nicht "da draußen", nein sie entfaltet sich in unserem Gehirn, so dass uns die Realität verborgen bleibt. Die Matrix vermittelt nicht nur (gefälschte) Strukturen sondern auch emotional getriebene Handlungsanweisungen. Diese Matrix gilt es aufzubrechen und dazu gehört mehr als bloßes Erkennen. Vielleicht ist es besser zu sagen, dass das Erkennen und die Zuwendung zum Ich Hand in Hand gehen.

Pathologisch gesteuert zu sein, auch das sollte betont werden, heißt ja nicht, mit mangelndem Intellekt ausgestattet zu sein. Und so ist es auch ganz normal, dass Hochbegabte, geistig rege Menschen, die großartige Dinge vollbringen, in dieser Matrix verharren. Wenn Psychopathen solche Menschen manipulieren können, dann ist das für sie der Hauptgewinn, da sie deren Fähigkeiten für die eigenen Ziele missbrauchen können.

Letztlich gilt immer:

Den Weg aus pathologischen Zwängen muss jeder Mensch selbst gehen - er ist gleichbedeutend mit dem Weg aus der Angst! Und er ist die Voraussetzung anderen Menschen zu helfen, ebenfalls diesen Weg gehen zu können.

Schlussfolgernd müssen wir, die wir dem Frieden eine weltweite dauerhafte Chance geben wollen, Forderungen zur Veränderung prinzipiell immer erst an uns stellen.


Der Weg aus der Angst - Der Weg zum Frieden

Wir haben herausgearbeitet, dass ein permanentes Herbeiführen von Angszuständen, Menschen krank macht und außerdem den Handlungsstrang Flucht (Entgehen der Bedrohung) oder als Ultima Ratio Aggression (Entgegen Gehen der Bedrohung) öffnet. Letzteres ist nichts anderes als eine Beschreibung für KRIEG.

Wenn wir also den Krieg verhindern wollen, müssen wir die Ursache erkennen. Damit ist die Erkennung und Bekämpfung unserer Ängste, einschl. der uns subtil eingebleuten vermeintlichen Ängste von größter Wichtigkeit.
Der Hinweis, dass wir pausenlos mit Ängsten versorgt werden, und dies mit Beispielen zu belegen, ist übrigens ein guter Einstieg, um pathologisch Getriebene zu erreichen.
Haben wir die Manipulation erkannt und sind daraufhin von (verständlichem) Hass gegen die Urheber erfüllt, ist das ein Zeichen, dass wir immer noch in pathologischen Verhaltensweisen gefangen sind, warum?

Hass wird geboren aus Angst, Hass ist ein Aggressionstrieb, wir wenden unseren Hass gegen eine neue Person oder Personengruppe. Wir haben ein neues Feindbild. Wir sind weiterhin in Ängsten gefangen. Und - so paradox das erstmal klingen mag - Psychopathen verdienen keinen Hass, es sind kranke Menschen, die an den falschen Positionen sitzen, oder unter Umständen sogar dort hin gesetzt wurden!

Zu guter letzt richten wir diesen Hass gegen Andere, weil wir uns schuldig fühlen. Wir lassen es in dieser Phase der Selbstfindung aber auch nicht zu, das eigene Fehlverhalten einzugestehen. Eigentlich ist es Selbsthass, aber der Betroffene lenkt den Hass auf Andere, um sich nicht selbst zu verletzen. Er nimmt, wie man so schön sagt die Kritik persönlich, auch die Selbstkritik. Er handelt egotistisch. Was ist das denn nun schon wieder?

Zitat
Der Begriff (Egotismus) beschreibt die Motivation, für sich selbst nur positive Eigenschaften in den Vordergrund zu stellen und diese weitschweifig und verstärkt zu beschreiben. Dies kann zu Selbstüberschätzung und Realitätsverlust führen. In Bezug zur Umwelt kann sich Egotismus destruktiv auswirken und oft das Gegenteil von dem erreichen, was ursprünglich durch die Selbstdarstellung bezweckt werden sollte. Der Egotismus ist in diesem Sinne nahe verwandt mit dem Narzissmus, einem Begriff, der 1914 von Sigmund Freud als psychologischer Fachbegriff eingeführt worden ist.[7][8]



Der Egotismus lässt danach nur ein positives Bild der eigenen Person zu, die Überhöhung kann bis zum Narzissmus (übertriebene Selbstbewunderung und Selbstliebe) führen. Sie hindert uns, eigene Fehler einzugestehen und auf Basis deren ehrlicher Verarbeitung reicher und damit glücklicher zu werden. Psychopathen sind in der Regel im Übermaß mit diesen Eigenschaften behaftet.

So mit ist klar, dass wir lernen müssen, diese egotistischen Verhaltensmuster abzulegen. Man kann es auch so sagen:

Es ist eine Stärke offen zu den eigenen Schwächen zu stehen und sich somit positiv ausgerichtet mit diesen auseinander zusetzen.

Wenn uns das gelingt, überwinden wir auch die ANGST vor eigenen Fehlern und sind dadurch nicht mehr im Zwang, uns oder andere zu HASSEN. Das ist ein wichtiger Schritt zum inneren Frieden und ermöglicht uns, ohne Angst auf unsere Mitmenschen zuzugehen.
Mit dem offenen ehrlichen Umgang der eigenen Schwächen, geben wir Menschen die in Angst gefangen sind, den Mut, seinerseits sich selbst als das zu erkennen, was Jeder von uns ist: Eine durch ihre Stärken UND Schwächen einzigartige und wertvolle Persönlichkeit, die Achtung verdient.


Platons Höhlengleichnis

Pathologisch manipulierte Menschen können mit der realen Welt jederzeit in Konflikt geraten, sei es im Zuge ihrer Selbstfindung oder auch weil sie durch Andere (vielleicht uns?) darauf gestoßen werden.
Das ist für den Betroffenen in der Regel ein schmerzhaftes Ereignis. Er ist noch immer in pathologisch emotionalen Denkmustern der Angst gefangen, erkennt aber bereits den Betrug.
Es muss uns klar sein, dass ein Mensch in dieser Situation mit großer Wahrscheinlichkeit zu unlogischen Handlungen neigt, bis hin zu aggressiven Ausbrüchen. Es ist äußerst wichtig, dass wir das verstehen, die Person befindet sich nämlich in einem akuten Stadium kognitiver Dissonanz! Und - jeder von uns selbst ist mit Sicherheit auch schon durch dieses Stadium geschritten.

Zitat
Kognitive Dissonanz bezeichnet in der (Sozial-)Psychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch mehrere Kognitionen hat – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten –, die nicht miteinander vereinbar sind.[9]



Mit diesem Phänomen haben sich schon die alten Griechen beschäftigt und Platon hat in seiner Politeia[10] eine Erklärung über das sogenannte Höhlengleichnis[11] gefunden. Quintessenz des Ganzen war, dass Gefangene in einer Höhle ihre dortige Gefangenschaft als die einzige Wahrheit anerkannten, so sehr auch ein rational und überzeugend argumentierender ehemaliger Mitgefangener sie vom wirklichen Leben draußen im Licht einzunehmen versuchte. Die Gefangenen waren und blieben in doppelter Hinsicht gefangen, in ihren Ketten und in ihren pathologischen Denkmustern. Sie lösten die kognitiven Dissonanz auf, in dem sie aus der Wahrheit Lüge machten, um so ihre Fiktion behalten zu können. Sie bezichtigten den ehemaligen Mitgefangenen als Lügner, der ihnen Schaden zufügen wollte. Kommt uns das nicht bekannt vor?

Wir müssen also erkennen, dass kognitive Dissonanz eine dramatische Phase für einen Menschen darstellt, dem gerade seine pathologische Befangenheit bewusst wird. Es ist in höchstem Maße kontraproduktiv, sein resultierendes widersprüchliches unter Umständen aggressives Verhalten persönlich zu nehmen. Damit verfallen wir in Egotismus und nehmen dem Betroffenen die Chance, in seiner Erkenntnis weiterzugehen.
Auch in dieser Situation müssen wir uns der Achtung bewusst werden, die jedem Menschen zusteht. Vielleicht entsinnen wir uns der eigenen Gefühle in vergleichbaren Situationen und verstehen somit unseren Gegenüber besser, eben über Emphatie.

Vergessen wir nicht, dass die Dinge Zeit brauchen!


Schlussfolgerungen

Für unser eigenes Handeln, als Hilfe wie wir Menschen erreichen und ihnen die Hand geben, Frieden für sich und somit Frieden für alle zu finden, hier ein paar zusammenfassende aus meiner Sicht wichtige Stichpunkte:

> Wenn ich permanent Hass gegen bestimmte Personen oder Personengruppen	
entwickle, handele ich pathologisch
> Das kann an einer Konditionierung liegen, sowohl durch Personen, als auch durch die
Ausprägung einer Gesellschaft
> Daher ist die Bekämpfung unseres Hasses und weitergehend unserer permanenten
Ängste eine der Aufgaben an uns selbst.
> Die Erkenntnis pathologisch gesteuert zu sein, kann eigenem Tun und Denken
entspringen, aber auch durch äußere Ereignisse getriggert werden
> Erkennen wir dies, geraten wir in einen Zustand kognitiver Dissonanz
(Platons Höhlengleichnis). Das ist normal!
> In dem wir lernen, selbst zu reflektieren und unsere Emotionen zu verstehen,
befreien wir uns aus dem Zustand permanenter Angst - und damit dem Zustand
von Aggressionen, wir entziehen uns dem pathologischem Einfluss.
> Schaffen wir dies, sind wir bereit unsere Umwelt und die Welt als Ganzes mit anderen
Augen, kritischer und gleichermaßen positiver zu sehen.
> Das Entziehen des Ichs aus dem pathologischen Handlungszwang ist grundlegende
Voraussetzung um den eigenen Frieden zu erreichen und ihn weiterzutragen.


Überwinden wir also unsere Ängste, unseren Egotismus, gehen wir mit innerem Frieden und Emphatie auf unsere Mitmenschen zu. Und so wir uns ihnen friedlich öffnen, reichen wir die Hand zu Solidarität und Kooperation, und leisten somit unseren kleinen persönlichen Beitrag für den Frieden auf der Welt.


Danke dass Ihr Euch Zeit genommen habt, meine Zeilen zu lesen.
Peter

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Verschwörungstheorien Oder Der Umgang Mit Andersdenkenden

Links zum Thema
Zeitgeist 3 - absolut empfehlenswert!

Quellen

1 J. A. Hall & F. J. Bernieri, Interpersonal Sensitivity, Theory and Measurement, London, 2001, S. 21 f. und Paul Ekman, Gefühle lesen, Spektrum Verlag 2007, S. 249 (2. Auflage 2010, (Taschenbuch)); englischsprachiges Original 2003: Emotions revealed. Understanding faces and feelings.
2 Daniel Goleman: „Emotionale Intelligenz“ (1997), S. 127.
3 http://de.wikipedia.org/wiki/Angst
4 Dr. Andrzej M. Łobaczewski, Politische Ponerologie, 1984
5 Zbigniew Brzezinski, DIE EINZIGE WELTMACHT, Amerikas Strategie der Vorherrschaft (Originaltitel: The Grand Chessboard), 1997
6 http://homment.com/pathokratie-plutokratie, Delgado Daryl, 2014
7 Sigmund Freud: Zur Einführung des Narzißmus. Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Leipzig, Wien, Zürich 1924
8 http://de.wikipedia.org/wiki/Egotismus#cite_note-2
9 http://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz
10 Platon, Der Staat, Leipzig 1988
11Platons Höhlengleichnis, http://www.thur.de/philo/philo5.htm


 
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zuletzt bearbeitet 11.09.2015 | Top

RE: Die Angst und der Krieg

#2 von Rolf zu Darben , 06.03.2015 13:12

Lieber Peter,

vielen Dank für diesen tollen Beitrag! Vieles davon hat sich bei mir schon erfahrungsgemäß im Kopf zu gewissen Ansichten zusammengesetzt, so kompakt und doch präzise habe ich es aber bisher noch nicht gelesen :D

Ich denke deine Worte können jedem einzelnen weiterhelfen, an sich zu arbeiten und seinen eigenen "Problemen" angemessener gegenüberzutreten. Mir geht es jedenfalls so.

Trotzdem habe ich ein paar Anmerkungen bzw. Kritik:


Als erstes möchte ich anmerken, dass es zwar sein mag, dass die Psychologie Personen ab bestimmten Merkmalen als "Psychopathen" klassifiziert, ich lehne das jedoch ab. Das Problem ist, dass man eben mit dem Störungsbegriff arbeitet. Meiner Ansicht nach ist jede "Krankheit" (was ja erst mal nur das Abweichen von einer Norm meint, und Normen sind immer gesellschaftlich konstruiert, von daher nichts festes oder universelles) eher als Skala zu verstehen. In der Mitte ist die vermeintliche Norm und jeder Mensch kann sich bezüglich der betrachteten Eigenschaft irgendwo wiederfinden. Ich finde es kontraproduktiv, Ausschläge in die eine oder andere Richtung ab einem gewissen Punkt als "Störung" o.Ä. zu interpretieren. Das hat 2 Gründe:
- wo soll man die Grenze ziehen? ab welchem Punkt ist etwas nicht mehr im Bereich des Normalen und wer legt diesen Punkt fest?
- sobald ich etwas nicht mehr als eine gewisse Ausprägungsform in einer Vielzahl möglicher Intensitäten betrachte, sondern als "Störung", stigmatisiere ich den Betroffenen und mache eine Schublade auf, die es denke ich nicht gibt ... wer mit einem bestimmten Stigma belastet durch die Welt läuft, dessen Chancen auf die Änderung des problematischen Merkmals in sich sinken stark ... denn Stigmata wirken nicht nur nach außen, sondern beeinflussen ja auch das eigene Selbstbild, damit auch die selbst empfundenen Änderungs- und Entwicklungsmöglichkeiten ... "ich bin krank, ich bin anders, ich werd immer anders bleiben" ... wenn man Eigenschaften als Skala begreift und nicht ab einem gewissen Punkt eine klare Trennung zwischen normal und abnormal zieht, birgt das denke ich konstruktivere Möglichkeiten zur Beschreibung und Bewusstmachung von Charakterstrukturen, nicht zuletzt dem Betroffenen gegenüber ... denn auf der Skala sind wir alle drauf, der eine dort, der andere da ... aber niemand wird durch eine klare Trennung in ein schwarz-weiß-Schema gepresst

Mir ist natürlich bewusst, dass für praktische Zwecke eine solche Einteilung oftmals nötig ist, wollte das nur anmerken, da wir hier ja auf einer relativ theoretischen Ebene diskutieren.

Als nächstes hab ich ein Problem mit der Art und Weise, wie dein Beitrag auf Politiker oder generell gesellschaftliche Akteure in Machtpositionen eingeht. Du hast zwar extra noch einmal betont, dass du nicht der Meinung bist, dass die gesamte Regierung aus Psychopathen besteht, aber trotzdem suggeriert dein Beitrag meiner Meinung nach ein monokausales Erklärungsmodell in Bezug auf "böse" Handlungen in Machtpositionen. Ich versuch das mal zu erläutern:

Als erstes finde ich es nicht angebracht, von außen aufgrund gewisser Handlungen konkrete Akteure als pathologisch oder nicht pathologisch zu bezeichnen. Ich denke so eine Aussage kann man vielleicht treffen wenn man e.g. als Therapeut das Innenleben der Betroffenen einschätzen kann, aber so von außen beispielsweise einen Politiker einfach mal so "zu analysieren" halte ich für mehr als gewagt. Wir sollten dabei auch immer bedenken, dass die einzigen Eindrücke die wir von den betreffenden Personen haben, meist öffentliche Auftritte sind. Wir kennen sie nur in den seltensten Fällen persönlich. Bei einem öffentlichen Auftritt agieren die Akteure immer in gewissen Rollen, sie müssen Rollenerwartungen an eine bestimmte Positionen erfüllen. Ich finde man sollte da scharf trennen zwischen der Person und ihren Charaktereigenschaften, und einem politischen Akteur in einer spezifischen Situation. Wenn ich auf der Mahnwache mit einem Mikrofon zu 20 Leuten spreche, verhalte ich mich schon anders als ich "eigentlich" bin (insofern es so etwas gibt^^), von daher finde ich es unangebracht jemanden, der gerade möglicherweise vor 20 Millionen Menschen auftritt, als Person analysieren zu wollen.

Da schließt sich das nächste Argument an: Dein Beitrag suggeriert im mittleren Teil, dass viele, gerade systemisch/strukturelle, Probleme durch das Handeln der "Psychopathen" entstehen. Ich denke jedoch, es ist nur ein Aspekt. Dein Beitrag wirft eine sehr interessante Perspektive, für mich bleibt es aber eine Perspektive. Vielleicht habe ich es falsch aufgefasst, aber für mich schwingt bei einigen deiner Argumente ein gewisser Alleinerklärungsanspruch mit.
Beispielsweise meine ich Folgendes: Politiker XY verhält sich bei einer politischen Entscheidung oder einem öffentliche Auftritt auf eine Art und Weise, die du ablehnst oder für sehr schädlich für viele Menschen hälst. Natürlich kann das daran liegen, dass derjenige egoistisch agiert und auf die Interessen anderer nicht achtet. Ein weiterer, wichtiger, Aspekt ist für mich jedoch, dass er sich in einem gewissen "Feld" befindet. Jetzt wird es ein wenig soziologisch. In den verschiedenen "Feldern" der Gesellschaft (e.g. Politik, Wirtschaft, Freundeskreis, Kultur etc.etc.), herrschen verschiedene Logiken vor. Jede Logik zieht unterschiedliche Normen nach sich, die Normen ziehen unterschiedliche Rollenerwartungen an bestimmte Positionen nach sich. Diese "Rollenerwartungen" kann man denke ich manchmal auch als Sachzwänge begreifen. Frau Merkel kann sich aus gewissen Systemlogiken heraus eben nicht vor die Kamera stellen und statt strategisch ausgearbeitete Reden zu schwingen einfach mal lautstark in die Kamera furzen ;) Warum kann sie das nicht tun? Weil sie damit die Rollenerwartung an die gesellschaftliche Position in der sie gerade agiert, verletzt. Das hätte zur Folge, dass sie widerum durch gewisse Systemlogiken und Dynamiken die nächste Wahl nicht überlebt oder in den Medien zerissen wird. Dass ein Politiker jedoch das Interesse hat im Amt zu bleiben, hat m.M.n. erst mal nichts mit Egoismus zu tun. Wenn ich mit "altruistischen" (schwieriges Wort, keine Ahnung ob es wirklich altruistische Motive gibt^^) Motiven in die Politik gehe und die Welt verbessern möchte, dann möchte ich natürlich auch im Amt bleiben um Entscheidungen beeinflussen zu können. Von außen mag das vielleicht wie Egoismus aussehen, aber die Motivationen der Menschen stehen ihnen ja nicht auf die Stirn geschrieben.

Was dieser Punkt ausdrücken sollte ist, dass die Handlung einer Person, die für uns von außen vielleicht "pathologisch" wirkt, auch ganz andere Ursprünge haben kann. Da gibt es ganz viele verschiedene, die "soziologische Perspektive" die ich hier kurz angerissen habe, soll nur beispielshaft dafür stehen, dass man eben immer mit verschiedensten "Scheinwerfern" einen Sachverhalt beleuchten kann und je nach dem welchen Scheinwerfer man nimmt, bekommt man andere Ergebnisse. Ich warne also davor, Handlungen oder Personen monokausal auf pathologische psyschiche Strukturen zurückzuführen (falls ich deinen Beitrag dahingehend missverstanden habe tut es mir Leid).

Soll heißen, als Perspektive finde ich deine Argumente sehr gut und bereichernd, jedoch sollten sie nicht als Alleinerklärungsanspruch verstanden werden. Ich möchte auch gar nicht bestreiten, dass es genug Menschen in gesellschaftlichen Schlüsselpositionen gibt, bei denen psychische Aspekte eine enorme Rolle spielen, ich fande bloß, dass du zu viele Akteure in einen Topf geworfen hast, zumindest kam das bei mir so an.

Ich denke es ist dadurch auch klar geworden, was ich an deinem Brzezinski-Beispiel zu kritisieren habe: Der Mann schreibt ein geostrategisches Buch, das ein spezielles Ziel in einem speziellen Feld mit seinen ganz eigenen Zwängen und Normen hat. Einem Buch über Geostrategie vorzuwerfen, dass es zu kalt geschrieben ist, ist wie wenn man einem Analysten vorwirft, dass er die Menschen hinter den Zahlen nicht sieht. Nicht, dass ich nicht selbst auch genug Kritik an sowohl Brezinskis geopolitischen Vorstellungen als auch an dem Vorgehen zahlreicher Börsenanalysten hätte, aber ich denke das muss man auf einer anderen Ebene kritisieren. Innerhalb einer gewissen Logik jemandem vorzuwerfen, dass er nach dieser Logik handelt, halte ich für nicht produktiv, man müsste dann eher über die Rahmung sprechen. Bevor das zu abstrakt wird, spring ich mal zum nächsten Punkt ;)

Über das Thema Medien hatten wir uns schon einmal kurz unterhalten, hier nur kurz und knackig mein Punkt: Ich finde, dass die Angst in unserer Gesellschaft zwar zu nicht unwesentlichem Teil von den Medien mitproduziert wird, allerdings möchte ich auch da auch eine systemische Perspektive einbringen. Oft wird über dies und jenes (ich meine jetzt nicht deinen Beitrag) auf eine Art und Weise geschimpft, bei der der angeprangerte Prozess als "gewollt" hingestellt wird. Also als gäbe es konkrete Akteure, die diesen Prozess steuern und er nur deswegen so ist, wie er ist, weil es gewisse Akteursgruppen genau so wollen. Da würde ich widersprechen und anführen, dass auch das wieder nur eine Perspektive ist. Ich will nicht verneinen, dass es Gruppierungen gibt, die erheblichen Einfluss auf Medien haben und auch gezielt desinformieren können. Ich möchte nur hinzufügen, dass es eben in der Systemlogik von News-Medien liegt, dass sie eher Schlechtes als Gutes berichten. Wenn etwas jeden Tag super funktioniert (beispielsweise die Müllabfuhr), dann ist das keine Schlagzeile. Verkaufen tut sich eine Zeitung nur, wenn sie Sensationen hat. Und die sind in den allermeisten Fällen weder positiv, noch alltäglich. Professor Patzelt von der TUDresden brachte immer das schöne Beispiel: "Hund beißt Mann!" ist kein Thema. "Mann beißt Hund!" schon ;)

Natürlich kann man kritisieren, dass Medien, besonders öffentlich-rechtliche Nachrichtensendungen, so funktionieren, aber das muss man eben auf einer anderen Eben kritisieren als es einfach den konkreten Akteuren vorzuwerfen (ich merk gerade, dass sich einiges auch nciht mehr so sehr auf deinen Beitrag bezieht, Peter, ich lass nur gerade die Gedanken so sprudeln wie sie kommen^^).

Zu guterletzt möchte ich dir gerade in deinem dritten Teil, also was können wir für uns tun, stark beipflichten! Auch wenn ich jetzt viel kritisiert habe, fande ich deinen Text dennoch sehr erkenntnisreich und bin gerade im letzten Teil voll bei dir! Zur Fähigkeit, sich von Emotionen (und auch von Gedanken) nicht voll vereinnahmen zu lassen und stets einen gewissen Abstand zu bewahren, kann ich auch sehr das Buch "Eckhart Tolle - Jetzt. Die Kraft der Gegenwart." empfehlen!

So, das wars erst mal von mir. Könntest du dir vorstellen zum Thema Angst am Montag einen Beitrag auf der Mahnwache zu bringen, Peter? Ich fänds klasse :D

lg, Rolf


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zuletzt bearbeitet 06.03.2015 | Top

RE: Die Angst und der Krieg

#3 von ped43z , 06.03.2015 21:45

Vielen Dank Rolf, das ist doch mal eine Antwort!

Und neben Deiner Zustimmung danke ich Dir auch ausdrücklich für Deine abweichenden Ansichten. Sie helfen mir beim Hinterfragen meines eigenen Weltbildes, welches keineswegs (und hoffentlich niemals) endgültig ist. Deswegen bin auch weit entfernt von einem Alleinvertretungsanspruch, ungeachtet dessen äußere ich meine Überzeugungen natürlich mit einer gewissen Emotionalität, ohne jeden Zweifel, ich möchte ja Andere erreichen.

Zu Deinen Anmerkungen:

Das Charakterbild des Psychopathen, ja das habe ich sehr verallgemeinert. Da gibt es viele Graustufen und auch abweichende Verhaltensbilder. Bewusst habe ich hier abstrahiert und mich auf das Wesen des Psychopathen, der auf unbedingte Kontrolle und Macht fixiert ist, konzentriert. Das wirklich sehr bewusst, denn diese Menschen sind ganz ursächlich aktiv an den gesellschaftlichen Prozessen beteiligt, in einem extrem destruktiven Sinne. Eine Diskussion, ob Psychopathie eine Krankheit ist, möchte ich nicht führen, hier fehlt mir einfach noch das Wissen. Auch Lobaczewski, dessen Buch für mich quasi der letzte Anstoß war, in dieses durchaus heikle Thema einzusteigen, beschreibt ausführlich verschiedene Typen von Psychopathen.
Das Verhaltensbild aber ist klar und ja es ist abweichend, abweichend von einer Norm, der Norm von Kooperation, Solidarität und Nächstenliebe, die für das friedliche Zusammenleben von Menschen unabdingbar ist. Aber genau darum geht es doch, wir wollen eben nicht eine Norm, die das Recht des Stärkeren zur allgemein anerkannten Maxime macht. Es geht hier demnach nicht um eine Norm als gemitteltes Verhalten, was de facto der Durchschnitt unserer Lebensgewohnheiten ist, nein es geht schlicht um die Tatsache, ob ein Mensch den Krieg in sicht trägt und - nur um sich selbst Befriedigung zu verschaffen und ohne jede Rücksicht auf Körper und Seele anderer Menschen, den Krieg in die Köpfe Anderer weiterträgt.

Der Begriff Psychopath hat für mich auch nichts Stigmatisierendes, er ist einfach die nüchterne Zusammenfassung eines Menschens mit einem bestimmten Charakterbild (und wie gesagt, es gibt Verschiedene, aber ein Buch sollte nun der Artikel auch nicht werden ). Es ist außerordentlich wichtig, die Würde der Menschen zu achten, deshalb nehme ich Deine (wohl mahnenden) Worte sehr ernst, aber man muss die Dinge schon beim Namen nennen. Und darum geht es mir ja, aufzuzeigen, dass das Elend dieser Welt vielleicht auch durch Zufall oder Missverständnisse geprägt ist, aber aus meiner Sicht viel mehr von Personen, keinen fiktiven, sondern von ganz realen Personen mit einem Gesicht. Und da ist kein Hass in mir, keine Verurteilung, kein Ruf zu Bestrafen, eher ein großes Bedauern, nur die Augen Verschließen dürfen wir nicht davor. Weil wir sonst zu ihrem Objekt werden (des grenzenlosen Machtpsychopathen), zu ihrem verlängerten Arm. Denn Egotismus (Egotismus ist nicht gleich Egoismus) gehört zu uns wie Emphatie, wir tragen die "Gene" für den Krieg wie für den Frieden in uns.

Das Erkennen ist unbedingte Voraussetzung für das Korrektiv in uns! Es geht nicht darum, Menschen in Bessere und Schlechtere zu unterteilen. Es geht darum, die Straße in den Krieg zu vermeiden, es geht um uns, allein um uns, denn wir können einen Psychopathen nicht bekämpfen. Tuen wir das, verhalten wir uns wie er. Wie heißt es so schön: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen. Wenn ein Joachim Gauck (ein Pfarrer) zum Krieg aufruft, dann ist das ganz ohne Zweifel pathologisches Verhalten (pathologisch im Sinne von abweichend zu einem in Emphatie geprägten Verhaltensmuster). Damit ist noch nicht gesagt, dass er auch ein Psychopath ist. Wenn er das aber nicht ist, dann wurde er geprägt, entweder von ebenso Manipulierten oder eben von wirklichen Psychopathen (kannst Du Dir vorstellen, wie man das machen könnte?). Pathologisch ist hier wirklich immer zu begreifen im Sinne einer Gefährdung sozialer Gemeinschaften aus egoistischen Motiven. Damit bin ich bei Politikern und ich bitte hier klar zu unterscheiden zwischen einem u.a. von mir erkannten Verhaltensmuster bei einem übergroßen Teil unserer Politikergilde und einer Verurteilung. Ich verurteile unsere Politiker keinesfalls, aber ich rede mir die Welt nicht schön, ob derer Taten, ihrer Worte. Verstehen heißt nicht gutheißen - und erkennen heißt nicht verteufeln. Politiker haben nun einmal eine gewisse Affinität zur Macht und laufen damit Gefahr pathologisch zu handeln, wenn sie nicht gar selbst Psychopathen sind. Und unsere Gesellschaftsstrukturen fördern das, sind sie doch hierarchisch aufgebaut, in der Politik, in Organisationen, in Unternehmen, überall gibt es echte Machtstrukturen - und die Menschen leben das, teils freiwillig, teils eher nicht. Da ist doch klar, welcher Typhus den Weg nach oben am erfolgreichsten geht.

Mir gefällt das außerordentlich, Dein Abwägen, Dein Bemühen, jedem Menschen Recht zu tun. Mglw. finde ich nicht immer die richtigen Worte, aber ich stehe da absolut auf Deiner Seite! Nochmals also mein Standpunkt: Ich verurteile die Politiker nicht! Um deren Handeln zu verstehen, muss man sich intensiv und umfangreich informieren. Und so kann ich z.B. das Handeln von Joschka Fischer verstehen, ein Mann der Grünen Partei der die Bundesregierung auf die schlimmste Art verriss als sie sich gegen die aktive Kriegsbeteiligung Deutschlands gegen Libyen stellte, ein Mann der kein Problem hat aktives Mitglied einer von Soros und Rockefeller finanzierten NGO wie dem European Council on Foreign Relations tätig zu sein, der den ersten Kampfeinsatz der Bundeswehr regelrecht durchgepeitscht hat. Man erinnere sich nur, mit welch demagogischer Kraft er die Struktur der Grünen in die einer etablierten Partei umbog. Er ist durchdrungen von seinem Egotismus, anders geht es doch gar nicht, wie sollte er sich sonst noch im Spiegel ansehen können? Aber der Mann hat ein reines Gewissen, ganz sicher. Und trotzdem, weder hasse ich ihn, noch beleidige ich oder stigmatisiere ihn. Was bleibt ist die Tatsache, dass er ein auffällig pathologisches Verhalten an den Tag legt, eine aus meiner Sicht sachliche faire Beurteilung.

Zitat
Dein Beitrag suggeriert im mittleren Teil, dass viele, gerade systemisch/strukturelle, Probleme durch das Handeln der "Psychopathen" entstehen. Ich denke jedoch, es ist nur ein Aspekt. Dein Beitrag wirft eine sehr interessante Perspektive, für mich bleibt es aber eine Perspektive. Vielleicht habe ich es falsch aufgefasst, aber für mich schwingt bei einigen deiner Argumente ein gewisser Alleinerklärungsanspruch mit.


Beim heutigen Update meiner Antwort fiel mir diese Passage auf und ich musste unwillkürlich schmunzeln. Du wiest auf die besondere Perspektive hin, merktest einen gewissen Alleinerklärungsversuch an (ja, da gebe ich Dir recht!) um dann dies zu schreiben (ich haben Deinen Text nochmal hierher kopiert:

Zitat
Beispielsweise meine ich Folgendes: Politiker XY verhält sich bei einer politischen Entscheidung oder einem öffentliche Auftritt auf eine Art und Weise, die du ablehnst oder für sehr schädlich für viele Menschen hälst. Natürlich kann das daran liegen, dass derjenige egoistisch agiert und auf die Interessen anderer nicht achtet. Ein weiterer, wichtiger, Aspekt ist für mich jedoch, dass er sich in einem gewissen "Feld" befindet. Jetzt wird es ein wenig soziologisch. In den verschiedenen "Feldern" der Gesellschaft (e.g. Politik, Wirtschaft, Freundeskreis, Kultur etc.etc.), herrschen verschiedene Logiken vor. Jede Logik zieht unterschiedliche Normen nach sich, die Normen ziehen unterschiedliche Rollenerwartungen an bestimmte Positionen nach sich. Diese "Rollenerwartungen" kann man denke ich manchmal auch als Sachzwänge begreifen. Frau Merkel kann sich aus gewissen Systemlogiken heraus eben nicht vor die Kamera stellen und statt strategisch ausgearbeitete Reden zu schwingen einfach mal lautstark in die Kamera furzen ;) Warum kann sie das nicht tun? Weil sie damit die Rollenerwartung an die gesellschaftliche Position in der sie gerade agiert, verletzt. Das hätte zur Folge, dass sie widerum durch gewisse Systemlogiken und Dynamiken die nächste Wahl nicht überlebt oder in den Medien zerissen wird. Dass ein Politiker jedoch das Interesse hat im Amt zu bleiben, hat m.M.n. erst mal nichts mit Egoismus zu tun. Wenn ich mit "altruistischen" (schwieriges Wort, keine Ahnung ob es wirklich altruistische Motive gibt^^) Motiven in die Politik gehe und die Welt verbessern möchte, dann möchte ich natürlich auch im Amt bleiben um Entscheidungen beeinflussen zu können. Von außen mag das vielleicht wie Egoismus aussehen, aber die Motivationen der Menschen stehen ihnen ja nicht auf die Stirn geschrieben.


Wir sind bei bestimmten Erkenntnissen näher aneinander als Du glaubst. Denn Du hast hier eine rein psychologische Erklärung gegeben und genauso funktioniert das, Du bist vom Allgemeinen nur mehr ins Konkrete gegangen. Was meinst Du, wie sich pathologische Gedanken und Handlungsweisen verbreiten? Genau so. Es beginnt doch alles in unserem Kopf.

Zitat
Frau Merkel kann sich aus gewissen Systemlogiken heraus eben nicht vor die Kamera stellen und statt strategisch ausgearbeitete Reden zu schwingen einfach mal lautstark in die Kamera furzen ;) Warum kann sie das nicht tun? Weil sie damit die Rollenerwartung an die gesellschaftliche Position in der sie gerade agiert, verletzt. Das hätte zur Folge, dass sie widerum durch gewisse Systemlogiken und Dynamiken die nächste Wahl nicht überlebt oder in den Medien zerissen wird. ...


Von mir aus könnte sie übrigens in die Kamera furzen ;-)
Aber mit der Rollenerwartung kommst Du meines Erachtens der Wirklichkeit schon sehr nahe. Frau Merkel agiert ganz ohne Zweifel in einer ihr zugedachten Rolle, beachte: ihr zugedacht. Diese Frau ist da hingekommen weil sie gewisse Charaktereigenschaften besitzt und weil sie von bestimmten Leuten als in dieser Postion vorteilhaft - und zwar für deren Eigeninteressen - gesehen wird. Und so agiert Angela Merkel auch, ich meine es, ihr anzusehen, denn sie leidet, sie befindet sich in einem echten Dilemma (manche vergessen übrigens, dass, wäre es nach Merkel gegangen, Deutschland schon 2003 aktiv Krieg im Irak mitgeführt hätte). Diese Frau redet seit Jahren mit Putin, in dessen Sprache, und er mit ihr in deutscher Sprache. Diese Frau hat ganz sicher Emphatie - und ist ebenso offensichtlich pathologisch manipuliert. Sie ist das deutsche Staatsoberhaupt und hat nicht die moralische Kraft, aufzubegehren gegen eine verhängnisvolle immer weiter forcierte Kriegspolitik. Frieden schaffen Menschen und Krieg ebenso, unsere Bundesregierung arbeitet am Krieg, da gibt es überhaupt nichts zu relativieren. Gesellschaftlich gesehen ist das genau das Verhalten, was eine von einer Pathokratie gesteuerte Gesellschaft "auszeichnet".

Was Brzezinski betrifft, bin ich aus zweierlei Gründen nicht Deiner Meinung. Ein Buch über Geostrategie zu schreiben, heißt nach meiner Erkenntnis, Flagge zu zeigen, mit welchem Maß an Empathie man versehen ist und diese auch lebt (es gibt ja auch viele Manipulierte deren Emphatie leider brach liegt). Ein Sachbuch muss natürlich nicht vor Poesie glänzen, ein Mensch aber der den Krieg in sich trägt, wird Zeile für Zeile seine Machtphantasien zu Papier bringen, kalt und bar jeder Emphatie darin aufgehen. Ein Mensch, der den Frieden in sich trägt, lässt seine Emphatie auch in seinen Worten klingen. Ich bin z.B. durchaus der Meinung, dass Ghandi auch ein Geostratege war, aber voller Mitgefühl und wahrhaftig gelebter Menschlichkeit. So gefährlich war er für die Machtbewussten, dass sie ihn, einen Menschen voller Friedfertigkeit, umbringen ließen. Brzezinski hat im Sommer vergangenen Jahres dem polnischen Fernsehen ein längeres Interview gegeben, ich suche jetzt nicht nach der Quelle, solltest Du nicht fündig werden, liefere ich sie Dir nach. Das Interview ist mit deutschen Untertiteln, schau es Dir an, lies seine Worte und schau in das Gesicht dieses Mannes. Was Brzezinski betrifft, bin ich überzeugt, mindestens einen Psychopathen zu kennen. Nicht weit weg davon, kann auch Hillary Clinton sein, die sich wie ein kleines Kind vor laufender Kamera über den Tod von Gadaffi freute, auch das gibts als Video - sieht man das, ist man sprachlos.

Zitat
... Also als gäbe es konkrete Akteure, die diesen Prozess steuern und er nur deswegen so ist, wie er ist, weil es gewisse Akteursgruppen genau so wollen.


Oh ja, diese Akteursgruppen gibt es tatsächlich - und es sind nicht Wenige und es ist für das heutige Geschehen das Entscheidende! Ich stimme Dir trotzdem zu, dass Thema Medien nicht auf diesen Aspekt allein runterzubrechen. Auch Deinen immer wieder angebrachten Gedanken, aspektorientiert zu untersuchen finde ich sehr gut. Dem Thema Medien habe ich mich inzwischen auch (fast exzessiv) gewidmet, hier kann ich bestimmt auch noch was beitragen. Es gilt für mich außerdem das Gleiche wie für Politiker, was bringt es, eine Golinea Atai zu verteufeln, wenn sie Tag für Tag gegen Russland hetzt, es sich aber in ihrem Kosmos - unter Gleichgesinnten - überhaupt nicht bewusst ist?
Achso, zu Medien habe ich doch - im weiteren Sinne - schon etwas verfasst:
Verschwoerungstheorien-Oder-Der-Umgang-Mit-Andersdenkenden
Hier gleich noch eine Rezension zum letzten Beitrag des (wohl nicht immer wirklich) kritischen TV-Magazins Zapp:
https://propagandaschau.wordpress.com/2015/03/06/ndr-medienmagazin-zapp-uber-den-nemzow-mord-in-russischen-medien/

Zitat
Auch wenn ich jetzt viel kritisiert habe, fande ich deinen Text dennoch...


Aber hallo, gerade deshalb finde ich Deine Bemerkungen so Klasse, auf genau so etwas habe ich gewartet. Deine Zeilen werde ich mir sicher noch mehrmals reinziehen. Schon weil auch die Zeit allein verschiedene Sichten gebiert ... ;-)
Und das Buch von Eckhart Tolle behalte ich mal im Hinterkopf, danke für den Tipp!

Das Thema Angst als Redebeitrag? Puh, ich bin ein wenig skeptisch, ob das ankommt. Vielleicht überzeugst Du mich ja noch :-)

Viele Grüße von Peter


 
ped43z
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zuletzt bearbeitet 07.03.2015 | Top

RE: Die Angst und der Krieg

#4 von Rolf zu Darben , 08.03.2015 13:40

Hey Peter, so viele ausführliche Beiträge wie du im Forum schreibst, kommt mensch ja gar nicht mit anworten hinterher :D

Leider komm ich gerade nicht zu einer ausführlichen Antwort, viel zu tun...

Aber möchte dich trotzdem kurz ermuntern, am Montag etwas zum Thema Angst zu sagen. Ich glaube die Aspekte, die du gerade im ersten und dritten Teil deines Beitrags erklärt hast, können vielen helfen, die über die Angst an sich vielleicht noch nicht weiter nachgedacht haben. Angst vor Neuem, Verlustangst, Angst vor Verletzbarkeit etc. ... wer kennt das nicht? Ich denke das wäre sehr angebracht, aber fühle dich nicht bedrängt :D

Dazu kommt, dass am Montag vielleicht ein paar mehr Leute da sein werden da Lothar Häuptl von seiner Ukraine-Reise erzählt und da wäre es sehr schön, die MW mit guten Inhalten zu füllen.

Aber wie gesagt, will keinen Druck machen ;)

grüße!


Rolf zu Darben  
Rolf zu Darben
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zuletzt bearbeitet 08.03.2015 | Top

   

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