Spirituell juristische Betrachtung

#1 von Nathanael ( Gast ) , 24.08.2015 06:37

Ein herzliches Hallo an alle die folgende Zeilen lesen möchten.

Ich war hier im Forum noch nicht aktiv, verfolge aber seit Bestehen gelegentlich die Diskussionen. Oft sehr informativ für mich, aber ich fühlte mich nicht kompetent genug, mich in die Diskussionen einzubringen, oder die Themen tangieren mich nur minimal. Da ich im Grunde, im Bewusstsein meiner menschlichen Kernkompetenzen, auf der Suche nach den daraus resultierenden Lernthemen für mich bin, möchte ich jetzt einfach einige meiner Gedankengänge darlegen. Und schon an der Wahl meines Themas möchte ich verdeutlichen, dass ich in dieser Kombination von Spiritualität und Recht, einen durchaus gangbaren Lösungsansatz sehe, um nachhaltige, gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken.

Natürlich ist mir sehr bewusst, dass gerade die ganze Thematik Spiritualität für viele Menschen ein schwieriges bis hin zu einem Nicht-Thema ist. Meiner Ansicht nach, ist und wird vielen Menschen der Zugang zu wahrhafter Spiritualität und Transzendenz, hier im Sinne vom Bewusstsein des Seins ohne dogmatische religiöse/ pseudoreligöse Paradigmen, schlicht verbaut oder der Lächerlichkeit preis gegeben. Von mir aus mag jeder darüber denken, wie er möchte und auch ich weiß, dass ich mich in der universellen Wahrheit verrennen kann, aber interessanter Weise verknüpfen sich für mich in den letzten Monaten immer mehr diese beiden Themen. Und witziger Weise geschieht es mir oft, dass eigentlich die Antwort klar ist, ich aber erst im Nachhinein durch Wissenserwerb, die Frage zu formulieren im Stande bin.

Meine Antwort heißt immer Mensch sein, nur ist es unter den momentanen Bedingungen nicht immer einfach für mich, die passende Frage im jeweiligen Kontext zu finden und es gleicht eine Puzzle, die einzelnen Fragmente zu finden und zusammenzufügen. Doch wer kennt das nicht? :)

Als konkretes und für jeden greifbares Beispiel nur mal kurz diese ein Frage: Wie geht Mensch sein und Zwangsbeitrag für öffentlich rechtlichen Rundfunk zahlen müssen zusammen?

Für mich war und ist diese Zwangsabgabe ein unmittelbares Thema, was im Grunde meine Lebensqualität einschränkt und ich immer mit massiven Eingriffen durch Staatsgewalt in meine Menschenrechte rechnen muss. Es ist ein spannendes Feld und ich finde dort konkrete Beweise für meine Hypothesen, sammele Erfahrungen und sehe darin auch ein Schlüssel für Änderung.

Aber ich möchte es vorerst lieber etwas allgemeiner, universeller betrachten. Und um Euch die Möglichkeit zu bieten, sich in meine Herangehensweise besser einzufühlen, empfehle ich Euch diese vier Minuten Zeit zu nehmen: Das Leben - Es kommt alles zurück in die Box

Und ehrlich gesagt finde ich, passt meine Antwort: Mensch sein. ziemlich gut auf die letzte Frage: Was zählt? Ich hoffe so kann ich Euch bewusst machen, wie ich viele Dinge im Leben bewerte. Es ist eine Spiel und egal was ist, am Ende geht alles in die Box.

Nur ist eben die entscheidende Frage, welche Spielregeln zur Anwendung kommen. Und eben genau an diesem Punkt möchte ich ansetzten. Wenn ich mir vergegenwärtige, dass unsere Gesellschaft nach gewissen Regeln funktioniert, liegt für mich der Schluss nahe, möglichst gut die Spielregeln zu beherrschen. Also muss ich zu erst einmal wissen, was die Spielregeln sind?

Die Antwort scheint relativ einfach. Menschenrechte, Grundgesetz, BGB, ZPO, StPO usw. Der logische Schluss, um im "Spiel des Lebens" zu bestehen: Auseinandersetzung mit den Spielregeln. Doch sehr schnell und all zu oft merke ich, dass da irgendetwas nicht stimmt, sicher ich bin nur Laie, aber mein Kopf, mein Bauch und mein Herz spornen mich nur an, weiter zu fragen. Denn scheinbar kenne ich die allgemein gültigen Regeln, aber irgendwie halten sich manche Mitspieler nicht daran oder ändern die Spielregeln während des Spiels. Und die Bedeutung von de jure und de facto manifestiert sich für mich in der Realität. Jeder der etwas recherchiert und darüber nachdenkt, findet selbst Beispiele für die Dissonanz von Gesetzen und gelebten Recht, egal ob global oder regional.

Da ich diese Dissonanz schon lange wahrnehme, betreibe ich also Ursachenforschung und entwerfe eine IST Analyse. Und diese Suche führte mich zu einem sehr zentralen Punkt: Der Sprache. Denn hier sehe ich eine fundamentale und grundlegende Ursache für die ganze Verwirrung. Denn die Sprache als eine Möglichkeit, verbindet das Individuum mit dem Kollektiv und letztlich sind alle Gesetze nichts anderes als Sprache. Da ich viele Gesetzestexte gelesen habe, scheinbar die Bedeutung der Spielregeln verstanden habe, muss die Wurzel der Dissonanz irgendwo anders zu finden sein. Also habe ich mir zwei weitere Hilfsmittel zur Hand genommen, um der Sache weiter auf der Grund zu gehen.

1. Den Duden
2. Das juristische Wörterbuch

Um zielführende Gedanken entwickeln zu können, habe ich eine Grundfrage formuliert: "Habe ich die Spielregeln wirklich verstanden?"

und die dazu gehörige Hypothese aufgestellt: "Wahrscheinlich nicht, denn ich kenne zwar scheinbar die Bedeutung der Worte (aus den Spielregeln) durch meine Muttersprache, aber vielleicht haben diese Worte innerhalb des Spieles eine ganz andere Bedeutung? Ein gutes Beispiel ist hier "die Straße". Denn wer beim Poker Teer und Autos sucht, der ist irgendwie auf einer anderen Ebene. Also könnte es sich doch im Grunde beim "Spiel des Lebens" um eine ähnlich gelagerte Problematik handel?"

Also betreibe ich etwas allgemeine Linguistik und befasse mich mit der Bedeutung von Worten und Wortbestandteilen wie Vorsilben oder Endungen.


Was macht eine Endung (Suffix) mit einem Wort?

Nehmen wir die Endung -chen

Ball - Bällchen, Fuß- Füßchen, Haus- Häuschen ...
Diese Endung verniedlicht und verharmlos Dinge. "Mein Hündchen hat ein Häufchen auf deinen Teppich gemacht" Funktioniert auch mit -lein ;)

oder die Endung -ung

Heizung, Prüfung, Rechnung, Lösung ...
Diese deutet auf ein Zentrum hin, wo etwas geschieht.

Was macht eine Vorsilbe (Präfix) mit einem Wort?

Nehmen wir die Vorsilbe er-

erfahren, erraten, erkennen ...
Dies deutet darauf hin, dass etwas mit einem selbst passiert ist oder es einen selbst betrifft, also im Inneren stattfindet.

oder die Vorsilbe be-

befahren, beraten, bekennen ....
Jetzt geschieht etwas im Äußeren, demnach muss etwas vorhanden sein um be- zu benutzen

oder auch die Vorsilbe ver-

verbieten, verloren, vergessen ...
Hier wird etwas Falsche, eine Unordnung oder Verlust angezeigt.

Dies war nur ein kleiner Ausschnitt eines sehr weiten Feldes, soll aber verdeutlichen, dass mit diesem Wissen viele der Worte eine ganz andere Bedeutung haben, als man vielleicht annimmt. Also liegt die Vermutung nahe, dass die Sprache im Grunde ziemlich präzise ist, aber den meisten Menschen der wahrhafte Sinn nicht in der Gänze bewusst ist.

Denn mal ganz ehrlich, wenn im politisch gesellschaftlichen Kontext eine Verfassung oder eine Verordnung als etwas sinnvolles angesehen wird, ohne die wirkliche Bedeutung der Worte zu begreifen, dann ist doch im Grunde nur eine logische Konsequenz, dass wir uns als Kollektiv ohne Kenntnis der wirklichen Bedeutungen von Worten / Wortbestandteilen oft nur verstehen. Eine bessere Möglichkeit wäre doch das Gesprochene zu be- bzw. zu ergreifen. Diese Formulierung klingt im ersten Moment komisch, zeigt aber im Grunde die wahrhafte Bedeutung der Worte auf und verdeutlicht die individuelle Handlungsebene.

Also hat die Lösung mit jedem Individuum selbst zu tun und es bieten sich mehrer Möglichkeiten mit den momentanen Rahmenbedingungen umzugehen. Entweder man akzeptiert die Spielregeln, ohne denn wirklichen Sinn verstehen zu wollen / können oder man partizipiert sogar von ihnen. Man kann auch die Spielregeln akzeptieren und versuchen diese innerhalb der Regeln zu ändern. Möglich wäre aber auch zu versuchen, den Spieltisch ohne großen Schaden zu verlassen. Vielleicht fallen Euch noch andere Varianten ein? Aber aus Ermangelung von Alternativen sehe ich im Moment als effektive Möglichkeit nur das Verlassen des Spieltisches als sinn- und friedvoll an.

Denn wenn ich nun dieses Wissen um die Sprache und mein zweites Hilfsmittel, das juristische Wörterbuch zur Hilfe nehme, dann werden mir viele Dinge klar. Ich erkenne immer mehr die Mechanismen der Täuschung innerhalb des Rechtes, die mit Hilfe der Sprache stattfindet. Und ehrlich gesagt bin ich über diese Enttäuschung nicht traurig. Doch natürlich weiß ich aber, dass meine Arbeitshypothese in einigen Punkten sehr gewagt ist. Möchte es aber dennoch anhand von folgenden vermeintlichen Fakten, meine einigen Gedanken und Sichtweisen dazu äußern.

Fakten / Aussagen

Wir leben in der Bundesrepublik Deutschland, einem souveränen Rechts- und Sozialstaat. Nach Drei Elemente Theorie besteht ein Staat aus Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt. In der höchsten Spielregel, dem Grundgesetz, was sich nach oben den Menschenrechten unterwirft und nach unten alle anderen Gesetze, Verordnungen usw. einen Geltungsbereich gibt, werden diese drei Elemente definiert und reglementiert. Das politische System nennt sich parlamentarische Demokratie und das Volk kann politisch durch Wahlen partizipieren. Die Staatsgewalt ist dreigeteilt und soll dem Souverän innerhalb des Staates (Staatsbürger) dienen. Alle staatlichen Behörden haben die Amtssprache Deutsch.

Das sind nur einige wenige Aussagen, aber hinter jeder einzelnen verbirgt sich eine ganz eigne juristische Welt und es bedarf einiger Mühe und Zeit, sich jedem Teilstück zu widmen. Und eine Barriere für die Auseinandersetzung mit diesen Dingen ist oft das Vorurteil, dass man mindestens studiert sein muss, um die Thematik wirklich zu verstehen! Ich für meinen Teil habe dieses Vorurteil über Bord geworfen und behalte mir vor, meinem gesunden Menschenverstand, meinem Bauchgefühl und auf mein Herz zu lauschen. Und meine Erfahrungen im Umgang mit diesem Rechtssystem zeigen mir, dass meine Gedanken und Erkenntnisse oft gar nicht so abwegig sind, auch wenn sie in vielerlei Sicht ein Paradigmenwechsel bedeutet.

Aber um jetzt den Gedankenkreis vorerst zu schließen und konkrete Handlungsschritte anzudeuten, möchte ich doch noch einmal kurz den Beitragsservice als handfestes Beispiel heranziehen. Denn für mich war dieses Thema der erzwungene Einstieg in die Juristerei und erstaunlicher Weise vermeine ich nun einen Handlungsansatz für jeden Menschen zu erkennen. Für mich ist der Knoten aufgegangen und lässt unglaubliche Schlussfolgerungen auf andere Bereiche zu. Aber erst eine kleine Geschichte:

Herr Nathanael geht nur 20 Stunden in der Woche arbeiten, da er weiß, dass die einzige Währung Lebenszeit ist und er so wenig wie möglich Arbeiten will, schon alleine weil die heutigen Jobs nichts mit Berufung zu tun haben. Das Geld was er bekommt reicht ihm im Grunde, denn seine Lebenskosten sind bezahlt und er ist durchaus zufrieden mit dem was er hat. Auch ist er glücklich dort zu leben, wo er geboren ist, er fühlt sich verbunden mit der Kultur, der Sprache, die Art zu Leben. Auf einmal kommt eine vermeintliche Behörde für Rundfunkbeitrag und möchte von seinem wenigen Geld auch noch etwas abhaben. Herr Nathanael, generell ein sozialer und hilfsbereiter Mensch, lebt aber selbst unterhalb des definierten Existenzminimums und nutzt auch nicht den angebotenen Service, denn er ist im Prinzip ein konditionierter Nichtfernsehr, wofür er seinen Eltern sehr dankbar ist. Also schreibt Herr Nathanael dieser vermeintlichen Behörde:

"Liebe Behörde, ich habe keinen Fernsehapparat und weshalb soll ich also zahlen? Außerdem können Sie in beigefügtem Lohnzettel mein monatliches Einkommen einsehen und da Sie obendrauf stehen haben sozial gerechter Rundfunkbeitrag, da dachte ich, wir finden vielleicht eine Härtefallregel oder so? mfG Herr Nathanael"

"Sehr geehrter Herr Nathanael, weil wir einen Staatsvertrag haben und Sie unabhängig vom Empfangsgerät bezahlen müssen und Ihr Fall nicht in die Regelung für Beitragsbefreiung fallen. mfG die Behörde" so die Antwort.

Was sollte Herr Nathanael tun? Soll er den Beitrag zahlen und sich mit der Antwort zufrieden geben? Aber dann müsste er noch viel mehr mit dem Geld haushalten, oder gar mehr arbeiten? Nein, dann lieber etwas mit der Thematik befassen, ein paar Bücher lesen, im Internet recherchieren, Redebeiträge hören, eigene Erfahrungen sammeln. Also beginnt er sich diese Behörde mal anzusehen und siehe da, das ist ja gar keine Behörde. Der Beitragsservice ist eine Firma die ganz dem deutschen Prinzip der Genauigkeit folgt. Denn nun findet Herr Nathanael den Beweis auf der Internetseite der Firma Beitragsservice selbst, denn dort kann er im Impressum die Umsatzsteuernummer finden. Auch im internationalen Firmenregister upik.de findet er eine passende D-U-N-S Nummer mit der korrekten Postanschrift und Nennung des Geschäftsführers.

Interessant, denkt sich da Herr Nathanael. Der Entschluss nicht zu zahlen wächst genau wie das Gefühl, dass hier irgendeine krumme Sache am laufen ist. Die Schreiben des Beitragsservice gehen unvermindert weiter, der ausstehende Beitrag wächst ständig weiter. Nach der Auseinandersetzung mit den Themen Gesetze im allgemeinen und Vertragsrecht im speziellen, unternimmt Herr Nathanael einen neuen Versuch mit der Firma, da er im Grunde gerne eine Zwangsvollstreckung vermeiden möchte und auch durchaus das Recht auf seiner Seite wähnt. Also schreibt er wieder.

"Liebe Firma,
ich habe keinen Fernsehapparat und ich möchte auch keinen Beitrag zahlen. Außerdem argumentieren Sie mit dem Staatsvertrag, also muss es sich um eine Vertrag handeln. Bitte weisen Sie mir nach, dass ich diesen Vertrag unterschrieben habe. Da dies nicht der Fall sein kann, denn ich habe nicht meinen Willen durch Unterschrift bekundet, mache ich § 138 BGB geltend und danke für Ihr Verständnis. mfG Herr Nathanael"

Die Antwort: lange Zeit gar nichts. Herr Nathanael war zwar nicht untätig, aber dachte schon, er habe es geschafft. Dann nach über eine halben Jahr.

"Sehr geehrter Herr Nathanael, weil wir einen Staatsvertrag haben und Sie zahlen müssen, sollten Sie das Beitragskonto ausgleichen, um so weitere Konsequenzen wie Kontopfändung zu vermeiden.Termin ist der Tag xy! mfG die Behörde."

Was nun denkt Herr Nathanael? Doch aufgeben und zahlen? Kontopfändung sind nicht schön und ein konkretes Problem . Doch siehe da, andere ähnlich gestrickte Menschen haben eine Gerichtsurteil erwirkt, welches sinngemäß sagt, dass ein Gerichtsvollzieher nur mit einem formell korrekten Pfändungsauftrag, der durch einen Richter unter Nennung der Behörde gemäß in BGB § 126 unterschrieben ist, eine Pfändung vollstrecken darf. Und wie die Erfahrungen zeigen, kommen die Gerichtsvollzieher bei Fällen der Firma Beitragsservice immer nur mit nicht formell korrekten Vollstreckungstiteln. Nur wissen es die armen Gerichtsvollzieher und andere Personen oft nicht. Aber Herr Nathanael möchte nun erst recht nicht aufgeben. Also ein erneuter Versuch.

"Liebe Firma (hier hat Herr Nathanael die D-U-N-S Nummer und alle anderen upik Daten der Firma dazu geschrieben und auch noch sein eigens Aktenzeichen vergeben, um spätere Beweisführung seinerseits zu vereinfachen),

nach rechtlicher Würdigung des Absenders Ihres Schreibens habe ich als sittliches, geistiges und vernunftbegabtes Wesen dies als Vertragsangebot erkannt und sende Ihnen zu meiner Entlastung Ihr Schreiben zurück. Anbei übersende ich Ihnen vorsorglich meine AGBs, für den Fall sollte dieser Vertrag zustande kommen.
Ich akzeptiere den Vertrag und werde den Beitrag zahlen, wenn Sie mir in schriftlicher, justiziabler Form eine Legitimation ihrer Behörde und deren Entität, unter Benennung der konkreten Gesetze, erbringen. Hierfür räume ich Ihnen die handelsübliche Frist plus Postlaufzeit ein. Sollte dies nicht erfolgen, gehe ich davon aus, dass sie selbst privat- und vertragsrechtlich als Unternehmen handeln und arbeiten. Dieser Schluss liegt nahe, da Sie und Ihre Entitäten im internationalen Handelsregistern als gewerbliche Firma gelistet sind.
Nutzen Sie nicht die Frist um die geforderten Beweise zu erbringen, gehe ich davon aus, dass diese eine unwiderrufliche und absolute Zustimmung zu oben genannten Tatsachen und Annahmen ist und Sie die daraus resultierenden Konsequenzen tragen.
1. als unwiderrufliche und absolute Zustimmung zu einem privatem und kommerziellen Pfandrecht laut meine AGBs unter Berücksichtigung des § 823 BGB
2. als unwiderrufliche und absolute Zustimmung zur Publikation dieser Notizen in einem von mir frei wählbaren internationalen Schuldnerverzeichnis und zur Veröffentlichung in den freien Medien.
3. als Ihren unwiderruflichen und absoluten Verzicht auf jegliche rechtliche und anderweitigen Mittel.
Alle Verträge, die eventuell versehentlich und unter Täuschung im Rechtsverkehr Ihrerseits und konkludentem Handeln meinerseits zustande gekommen sind (z.B.: Annahme von Steuernummern oder Akten- und Geschäftszeichen, Beitragskonten) werden hiermit ausdrücklich widerrufen und gekündigt. Ich mache vorsorglich § 119 BGB geltend. mfG der Mensch

Anlage: AGBs Mensch"

Zu den erwähnten AGBs vorerst nur so viel, hier sind die Vertragsbedingungen von Nathanael geregelt und ermöglichen ihn bei Vertragsabschluss, seine Bedingungen geltend zu machen und als Beweismaterial für ein internationales Handelsgericht zu benutzen, um einen vollstreckbaren Titel (mit korrekter richterlicher Unterschrift) eine Zwangsvollstreckung gegen private/natürliche Personen zu erwirken. Doch dumm ist nur, dass hinter einer privaten/natürlichen Person ein Menschenleben, eine Existenz steckt. Und die Menschen, die man niemals als juristische Person erwischen wird, da diese Menschen genau verstehen was Artikel 3 GG wirklich bedeutet, alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Im selben Artikel ist auch von Personen die Rede. Nathanael selbst erkennt nun die Spielregeln der durchtriebenen Menschen und hat das Gefühl sie sich vom Leib zu halten zu können. Denn der Beitragsservice hat seit nun wieder Monaten weder Briefe geschickt, noch einen Gerichtsvollzieher vorbei gesendet. Und dies trotz konkreter Terminsetzung. Sollte es ihm wirklich gelungen sein, diese juristisch erzeugte Person in einem abstrusen Rechtssystem aus der Affäre gezogen zu haben ohne wirklich unbegründet zur Kasse gebeten worden zu sein?

So wirklich sicher ist sich Nathanael, der sich nun nur noch Nathanael nennt, weil er sich als Mensch erfreit hat. Wohin ihn die Reise führt? Keine Ahnung, er weiß nur, die Typen bekommen keine Unterschrift von ihm und er jagt die ihre. Wenn er eines Tages, wider erwarten einen fetten Brocken an der Angel hat, dann wird es ihm eine Genuss sein, diese greifbare und beweisbare juristische Person und all deren Privatvermögen Zugunsten des OPPT zwangsvollstrecken zu lassen.

Soweit meine kleine Geschichte.

Nun würde ich abschließend gerne wissen, ob jemand von Euch sich mit Themen wie universellem Recht, Naturrecht, Völkerrecht, Menschenrecht, Handelsrecht, Grundgesetz, BGB, ZPO usw. auskennt? Hat von Euch jemand eines dieser Bücher gelesen und kennt demnach die gesetzlichen Grundlagen genauer? Im Grunde halten ich Euch an, meine Hypothese zu demontieren und meine aufgeworfenen Fragen zu egalisieren. Denn ich würde gerne etwas Feedback haben, auch Fragen oder Kritik, denn meine subjektive Wahrnehmung lässt den Schluss zu, dass der wahrhafte Mensch nur dem universellem und dem Naturrecht unterworfen ist. Wenn ich ein geistlich sittliches Wesen bin, so bedarf ich keinem Gesetz. Denn wenn die oberste Maxime gesunder Menschenverstand und die Ethik von angstfreier Liebe und Selbstliebe ist, werde ich nichts tun, was meinen Mitmenschen oder der Natur schadet, dann sind wirklich alle Menschen vor dem Gesetz gleich. Und im Grunde benötigen nur Personen Gesetze. Also wünsche ich mir, dass sich viele, viele Menschen von ihren juristischen Personen erfreien. Denn ich sehe durchaus eine reale Möglichkeit dem System mit seinen Werkzeugen auf gewissen Ebenen den Lebenssaft Geld zu entziehen, einfach in dem jeder Einzelne Mensch seine juristische Person abmeldet und beim Erreichen der kritischen Masse diese Staatssimulation BRD und sämtliche AGBs die Hufe hochreißt.

Ich weiß, dass war viel Tobak und steile Thesen, aber ich hoffe ein Mensch fühlt sich angesprochen und könnte sich vorstellen, mir seine Sicht der Dinge zu schildern?

Herzliche Grüße Nathanael

Nathanael

RE: Spirituell juristische Betrachtung

#2 von Rolf zu Darben , 02.09.2015 15:58

Wollte nur mal sagen, dass ich den Artikel schon gelesen habe. Bin bisher noch nicht dazu gekommen, Gedanken dazu zu formulieren. Aber nicht, dass du denkst keiner liests lieber Nathanael :) Freut mich, dass du hier schreibst!

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RE: Spirituell juristische Betrachtung

#3 von ped43z , 02.09.2015 18:11

Zitat
Das Leben - Es kommt alles zurück in die Box



Und der Gierige, weil Ängstliche, erkennt vielleicht, wenn er irgendwann die Spitze der Hierarchie erklommen hat, wenn es nichts mehr gibt, an dem er sich bereichern kann, wenn er zum Mittelpunkt der Macht gestiegen ist, das dies ein Punkt ist, ein Nichts. Wenn er Glück hat, denn er ist dann der eigentlich einsamste und unglücklichste Mensch auf Erden, weil die Einsamen niemals glücklich sein können, wenn er also Glück hat, erkennt er, dass er einer unmenschlichen Vision nachjagte. Und dieses Jagen war Flucht, Flucht vor dem ich, vor dem Menschsein, Angst in die eigene Seele zu schauen und sich als fehlbares Wesen, eben MENSCH zu erkennen.

Als John Forbes Nash Jr., einer der genialsten Mathematiker seiner Zeit und Entwickler DER Spieletheorie (Nash-Equilibrium), die dem Neoliberalismus Pate stand, von seiner Krankheit genesen war, erkannte er das unmenschliche des Spiels, dass neben einem (aus Diktion des Spiels) Sieger nur Verlierer kennt und wandte sich von der Theorie ab. Doch seine Spieletheorie hatte die Welt gewonnen und der Thatcherismus hielt gerade in GB Einzug. Die Krankheit, die Ende der 50iger Jahre des 20.Jahr. bei ihm offen ausbrach: Paranoide Schizophrenie.

Sprache ist auf jeden Fall ein ganz wichtiges Schlüsselthema, es ist kommuniziertes Denken und über Sprache kommuniziert unser Unterbewusstes, bevor das Bewusste sie ergreifen kann. Wer Sprache begreift, kann Wahrheit besser erkennen, als Jener der sie nur unreflektiert nutzt.

Danke für Deine wirklich sehr interessanten Gedanken
Herzlich
Peter


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RE: Spirituell juristische Betrachtung

#4 von Nathanael , 03.09.2015 07:35

Besten Dank für Eure Antworten und Reaktionen. Auch möchte ich gerne sagen, dass ich oft beeindruckt bin, von den Dingen die Ihr im Forum schreibt. Es berührt mich im Herzen, wenn ich Worte lese die eine unglaubliche Gedankentiefe zeigen, Worte die Gefühle und Emotionen für mich bei Lesen spürbar machen. Einige Dialoge haben auch mein Gedankenwelt erweitert und mir geholfen andere Blickwinkel einzunehmen, gerade wenn ich meine eigenen Ansichten in Frage stellen musste. Sehr wertvoll.

Schon seit jungen Jahren habe ich ein Problem damit, eine Meinung haben zu müssen. Sehr suspekt sind mir Menschen, die immer auf eine Meinung drängen, die im Grunde schon eine Antwort implementiert. Im Umkehrschluss bedeutet es nicht, dass ich keine Meinung habe. Ich selbst nehme Meinungsbildung sehr ernst und nicht die Meinung sondern die Bildung ist der Schlüssel. Und dort ist ein Knackpunkt, wo ein Individuum an Grenzen stößt. Ich denke oft, dass es so viele wichtige Themen gibt, mit denen es sich lohnt zu beschäftigen und gedanklich zu erschließen, dass ich gar nicht genug Lebenszeit habe es zu schaffen. Aber wenn ich dann runterkomme, werde ich gewahr, dass das Leben immer ein Kommen und Gehen ist und muss lachen. Was ich damit sagen möchte, ich selbst habe oft keine Meinung zu irgendwelchen Themen, obwohl es vielleicht sogar wichtig wäre. Dann bin ich froh, wenn ich authentischen Menschen begegne, Schwestern und Brüder im Geiste. Denn oft ist es schwer für mich, dieser Deutungshoheit von Meinung gegenüberzustehen und habe das Gefühl mein Kopf platzt vor Informationen. Dann tut es gut zu realisieren, dass andere Menschen ähnlich die Welt wahrnehmen und mir durch ihre Kompetenzen Sicherheit geben. Und wenn daraus ein Geben und Nehmen wird, ist es doch etwas wunderbares, etwas bereicherndes.

Deshalb ist mein Anliegen, eben diese Thema anzusprechen, meinen Kenntnisstand zu teilen. Ich selbst bin etwas unstrukturiert und hoffe Ihr könnt mir irgendwie gedanklich folgen. Um zu verdeutlichen, dass die Sprache die "das Recht" formuliert sehr präzise ist, aber die wahrhafte Bedeutung verklärt oder nicht bekannt ist, möchte ich einige Worte und deren Definition aus dem juristischen Wörterbuch zitieren. Warum ich dies tue? Weil ich denke, dass dies eine wichtige Schnittstelle zwischen System und Mensch ist. Nur ist eben das Problem, dass die meisten Menschen ihrerseits als Mensch wahrgenommen werden möchten, dies auch so in allen Formen kommunizieren, aber eben das System streng genommen nur eine natürliche Person kennt. Nur ein Beispiel wäre, Eltern die ohne Geburtsurkunde Kindergeld beantragen wollen. Da kann das kleine göttliche Wesen noch so schreien, für die "Behörde" lebt diese Kind nicht. Erst mit einem Zettel, Unterschrift und Siegel anerkennt der Staat den Menschen. In mir erzeugt diese Tatsache Dissonanz, auch wenn es nur als Kleinigkeit erscheint und schnell abgetan wird. Doch meine These ist, dass in diesem Moment eine natürliche Person erzeugt wird, die für jeden einzelnen Menschen weitreichende Konsequenzen hat. Wer Gesetzte liest stellt fest, es wird von Menschen und Personen gesprochen, deshalb lohnt sich ein Blick ins Wörterbuch.

Person ‚ ist wer Träger von Rechten und Pflichten sein kann. Natürliche Person ist der Mensch und zwar von der Vollendung seiner Geburt bis zu seinem Tod.

Jetzt stellt sich die Frage, ob diese Definition auch den Umkehrschluss zulässt, dass der Mensch eine natürliche Person ist?

Mensch , ist das mit Verstand und Sprachvermögen begabte Lebewesen von seiner Geburt bis zu seinem Tod. Der Mensch steht im Mittelpunkt des von ihm gestalteten Rechts. Er hat bestimmte grundlegende Rechte gegenüber dem Staat.

Was sehr interessant ist, dass in dieser Definition von Lebewesen und nicht von Person die Rede ist. Auch hat der Mensch nicht Recht im, sondern gegenüber dem Staat. Bildlich gesprochen, Amsel ist Person und Vogel ist Mensch. Jede Amsel ist ein Vogel, aber ist auch jeder Vogel eine Amsel?

Nun kann durchaus der Gedanke aufkommen "Ich bin ja nicht die Person, ich bin der Mensch", an sich ein guter Gedanke, aber dummerweise ist es im Rechtssystem das Selbe. Die Person ist der Mensch und hier gibt es Probleme für die die Mensch sein wollen.

Menschenwürde , ist der innere und zugleich soziale Wertanspruch, der dem Menschen um seinetwillen zukommt. Die Menschenwürde besteht darin, dass der Mensch als geistig-sittliches Wesen von Natur darauf angelegt ist, in Freiheit und Selbstbewusstsein sich selbst zu bestimmen und in der Umwelt auszuwirken. Die Menschenwürde ist unantastbar. Daraus folgt, dass einerseits die Würde des Menschen nach der Verfassung der höchste Wert und damit der Mittelpunkt des Wertesystems ist und andererseits der Staat ausschließlich um des Menschen willen da ist und Verletzungen der Menschenwürde verhindern muss.

Der Mensch ist also ein geistig-sittliches Wesen, was frei und selbstbestimmt ist und der Rechtsstaat in seinem Sinne handelt und Schaden abwendet. Doch was ist Sittlichkeit?

Sittlichkeit , (Moral) ist die Gesamtheit der inneren auf die Gesinnung bezogenen Verhaltensnormen. Sittliches Verhalten ist das auf das Gute um seiner selbst willen gerichtete Verhalten. Die Ausrichtung am Gewissen und am Guten unterscheidet die Sittlichkeit vom Recht. In Konfliktlagen zwischen Recht und Sittlichkeit verlangt das Recht grundsätzlich Rechtsgehorsam, berücksichtigt aber die Anforderungen der Sittlichkeit durch Milderung der Rechtsfolge des Rechtsbruchs.

Wie bitte? Hier wird nach Sittlichkeit und Recht unterschieden! Ich weiß ja nicht wie Ihr darüber denkt, aber für mich lassen diese Tatsachen den Schluss zu, dass Gesetze im Grunde nur für Personen gemacht sind, die gegen die Sittlichkeit verstoßen und so gesehen auch sinnvoll sind. Aber wenn nun alle Menschen schon generell als Person betrachtet, letztendlich nur so vom System wahrgenommen werden, wo ist da der Mensch geblieben? Ist es dann verwunderlich, dass vermeintlich Menschen im System irgendwie nie wirklich Recht bekommen? Und wie viel Rechtsstaat im Sinne der Definition steckten denn überhaupt dahinter? Der Rechtsstaat kann sich folglich gar nicht am Gewissen und am Guten ausrichten und steht somit der geistigen Sittlichkeit per Definitionem tatsächlich gegenüber.

Rechtsstaat, ist der auf die Verwirklichung von Recht ausgerichtete Staat.

Sehr interessant wird es, wenn man mit dieser Differenzierung dann deutsche Gesetzte liest. Und Artikel 3 Absatz 1 Grundgesetz. "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich." bekommt dann eine ganz andere Bedeutung. Denn Menschen werden nicht gegen die Sittlichkeit verstoßen, kommen also mit Recht nicht in Konflikt. Meiner Interpretation nach steht der Mensch vor / über dem Gesetz. Doch wie passen der gute, humanistische Grundgedanke des Grundgesetz, mit der momentanen Realität zusammen? Vor allem wenn ich das Gefühl habe, dass ich meistens mit Recht zu tun habe, wenn irgendjemand von mir Geld haben möchte, oder auch umgekehrt. Was mich aber stutzig machte, wenn ich was haben wollte, dann musste ich immer unterschreiben. Wenn ich was geben sollte, dann war es immer maschinell erstellt und ohne Unterschrift gültig. Und Unterschrift heißt immer natürliche Person. Und jetzt überlegt mal, wo wir alles so unterschreiben oder im Gegenzug ohne Unterschrift Forderungen akzeptieren.

Für mein Empfinden leben wir in einer Fiktion, die sich aber im Glauben der Menschen an diese in der Realität als Wahrheit manifestiert.

Fiktion , (Erdichtung) ist der Rechtssatz, der eine in Wahrheit nicht bestehende Tatsache als bestehend behandelt. Die Fiktion kann im Gegensatz zur Vermutung nicht durch Gegenbeweis entkräftet werden.

Etwas philophisch betrachtet ist Recht generell eine Fiktion, da durch Menschen erdacht. Was an sich betracht hilfreich ist, um Zusammenleben zu erleichtern, aber meiner Ansicht nach durch verschiedene Komponente auf perfide Weise pervertiert angewandt wird. Und hier kommt eben auch die spirituelle Dimension mit ins Spiel. Wenn ein Mensch für sich wirklich be- richtiger ist, ergriffen hat, was es wahrhaftig bedeutet Mensch zu sein, dann gibt es kein Menschenrecht, denn sie gelten in jedem einzelnen Herz. Das ist für mich die Definition für Naturrecht. Doch wie kann es uns gelingen, diese momentane Situation zu transzendieren? Was bedarf es Menschen dazu zu bewegen, sich wahrhaftigeren Fragen zu stellen, als die Farbe des Auto, wer deutscher Meister wird oder das nächste Urlaubsziel. Oder wie erreicht man Menschen die materiell am Absaufen sind und dies wie auch immer kompensieren? Sicher, dass sind Klischees, aber umsonst sind sie keine, auch wenn ich für diese Menschen Mitgefühl habe, denn im Grunde bin ich einer von ihnen. Doch das bringt uns dem nicht näher, was uns wirklich verbindet und den Knoten löst.

Im Herzen trage ich das Gefühl, dass vieles in Unordnung gebracht ist und doch dem Anschein nach Ordnung heißt. Ich bin froh, wenn ich meine Fassung erlange, da trägt eine Ver- fassung nicht gerade konstruktiv bei, diese wahrhaft zu leben. Ordnung durch Ver- ordnung? Recht ist Ge- setz? Wie auch immer, ich denke es ist an der Zeit bestimmte Denkmuster und Fiktionen abzustreifen. Aber es ist jedem seine eigene Entscheidung an was er glaubt. Die gefährlichste aller Religionen...

Ich freue mich, wenn ich Euch etwas zum Nachdenken bekomme und Ihr Euch meine Gedankenwelt ein wenig erschließen könnt. Denn mittelfristig würde ich gerne mit Euch über reale Möglichkeiten des Mensch sein austauschen. Sowohl juristisch als auch spirituell. Auch würde ich gerne von Euch wissen, ob jemand von Euch etwas von OPPT gehört hat und wenn ja, was Ihr darüber denkt. So weit.

Herzliche Grüße
Nathanael

 
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RE: Spirituell juristische Betrachtung

#5 von ped43z , 04.09.2015 09:41

Hi Nathanael,

was Dein Vorgehen gegenüber der Eintreibung der GEZ angeht - schreib doch mal Herrn Kretschmann!
http://www.rundfunkbeitrag.blogspot.de/2015/08/im-namen-des-volkes-urteil-in-der.html

VG von Peter


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RE: Spirituell juristische Betrachtung

#6 von Daniel , 06.09.2015 12:17

Hallo lieber Nathanael,

vielen Dank für deine Gedanken. Ich hatte das Gefühl, schneller lesen können zu wollen! :)

Ich habe mich durch ehrenamtliche soziale Arbeit, ein angerissenes Philosophie- und Politikwissenschaftsstudium und familiär bedingt politischen Interesses häufiger mit Recht und Moral befasst. Aber Gerechtigkeit habe ich da nicht finden können. Weder im Grundgesetz noch in den Geboten Moses. Meiner Erfahrung nach sind es immer Einzelfallentscheidungen, die einen gerechten Umgang mit einer bestehnden Situation ermöglichen. Frei nach Einstein: "Alles ist relativ." Absolute Aussagen (Gebote, Gesetze) zielen immer vorbei, denn ihnen fehlt die Relation.

Ich habe etwas gefunden, dass mir in jeder Sekunde, in jedem Moment, jeder Situation den individuell (also relativ) gerechten Weg aufzeigt. Es war schon immer da und die meisten kennen es... das Gewissen. Seit jeher brauche ich Gesetze, Grenzen, nationale Bezüge und ähnliches nicht mehr. Es lenkt nur ab und darauf zielt es meiner Meinung nach sogar ab.

Als ich mich von diesen gesellschaftlich herrschenden absoluten Bezügen lossagen wollte, bin ich dann an das Menschenrecht gestoßen:

Ich begab mich auf das Einwohnermeldeamt um meinen Personalausweis abzugeben. "Ich möchte kein Bürger mehr sein, nur noch Mensch. Für diese Gesellschaft kann ich nicht mehr bürgen." Daraufhin machte mich die überraschend verständnisvolle und aufgeschlossene Mitarbeiterin darauf aufmerksam, dass das laut Menschenrecht leider nicht möglich ist. Es darf wohl keiner in die Staatenlosigkeit geraten. Ich müsste eine andere Staatsbürgerschaft annehmen. Nur dann.
Ich hatte erkannt, dass ich mich beugen soll. Wem ist eigentlich egal, hauptsache beugen. Doch das will und werde ich nicht!

Seit dem unterlasse ich sämtliche Zahlungen an die Gemeinschaft, insofern es mir möglich ist (an der Mehrwertsteuer komm ich nicht vorbei). Ich erwarte keine Leistungen durch den Staat, er brauch sich keine von mir erwarten. Keine Steuererklärung, keine Sozialversicherungsbeiträge, keinen Rundfunkbeitrag, keine Krankenversicherungsbeiträge(, denn ich weiß wo das Geld hinfließt, geh sowieso nicht zu Brunnenvergiftern und möchte es nicht bezahlen müssen, das andere das tun.)

Nächste Erfahrung: Im so demokratischen Deutschland von heute gibt es keine politischen Gefangenen. Raus aus der Personalie kommst du ja nicht und wenn du Zahlungen einstellst, warum auch immer, ist das ein Kapitaldelikt oder ähnliches. Kein politischer Gefangener seit der Wende. Clever!

Ich möchte mich nochmal bei Dir lieber Nathanael für deine Anregung bedanken und lege Dir folgende Literatur ans Herz, so du sie noch nicht kennen solltest: "Vom Ungehorsam gegen den Staat" von Henry David Thoreau

Beste Grüße
Daniel

 
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RE: Spirituell juristische Betrachtung

#7 von Nathanael , 06.09.2015 22:36

Lieber Daniel,

besten Dank für Deine warmen Worte und Gedanken. Du hast mir Gedanken bei Dir beschrieben, die mich auch antreiben, bestimmte Dinge zu hinterfragen. Und so wie alle hier neigst Du auch dazu, Dinge dann nicht nur gedanklich in Frage zu stellen, sonder einen Schritt weiter zu gehen, um so das neu entworfene Gedankenkonstrukt auf Wahrhaftigkeit zu überprüfen.

Da Du davon geschrieben hast, dass Du versucht hast Deinen Personalausweis abzugeben, lässt mich erahnen, dass Du Dich also auch mit dem Thema Staatsangehörigkeit befasst hast. Ein sehr vermintes und schweres Thema. Auch wenn ich selbst noch nicht richtig fassen kann, habe ich das Gefühl, dass dieses Thema ziemlich wichtig ist. Mir selbst geht es dabei nicht um die Frage von Zugehörigkeit zu einem Staat, sonder eher um den Mechanismus wie solche Prozesse ablaufen. Grob gesagt, wie geht es dass auf Grundlage eines von Menschen erschaffenen "Rechtssystem", dann Konsequenzen für ein Individuum entstehen, die eigentlich dem übergeordnetem "Rechtssystem" entgegenstehen und dann zu allem Überfluss noch durch das Individuum selbst legitimiert werden.

In der heutigen Zeit gibt es nun mal noch Nationalstaaten und egal wie jeder darüber denkt, aber ich glaube nur über eine Transformation des Nationalstaates werden wir nachhaltige Veränderungen im globalen Kontext erleben. Nun könnte jemand dagegenhalten, dass die EU ja im Grunde genau das sein soll, was ich beschreibe. Auch könnte dieser jemand dann behaupten, dies ist auch eine Art NWO was ich fordere. Im Grunde muss ich dann beide Behauptungen bejahen, denn es geht um eine Neuordnung der Welt und die EU ist eine Projekt um Nationalstaaten abzuschaffen. Doch ist eben die Frage, wie findet diese Transformation statt? Was liegt diesem Prozess zu Grunde und welche Interessen spielen da mit rein? Und da ich nun mittlerweile auch schon straff auf die 40 zugehe, hatte ich durchaus Gelegenheit, als Zeitzeuge einigen Ereignissen beizuwohnen, die in mir viele Fragen aufkeimen lassen.

Was ich sehr schön finde und als verbindend wahrnehme, dass Du von Deiner "Entdeckung" des Gewissens sprichst. Denn in meiner Wahrnehmung ist dies ein wichtiger Schlüssel für einen Menschen. Und was aus meiner Sicht ein riesen Problem ist, dass die meisten nicht zwischen Moral und Gewissen differenzieren. Schon wenn man aus entwicklungspsychologischer Sicht das Thema Moral beleuchtet, dann sieht jeder denkende Mensch, dass Moral nur etwas von Außen ist. Gewissen dagegen entspringt dem Individuum selbst, es ist etwas Inneres. Um es bildlich zu machen, wenn ich als Europäer zu einem Naturvolk gehe, die dort in ihrere Moralvostellung es als normal ansehen, einen getöteten Feind zu verspeisen, dann habe nur ich erst einmal eine Konflikt und würde in dieser Gruppe als moralisch anders denkend wahrgenommen. Klingt erstmal abstrakt, aber ist es nicht der selbe Mechanismus, der uns hier in Deutschland auch in eine moralische Richtung drängt? Es gilt als moralisch vertretbar, Menschen mit Drohnen zu töten, so zumindest die Einstellung der "moralgebenden" Instanzen. Gut, beim Naturvolk ist es unmittelbar, denn nach ihrer Moral feiert das ganze Dorf nach einem Sieg und macht Suppe, während in unserem Kulturkreis dann niemand merkt, dass wir feiern und ja auch Suppe essen. Und wenn dann Menschen bei uns sagen, Moment die Suppe schmeckt aber nach Fleisch, dann wird immer versucht, durch die "Moralgeber" eine Art der Notwendigkeit unter Berufung auf allgemein gültige "Moral", die ja durch das Individuum anerkannt ist, als notwendig dargestellt. Also in diesem Beispiel, du hast gewusst, dass die Suppe nach Fleisch schmecken wird.

Wenn ich nun versuche bestimmte Worte aus meiner Metapher eine Bedeutung im momentanen Kontext gebe, dann tuen sich riesige Felder auf. Schon die Worte "Moralgeber" und Individuum alleine geben viel her. Moralgeber steht für mich hier für Politik, Wissenschaft, Religion, Kunst und Kultur. Und um dies genauer auseinanderzudröseln würden wir schon ewig brauchen. Auch das Individuum, was ja angeblich im Zentrum der Moral steht, ist ein unglaublich weites Feld. Und die Suppe steht für mich hier als kollektives Handeln einer "Gesellschaft". Wie schaffen wir es, dass am Ende eine Suppe rauskommt, die alle genießbar empfinden?

Sollte es als nicht darum gehen, dass eine Individuum sein Gewissen entdeckt? Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch über die Fähigkeit eine Gewissen zu bilden, in sich trägt. Und diese Kompetenz ein Gewissen zu nutzen, wird meiner Ansicht nach vielen Menschen verbaut. Denn fängt nicht das Übel auch dort an, wenn Menschen einer übergeordneten Entität, als sagen wir der "Politik in einem Staat" sein ganzes Leben unterwirft? Denn dann wird doch die Stimme des eigenen Gewissens durch "Moral" überlagert. Dort ist auch ein Punkt, wo ich mich befinde. So wie Du auch beschreibst, möchte ich mich nicht beugen, möchte mich keiner Autorität die mir meine "Moral" vorgibt, die ich selbst nicht mit meine Gewissen vereinbaren kann, unterordnen. Und ja auch für mich hat dies mit Steuern, Sozialabgaben oder was auch immer zu tun. Ich weiß, dass hier oft Missverständnisse entstehen. Oft halten mir dann andere Menschen entgegen, dass dies doch im Grunde asozial sei und dem sozialen Grundgedanken von Gerechtigkeit widerspricht. Aber ist das wirklich so? Nein, ich habe keine Ahnung wie man in Zukunft mit solchen Dingen umgehen soll. Mir geht es auch nicht darum zivilisatorische Errungenschaften per se als schlecht zu definieren. Mir geht es also nicht darum, dass ich keine Steuern zahlen will aus egoistischen Gründen, sonder ich stelle das "Steuern zahlen müssen" in Frage, weil ich als Grundlage dafür nur Lügen sehe. Dabei empfinde ich moralische Schriften wie das Grundgesetz nicht als sinnlos, denn der Geist den ich dahinter wahrnehme ist sehr menschenfreundlich und ja auch liebevoll. Doch für mein Empfinden wird eben dieser Geist dahinter nicht gelebt. Einfach gesagt, diese ganzen an sich sinnvollen "Gesetzte" werden als Werkzeuge missbraucht, um Menschen schlicht und einfach abzukassieren.

Was ist ein Individuum wert, wenn es die Moral nicht in Frage stellt? Ein müssiges Spiel. Mich selbst schüttelt es oft, wenn ich politische Sprecher bei der BPK von "besten Wissen und Gewissen" reden höre. Und ja ich habe diese permanente Manipulation satt, dass da Menschen überall sitzen und mir ständig meine Deutungshoheit nehmen möchten. Im ersten Moment kanalisiert sich mein Zorn oft gegen konkrete Personen, doch wenn ich mich dann besinne, erkenne ich eben auch nur einen unsicheren Menschen. Und Zorn, so sinnvoll er manchmal ist, bringt dann nichts. Also was bleibt einem dann anderes übrig, als irgendwo selbst anzufangen. Und da komme ich wieder auf einige Gedanken von Dir zurück.

Denn es macht mich neugierige, was Du andeutest. Ich selbst bin auch auf dem Weg, um hier irgendwie vom Spieltisch zu kommen. Und dies bedeutet für mich eben genau das, was Du beschreibst. Unterlassen von Zahlungen an die Gemeinschaft. Mich würden da Deine Erfahrungen, deine Handlungsweisen interessieren. Auch würde ich gerne mehr über Deine Gedanken zur Staatsangehörigkeit wissen. Und auch an Dich die Frage, hast Du schon von OPPT gehört?

Ich möchte Dir am Schluss herzlich danken und freue mich auf weiteren Gedankenaustausch und Begegnungen mit Dir. Und danke für den Buch Tipp, war mir noch nicht bekannt.

Herzliche Grüße
Nathanael

 
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RE: Spirituell juristische Betrachtung

#8 von Nathanael , 07.09.2015 00:42

Lieber Peter,

auch Dir möchte ich kurz auf Deine Anregung antworten. Der Name Kretschmann ist mir im Zusammenhang mit dem Beitragsservice bekannt. Und auch wie in allen anderen Bereichen gehen die Meinungen und Ansichten weit auseinander. Im Grunde erkenne ich Herrn Kretschmann an, weil er von meinem Grundempfinden her auch das selbe Ziel verfolgt wie ich. Nur schlägt Herr Kretschmann dabei einen Weg ein, den ich so als nicht wirklich zielführend betrachte.

Sicherlich gibt es viele Punkte, mit denen er Recht hat und er versucht eben innerhalb der Gesetzte zu argumentieren. Dabei beschreitet er den gesamten Klageweg, die ihm durch das System zur Verfügung gestellt werden. Und was kommt dann dabei raus? Genau eben das, was in diesem Artikel beschrieben wird und auch das "Urteil" zeigt, Recht haben und Recht bekommen sind zwei paar Schuhe.

Ich kenne Herrn Kretschmann als Mensch nicht und kann mir also kein Urteil über ihn erlauben, aber meiner Ansicht nach liegt das Problem darin, dass er eben diese Entitäten in irgendeiner Form anerkennt. Er betrachtet sich also als Teil dieses Systems und unterwirft sich als juristische Person der freiwilligen Gerichtsbarkeit. Und nach meiner eigenen Sichtweise, hebelt er so Artikel 3 GG aus. Denn nur vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich. In meiner Sichtweise ist es zu spät, wenn man erstmal vor Gericht steht. Zumal für mich sehr in Frage steht, welches Recht die Gerichte als Grundlage anerkennen.

Meine Ausgangsthese war ja: "Habe ich die Spielregeln denn wirklich verstanden? Oder benutzten die dort eine Sprache die ich kenne, aber eben mit einer anderen Bedeutung betrachte?" Also konkret hier bei Herrn Kretschmann. "Wie kann es sein, dass ein Mensch mit guten Argumenten, guter Beweisführung und schlüssigen Interpretationen von Rechtstexten vorgeht, der gefühlt im Recht ist, jedes Mal wieder gegen die Wand läuft?"

Als Bild dafür: "Herr Kretschmann denkt er spielt Dame, er geht davon aus, dass auch der Richter nach Dame Regeln spielt. Und Herr Kretschmann ist ein guter Dame Spieler, er kennt alle Regeln in und auswendig. Doch wenn dann die Partie am Laufen ist, dann wundert sich Herr Kretschmann, warum der Richter ganz andere Züge macht, als erwartet. Der Richter für seinen Teil weiß ganz genau, dass nicht Dame, sondern Schach gespielt wird und solange Herr Kretschmann mag, kann er gerne gegen Spieleinsatz seinen Wirtschaftszweig am Laufen halten."

Ich kann zwar Deine Gedanken verstehen, aber ich glaube nicht, dass Herr Kretschmann mich ernst nehmen würde. Denn er erkennt diese Entität als gegeben und unverrückbar an. Soll heißen, er identifiziert sich mit diesem System und möchte es innerhalb ändern. Ich möchte hier nicht sein Engagement schmälern oder ihn entwerten, denn im Grunde trägt auch er zur Entwirrung bei. Aber wenn er mit der Überzeugung gemäß Artikel 3 GG "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich." sich dann einem Gericht als juristische Person unterwirft um Recht zu bekommen, dann steht dies eben meiner Sicht absolut entgegen. Denn wenn ich schon alleine ansehe, was ein Gericht im ursprünglichen Sinne sein soll und wie es aber in unserem System des Recht dann gehandhabt wird, erkenne ich ein Paradox.

Da gibt es viele Punkte die mir unklar sind. Auf der einen Seite steht das Wissen, dass Du sämtliche deutsche Gerichte in international gelisteten Firmenverzeichnissen findest. Hier kann jeder Interessierte mal bei upik selbst auf Suche gehen. Im Selbstverständnis von upik, findet man in diesen Listen international agierende Firmen mit einem SIC Schlüssel, der die primären Aktivitäten dieser Firma beschreibt. Und ich habe noch keinen "Systemling" gefunden, der mir diesen Zusammenhang erklären konnte. Ich möchte nie etwas unterstellen, aber wenn ich auf meine Fragen keine Antworten bekomme, was soll ich denn anderes tun? Wie geht Gericht und Firma zusammen? Ich dachte immer Gerichte wären staatlich? Und auch auf dieser Spur entstehen neue Fragen. Im Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) gab es bis 1955 den § 15. Wenn Du heute diesen Gesetzestext liest, dann steht nur da: Ist aufgehoben. Und hier auch ein gut funktionierendes Mittel im Recht um Dinge zu verschleiern. Denn so gesehen kann ich annehmen, dass § 15 eben aufgehoben ist, ohne wirklich zu wissen, was er eigentlich aussagte, oder ich hinterfrage es.

Das habe ich gemacht und da bin ich in Gesetzblättern darauf gestoßen, dass ursprünglich § 15 lautete: Alle Gerichte sind Staatsgerichte. Das ist für mich interessant und da ich natürlich eine Laie bin, wollte ich gerne mal hören, was Juristen dazu meinen. Ehrlich gesagt tun mir heute noch die Ohren weh. Denn die Essenz war, dass wenn Dinge allgemein gültig sind, sie dann nicht explizit in Gesetzen erwähnt werden müssen und eben aufgehoben werden. Was soll ich mit einer solchen Antwort anfangen? Soll ich Juristen, die im Grunde ihren Lebensunterhalt mit diesen Gesetzten verdienen, diese abgefahrene Story glauben. Zu mal meine eigene Erfahrung mit Rechtstexten eher das Gegenteil vermuten lässt. Im Grunde könnte ich ja dann ableiten, Art 1 GG brauchen wir nicht mehr, da er allgemein gültig ist und wir demnach nicht mehr explizit erwähnen müssen.

Was mache ich also nun mit meinem Wissen, meiner Interpretation dieses Wissens? Wie geht es Euch damit, wenn ich behaupte, dass deutsche Gerichte gelistete Firmen sind? Wenn ich sage, dass es keine staatlichen Gerichte gibt? Und im Grunde wäre dies auch das, was ich Herrn Kretschmann sagen würde. Und ja es ist alles sehr spekulativ, aber was würde Herr Kretschmann dazu sagen? Zumal ich eben weiß, dass er eine bestimmte Rechtsauffassung hat. Ich möchte mich an solchen Dingen nicht abarbeiten. Und gerade beim Thema Beitragsservice gibt es viele Rechtsauffassungen und die einzelnen Gruppierungen kennen sich untereinander, arbeiten zusammen, aber auch gegeneinander. Die Gruppe zu der ich mich zähle steht in diesem Kontext auch eher am Rand. Denn was zu dieser Gruppe alle anderen abgrenzt, ist die Nichtanerkennung der Entität, das Infragestellen des gesamten Systems. Die Strömung wie sie Herr Kretschmann vorantreibt, rät allen Menschen im Bezug auf den Beitragsservice einen "Widerspruch". Also in meiner Gedankenwelt wird hier die Entität nicht in Frage gestellt, sondern eben nur eine Teilaspekt. Auch so ist der Mensch immer noch dem Rechtssystem unterworfen, denn es "widerspricht" in den vorgegebenen Regeln. Da gibt es keine gleiche Augenhöhe. Und eben das macht für mich einen Unterschied. Denn so stehe ich doch nicht als geistlich sittliches Wesen dem Gesetz gegenüber, sonder unterwerfe mich dem Recht als juristische Person.

Den Weg den ich gewählt habe ist da eben komplett anders. Ich selbst mache mich zu einer Entität, einem sittlich geistigem Wesen, was eben nur seinem Gewissen unterworfen ist, also bin ich gelebtes Recht. Und wenn nun andere Entitäten von mir verlangen mich zu beugen, dann stimmt etwas nicht. Für viele scheinen bestimmte Dinge normal zu sein, aber ich kann mich damit nicht zu frieden geben. Und wenn ich dann anfange die Entitäten nach der Legitimation zu Fragen, welches Recht sie nutzen möchten um mich zu beugen, dann offenbart sich mir der Fehler im System. Denn die Antworten drehen sich immer im Kreis und klingen nur innerhalb des Systems logisch. Ergo alles was von Außen kommt als krude, abwegig oder einfach verrückt gesehen wird. Und da beim Thema "Recht" dem interessierten Menschen sowieso die Deutungshoheit entzogen wird, wird alles nur komplizierter.

Mir geht es eher darum, hier in dieser Form eine Art gedankliche Grundlage zu schaffen, um dann konkrete Handlungen für die Zukunft abzuleiten. Dies möchte ich mit Euch tun. Menschen denen ich vertraue, Menschen die mir trauen. Aber es ist ein langer Weg, denn schon alleine was ich jetzt geschrieben habe, kann ja durchaus zu Konflikten im Denken des Lesers führen. Und ich denke eben, solange bestimmte Themen die besprochen werden müssen, nicht irgendwann wahrhaftig transformiert werden, solange werden wir uns alle mit "Wortgewixe" gegenseitig aufreiben. Und so möchte ich eben Themen aufgreifen, die für mich selbst Kernthemen sind und als Lot nutzen, um zu sehen in wie weit bei Euch diese Themen im Bewusstsein sind.

So weit von mir

Herzliche Grüße
Nathanael

 
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RE: Spirituell juristische Betrachtung

#9 von ped43z , 07.09.2015 13:20

So ist es Nathanael,

und danke für dieses in Worte fassen, so dass man die Gedanken nicht nur begreifen, sondern geradezu erfühlen kann - faszinierend!
Aber tut es nicht weh zu sehen, wenn ein Mensch wie Herr Kretschmann sich an einer Fiktion aufreibt?
Daher kam mir der Gedanke, dass Du diesem Menschen in seinen Überlegungen und Handlungen eine neuen Ansatz in die Hand geben könntest.

Übrigens glaube ich sowohl an das Gewissen eines jeden Einzelnen (so wie Du), welches einzigartig, verkümmert oder reich, aber immer nur wahrhaftig existent sein kann. Ein Mensch kann sein Gewissen nach außen hin verleugnen (was aus meiner Sicht vor allem dann passiert, wenn der Mensch - getrieben von Angst, Gier, von Instinkten - nicht reflektiert), aber er kann es sich niemals aus der Seele "schneiden". Und weiter glaube ich an eine Vielzahl von Gruppenbewusstsein, ein kollektives Bewusstsein bis hin zu einem Bewusstsein der Menschheit (all das nicht zu verwechseln mit Moral).

Was den Zorn betrifft hat Georg Schramm (den ich überaus schätze) mal den Unterschied zwischen der Empörung, der Wut und dem Zorn, sowie deren Kontext zur Vernunft herausgearbeitet (Wutbürger war Unwohrt des Jahres 2010):
Georg Schramm - Zorn, Wut, Empörung
Nun, ich ahne, Du kennst es schon.

Und dann gibt es noch den Fassadenkratzer, der mir auch schon wertvolle Denkanstöße gegeben hat: Der Mensch als Maß der Gesellschaft

Noch etwas:
Diese Deine Betrachtungen sind es wert von mehr Menschen ebenso begriffen und erfühlt zu werden.
Das würde ich gern publizieren (unter Deinem Namen bzw. Deinem Pseydonym).
Wie ich mir das vorstelle, möchte ich gern bei Gelegenheit in Deiner Gegenwart tun.

Sei herzlich gegrüßt von Peter


>>> So wir zu unserem ganz persönlichen kleinen Frieden streben, so sind wir auch in der Lage den Frieden weiter zu geben. <<<
http://www.peds-ansichten.de

 
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zuletzt bearbeitet 07.09.2015 | Top

RE: Spirituell juristische Betrachtung

#10 von Daniel , 28.09.2015 12:37

ein musikalischer Beitrag zu juristischen Betrachtungen:

Alligatoah - vor Gericht

https://www.youtube.com/watch?t=77&v=wbJwhx29O5U

 
Daniel
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