Überlegung, ob Dresden überhaupt noch unter dem Label Mahnwache demonstrieren sollte...

#1 von Wir sind Das Demos und Die Demos , 04.07.2015 18:00

Hier ein Link zu einer kurzen und kritischen Analyse der Bewegung, die bei Facebook veröffentlicht wurde: Link zu Facebook

Immanuel Kant würde einiges als Spekulation abtun, aber ohne Spekulation - woraus ja auch die Ideen entstehen - könnten wir auch keine sinnliche Anschauung herstellen oder es zumindest mit Logik etc. versuchen sinnlich anschaubar zu machen (>Wirklichkeit). Wir brauchen also auch Ideen und also Spekulationen, sonst ist die Welt nicht mal Form und damit auch tatsächlich leer...

Die Sachlage und der mir zur Verfügung stehende Verstand begründet die Logik, dass bestimmte Menschen in der Mahnwachen-Bewegung zum Einen von vornherein ganz andere Ziele hatten und zum Anderen nicht mal selber wussten, was sie eigentlich konkret wollten, wo es also hinführen sollte bzw. was Weltfrieden überhaupt tatsächlich ist und ob es heute überhaupt eine Rolle spielt, den Weltfrieden überhaupt erreichen zu können und die Anderen nun aber perfide eingefädelt von bestimmten Interessenten mitunter unbewusst den Einen anhängen und nicht mehr ihrem Herzen , sondern dem Bösen im Inneren folgen und dies oft nicht mal bewusst selber wahrnehmen bzw. es nicht an sich selber reflektieren können oder wollen.

Ohne wahrhafte Hoffnung das Hauptziel erreichen zu können, wird man nur kleine, vermeintliche Zwischenziele erkennen bzw. vermuten und man wird versuchen diese Ziele zu erreichen und erkennt dabei aber nicht die daraus resultierenden verschiedenen Konsequenzen mancher Zwischenziele auf dem Weg zum Hauptziel…

Hier geht es nicht mehr bzw. ging es wohl noch nie um den Weltfrieden selber. Hier ging es von Anfang an nur um die Bildung einer Art Volksfront von „aufgewachten“ Menschen, die nun eine nationale Volksfront ist (Weltmachtbestrebung – schwache und „usraelisierte“ BRD zur Weltmacht BRD als Gegengewicht zu "USRAEL" machen und das zur Not im Völkerbund mit Russland und auch mit Iran als „Garant“ für die „Stabilität“ im Nahen Osten bzw. der „muslimischen Welt“) und viele Menschen merken es nicht mal worin sie sich nun befinden und für was sie nun Stellung beziehen bzw. mit was sie sich nun identifizieren und wundern sich, dass sie als Nazis und Antisemiten abgestempelt werden, obwohl sie doch alle so tolle Friedensymbolik, Friedensworte und Friedensmusik nutzen.

Der Plan scheint bis jetzt aufgegangen zu sein. Die sogenannte deutsche "Wahrheitsbewegung" im Internet hat eine Richtung: Überidentifizierung mit Russland statt Neutralität, extremer Antiamerikanismus und extremer Antizionismus, sowie latenter Antisemitismus, da der Antisemitismus („Finanzjudentum“ bzw. Banken in den Händen dieser und jener Personen, die dem und dem System oder dieser und jener Staaten anhängen bzw. diesen dienen oder sich von ihnen bedienen lassen) inzwischen gut verpackt ist.

Ich persönlich kann mich mit den nun vorliegenden Fakten bzw. Indizien und meiner Wahrnehmung nicht mehr unter dem Label „Mahnwache für Frieden“ auf die Straße stellen, da mit dieser Bewegung so viel Hass, Zwietracht, Manipulation sowie Eigeninteresse aus verschiedenen Richtungen verbunden ist und ganz bestimmte Interessenten im Hintergrund und auch öffentlich in der Zukunft davon für einen „deutschen“ Weltfrieden und für sich selber profitieren wollen.

Macht die Augen auf! Fangt mal an mit bestimmten Menschen zu diskutieren und beobachtet die Argumentationsketten (falls überhaupt vorhanden, meistens kommen Beleidigungen und Ablenkungen, Verharmlosung etc.) und beharrt auf Antworten, Begründungen bzw. Rechtfertigungen. Stichworte sind zum Beispiel Hambacher Fest, Souveränität der BRD, Friedensvertrag, Runensymbolik, Überidentifizierung mit Russland und die Verharmlosung dieser von den „USRAELIS“ unterdrückten Weltmacht bzw. eine nicht oder kaum vorhandene Kritik gegenüber Russland und unkritische Übernahme von Meinungen etc…

Ja, man sollte Gemeinsamkeiten finden! Ich habe nun über ein Jahr nach Gemeinsamkeiten gesucht und diese gibt es und gab es von Anfang an. Nun ist die Zeit aber vorüber und der wahre Geist der Mahnwachen-Bewegung ist offenbart. Die geistige Entwicklung der Menschen in der Bewegung stagniert bzw. ist zum Großteil zum Erliegen gekommen und es gibt nun eine Art Marschrichtung, die von verschiedenen Schlüsselpersonen vorgegeben wird. Mich interessiert diese Deutschtümelei und das von wegen es geht keine Gefahr davon aus und diese ganzen erzeugten Feindbilder nicht mehr, denn Weltfrieden geht anders!

Das einzige, das wir noch tun können ist (sofern überhaupt Interesse besteht bzw. der persönliche Fokus darauf eingestellt ist oder zeitlich eingestellt werden kann), Menschen im Internet darüber aufzuklären was im Hintergrund läuft und worauf es hinaus läuft. Denn eine Gemeinsamkeit ist zweifelsfrei, dass wir alle Menschen sind.

Ich persönlich lebe nicht nur im Hier und Jetzt und mir ist es ehrlich gesagt auch scheißegal, ob ich nur ein Leben hätte! Und sorry, ich kann da kaum mehr Rücksicht auf Einzelpersonen nehmen, wenn es um die Zukunft der Menschheit bzw. den Weltfrieden selber geht! Ich lasse mir auch vorwerfen, dass das alles viel zu übertrieben und die Bewegung in Deutschland selber harmlos und zu unwichtig sei und man selber viel zu wenig Einfluss darauf hätte und lasse mich dennoch nicht davon beirren, da ich in 40 Jahren nicht hören will: „Hätten wir das gewusst…“, sondern ich möchte, dass die Aussage: „Hätten wir das gewusst…“ niemals wieder im negativen Kontext aufkommen muss!

Ich werde jetzt - wenn überhaupt - nur noch versuchen zu spalten, zwischen Menschen die Weltfrieden wollen und Menschen die ihre Nation unabbbringbar mehr lieben als den Weltfrieden und vorgeben, dass sie den Weltfrieden wollen...

Es gibt Menschen die sind zugänglich für Vernunft und konstruktive Kritik, andere sind leider! noch nicht soweit und schalten bei bestimmter Kritik ab bzw. um, reden es sich schön etc., obwohl andere diese Wege der Kritik und Einsicht schon gegangen sind, andere haben nur Machtinteressen und müssen mit scharfen Worten bekämpft und also separiert und bloß gestellt werden, bis die Menschen merken, dass sie einer Gehirnwäsche unterliegen bzw. manipuliert, unterwandert, instrumentalisiert und gesteuert werden und also nicht frei denken, sondern für sich denken lassen und sie es also nur als ihr eigenes, freies Denken interpretieren!

Es ist schade, nein es ist Scheiße!, dass es so ist, aber wir Menschen werden von so vielen Dingen in verschiedenen Systemen und Gesellschaftsklassen geprägt, dass ein Menschenleben zu kurz scheint und die darin vorhandenen Möglichkeiten zu gering scheinen, für größere Dinge einzustehen und wir dann lieber auf kurzsichtigen und mitunter gemütlichen Wegen wandeln (am besten immer dort wo die meisten Menschen sind) und uns davon nicht abbringen lassen wollen, da diese Wege manchmal wie rettende Strohhalme für eine vermeintliche Rettung aus der Weltmisere scheinen und es dabei für einen selber noch in der Zukunft möglich erscheint, dass Zwischenziel selber miterleben bzw. die Vorblüten davon noch im Diesseits sehen zu können… Das ist pures Eigeninteresse, also Egoismus, dass die Welt von vielen, vielen Menschen so sein lässt und zu dem macht wie sie ist!

Nee, und ich bin auch nicht unfehlbar, mache und habe noch viele Fehler und habe auch sehr viel lernen müssen bzw. auch gelernt und bin froh, dass ich überhaupt fähig bin bestimmte Dinge lernen zu können. Ich tue es schätzen und wäre froh, wenn andere diesen Schatz auch hätten…

Wie schon angesprochen, identifiziere ich mich nicht mehr mit dem Label „Mahnwache für Frieden“, sondern würde gerne eine Diskussion über ein neues „Label“ anregen. Quasi eine Art Neustart und Distanzierung von dem Label „Mahnwachen für Frieden in Deutschland“.

Meine Namensvorschläge wären zum Beispiel: Forum für Weltfrieden, Forum für den Weltfrieden, Forum Pace, Forum Pacem.

Begründung: Das Wort Forum stammt aus der römischen Antike und meinte einen Platz in einer Stadt oder einen Marktplatz beziehungsweise eine Gerichtsstätte oder einen Ort der Volksversammlung, wobei ich das Wort „Volk“ hier aus der heutigen Meinung streichen würde, da ich mich nicht als zu irgendeinem von Autoritäten bestimmten Volk zugehörig identifiziere , sondern mich als ein Mensch der Menschheit begreife.

Forum in der modernen Deutung meint einen Ort für Fragen und Antworten zum Beispiel im Internet bzw. einen Ort oder eine Begegnungsstätte für Kommunikation wo Menschen Ideen und Meinungen untereinander austauschen können.

Eventuell kann man da in naher Zukunft ja mal eine Diskussion bzw. Abstimmung darüber erreichen…

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RE: Überlegung, ob Dresden überhaupt noch unter dem Label Mahnwache demonstrieren sollte...

#2 von Sahar ( Gast ) , 05.07.2015 18:10

Schwierig, der Artikel hats wirklich in sich. Ich habe alles gelesen und mir fast alle Quellen angesehen. Ich komme irgendwie auch auf den Gedanken, das unter einem anderen Label fortzuführen. Es ist mir nicht möglich kurz auf alle einzelheiten im Text einzugehen. Fakt ist, folgende Passagen klingen nach genau der extrem entgegengesetzten ideologischen Seite, die der Text aufs Korn nimmt und er spaltet und verunsichert mich erstmal sehr gut.

...Panikmache "Kein Krieg gegen Russland" oder dem künstlichen Putin-Hype in Verbindung mit extremen Antiamerikanismus in allen "Querfrontmedien"...
...wobei die Flagge nicht eben dafür steht: "Deutschland verrecke" oder "Deutschland geht unter",...
...Nie wieder Deutschland! Nie wieder Krieg!...

Also, ich bin im Zwiespalt. Man kann am Ende nur beobachten, hinhöhren und schauen wie die Friedensbewegungen oder mutmaßliche "Friedensbewegungen" sowie deren Akteure und Sympatisanten sich eine friedliche Veränderung hin zu einer friedlichen Welt vorstellen. Egal welchen Namen diese haben. Es ist sicherlich einfach auch eine neue Friedensmahnwache, sagen wir "Pazifistische Liga Dresden" (PALID) zu Unterwandern um sie zu benutzen oder kaputt zu machen. Es hieße dann vielleicht PALID ist eigentlich ein Code und heisst "Partei Arischer Liberaler in Deutschland" oder so.

Das Frau Festerling ein OM Symbol trägt is schon komisch, hats einen Nazihintergrund oder nich? Das die Mahnwachen durch Elsässer in die Pegida nähe gerückt ist , ist schon blöd, die Sache mit den umgedrehten Peace Symbolen auch, und die T-Shirts mit Doppelphönix, OM und der Flyer mit der Hambacher Flagge auf dem Reichstag. Ist es klug, wenn man Mahnwachen unterwandern will, mit solch verräterischen Symbolen zu arbeiten? Entweder zu einfältig, oder ein Weg, um Friedensbestrebungen generell unglaubwürdig zu machen. ABER ich weiss es nicht!

Sahar

RE: Überlegung, ob Dresden überhaupt noch unter dem Label Mahnwache demonstrieren sollte...

#3 von Sahar ( Gast ) , 05.07.2015 18:22

Der Beitrag wurde kurioserweise bis vorhin nur 3 mal geteilt, zumindest als ich vor ein, zwei Stunden auf der Facebookseite war.

Sahar

RE: Überlegung, ob Dresden überhaupt noch unter dem Label Mahnwache demonstrieren sollte...

#4 von Sahar ( Gast ) , 05.07.2015 19:31

Um besser zu verstehen was ich meine ist ein Beispiel gut. Ich könnte Dir Unterstellen, da Dein Nikname "Wir sind das Demos ..." des griechische Wort Demos - Staatsvolk beinhaltet, dass Du genau einer von denen bist, die hinter dem Transparent der Friedenstaube versuchen unterschwellig nationalistische Ideologien unter die Mahnwachenbesucher zu tragen. Missverständnisse sind scheinbar nie auszuschließen. Und da kommen sie auch schon die nächsten Fragen die mir durch den Kopf gehen. Muss ein Staat Per se ein schlechtes Gebilde sein, wenn die Menschen die in ihm leben darauf achten, dass er nicht aggressiv auftritt und sich nicht an Ausbeutung und Krieg durch matterielle und finanzielle Unterstützung beteiligt, solidarisch mit anderen Menschen in anderen Staaten ist? Er kann auch Schutz vor Aggression und nachteiliger Beeinflussung von ausserhalb sein (TTIP, CETA) etc., Distanzierung von der Nato). Dann ist die Frage wieviel Menschen kann der Staat ggf. bei Wirtschaftsblockaden vor dem Hungertod bewahren? Sollte dieser Staat sich bewaffnen und eine Armee aufbauen, zur Selbstverteidigung, wenn es andere Staaten gibt, die eine expansive Aussenpolitik betreiben? Fragen über Fragen. Können Staatsgebilde erst vollständig aufgelöst werden, wenn weltweit ähnlicher Wohlstand herscht und Frieden? Was würde sich entwickeln, wenn einige wirklich weltoffene und friedliche Staaten ab sofort die Grenzen für Jeden und Alles öffnen unter der jetzigen Weltlage. Schleißlich ist tatsächlich kein Mensch illegal! Tja, Staat kann so oder so aussehen, in der linken Szene hab ich immer den Eindruck, dass das Gebilde Staat generell das BÖSE an sich ist. Genau wie Kritik am herrschenden Geldsystem und Bodenrecht, das die Giralgeldschöpfer und vermögendsten Kapitalinhaber übervorteilt und in eine immer unverrückbarere Machtposition bringt.

Sahar

RE: Überlegung, ob Dresden überhaupt noch unter dem Label Mahnwache demonstrieren sollte...

#5 von Sahar ( Gast ) , 05.07.2015 21:03

Ich bin mir bei Elsässer und zuhnemnd auch Hörstel trotz teilweise interessanten Informationen nicht sicher, ob die einfach D von Bevormundung durch US abschneiden wollen um ernsthaft einen größeren Konflikt abzuwenden und dazu gute Beziehungen zu neuen potenziellen Handelspartnern suchen, aufgrund berechtigt befürchteter Sanktionen durch den Westen (Natoländer). Oder ob sie zusammen mit braunen Hintergrundmächten ein indogermanisches Herrenrassenreich aus Iran-Russland-Deutschland anstreben, so wie das in etwa aus dem oben erwähnten Facebookeintag hervorgeht. Ich denke nicht, dass alle Konservativen eine Art neues Hitlerdeutschland wollen und ich denke es nicht von Elsässer und Hörstel, wobei ich weiter kritisch bleibe und nicht unbedingt deren Ansichten Teile.

Sahar

RE: Überlegung, ob Dresden überhaupt noch unter dem Label Mahnwache demonstrieren sollte...

#6 von Sahar ( Gast ) , 05.07.2015 21:51

Namen ändern oder nicht? Es ist hum wie num, Friedensaktivisten die nicht mit irgendeiner namhaften, gesellschaftlich anerkannten Organisation (Gewerkschaft, Kirche) aufwarten können, werden wohl in Zukunft immer das Label von neurechts, antiamerikanisch, antisem... ... ... bekommen wenn sie anfängt allgemein wahrgenommen zu werden. Denn dann ist sie größer und kann nicht mehr Medial ignoriert werden und es können tatsächlich auch Braune darunter sein. Warum kriegen eigentlich die Linken und christlichen Organisationen zum Thema Frieden so gut wie keine Menschen mobilisiert, Frieden, Abrüstung sind doch links und christlich besetzte Themen, von da wird scheinbar nur kritisiert. Vielleicht ist das Wichtigste das wir erstmal für uns konkrete Vorderungen zum Thema Frieden stellen, ohne gleich im einzelnen darauf einzugehen wie wir uns das vorstellen, Bundeswehr zurück nach Haus, keine Atomwaffen, AFRICOM, NATO, Rüstungsexporte, ächtung Uranmunition. Es kann keine konkrete Planung von Demonstranten werwartet werden, wie die Verschrottung von Atomwaffen vor sich gehen soll, oder wie die Soldaten logistisch nach Hause befördert werden sollen. Wir sind keine Experten und nicht in den entsprechenden Ministerien tätig. Wie man Uranmunition ächtet muss auch nicht erklärt werden. Warum sollte ein Nazi solche Forderungen stellen? Sind wir nach rechts offen, wenn wir uns nicht auch alle zum Kommunismus mit offenen Grenzen und einer geldlosen Gesellschaft bekennen? Genügt eine Ablehnung von Faschismus und Diskriminierung nicht? Abwann beginnt man eigentlich rechts zu sein? Wie ist rechts/links zu sein definiert?

Sahar

RE: Überlegung, ob Dresden überhaupt noch unter dem Label Mahnwache demonstrieren sollte...

#7 von Sahar ( Gast ) , 05.07.2015 22:43

http://www.imi-online.de/2015/06/08/die-...nur-links-sein/

Hier ist noch so ein Artikel, bei dem man nicht weiss, ob es eine Umbenennung nun wirklich bringt. So lange das Linke Spektrum nicht aus der Hüfte kommt bleibts schwierig was für den Frieden zu tun, nix machen und warten bis die durchstarten, oder weiter wie bisher mit oder ohne Umbenennung, halt so oder so noch mit Forderungen. Ich sage lieber nicht abwarten aber doch unter anderem Namen. Schade um das Banner. Pazifistische Liga Dresden? Anderer Tag? Anderer Ort? Ich denke der Erfolg wird nicht größer sein, das habe ich schon an anderen Beispielen im Leben bemerkt.

Unglaublich aber Wahr
"Ich habe Hochachtung für jeden, der für sich sagt: ich bin Pazifist. Aber das sehe ich nicht als Handlungskonzept für eine Nation wie Deutschland" Bodo Ramelow
http://www.mdr.de/thueringen/ramelow-lin...deswehr100.html

Wie soll man so etwas bewerten?

Sahar

RE: Überlegung, ob Dresden überhaupt noch unter dem Label Mahnwache demonstrieren sollte...

#8 von Wir sind Das Demos und Die Demos , 06.07.2015 17:27

Hi Sahar (von Šahar?),

ich bin irgendwie froh, Dich in den Zwiespalt gebracht zu haben. Das meine ich im positiven Sinne, denn Du scheinst Dich kritisch damit auseinander zu setzen, ohne schon damit verwachsen und also verblendet zu sein.

Zu meinem Namen und Deiner kritischen Auseinandersetzung damit: Es ist tatsächlich ein Wortspiel und eine Anspielung und kommt von Demos. Die Mehrzahl wären die Demen. Ich sehe mich aber nicht als irgendein Volk im heutigen Sinne und also als eines der Demen (z.B. Mahnwachen), sondern das als das universelle Das, das eine Einheit als eine Menschheit mit auch universellem Verstand bildet - Das Demos eben (irgendeine sinnvolle Kreation für nen Nick zum Nachdenken über die attische Demokratie halt ;).

Wegen der Symbolik. Hättest Du es von Dir aus selber erkannt, dass die Flagge hinten rechts eine Reichsbürgerdeutsche Flagge ist, wenn Du nicht darauf hingewiesen worden wärest? Wenn man nur mal kurz und oberflächlich auf das Friedensfusion-Logo schaut, fällt es eigentlich nicht auf, da andere, zentralere Symbolik davon ablenken tut.

Du kannst es ja mal in Deinem Bekanntenkreis testen, dass sie sich das Logo mal ganz normal anschauen sollen, so nach dem Motto, was haltet ihr davon, ohne, dass das Logo mit einem Hinweis von Dir selber hinterfragt wird, da es ja irgendwas mit Frieden und Peace-Zeichen und Regenbogen ist...

Warum außerdem nur eine Flagge und versteckt hinten, wenn hier nichts verschleiert werden soll? Bitte gehe nicht davon aus, dass das alles Superhirne sind, die hinter so etwas Perfidem stecken.

Elsässer versucht seinen Nationalismus gar nicht mehr so sehr zu tarnen und steht ganz offen dazu und hat sehr großen Einfluss auf die Bewegungen auch im Hintergrund. Sein Kumpel, der Nationalist Christoph Hörstel scheint der hellste von den öffentlich wahrnehmbaren Personen hinter dieser Bewegung zu sein. Er hat bzw. hatte Kontakte bis in höchste Regierungskreise und zu den Mainstream-Medien (weiß also mit Medien umzugehen) in Deutschland und im Ausland, speziell im Iran und anderen arabischen Ländern und kann wenn er will exzellent reden und wird sich das alles nicht noch mehr kaputt machen wollen, bis auch er vielleicht mal am Zug ist, sich vielleicht auch auf die eine oder andere Weise am von ihm nun verachteten System, dass ihn früher nährte, zu rechen ...

So schlimm wie es klingen mag, aber wir sind leider vom Bösen umgeben! Gute Miene zum bösen Spiel halt. Es gab genug charismatische Menschen auf die die Menschen rein gefallen sind, aber daraus lernen tun wir auch nicht wirklich, da wir uns zu schnell unkritisch blenden lassen.

Hitler-Deutschland? Nee, wie schon gesagt, wirst Du den Nationalsozialismus in D nie wieder so erreichen können wie früher und außerdem ist Hitler tot! Dann gibt es Nazis, die dann als Argument bringen, wenn Hitler nur die ganzen Juden nicht ermordet hätte. Jaja, dann halt irgendwie anders unter dem herrlichen „Deutschtum“ das "Böse" und die "Unreinheit" versklaven, umerziehen bzw. unterdrücken oder in letzter Konsequenz auch ausrotten. Es ist im Nationalsozialismus immer nur eine Frage der Zeit und der Macht die man hat. Nationalsozialismus und also Faschismus ist eine primitive Form der Politik, die in vollendeter Form und also in letzter Konsequenz geistig primitive, menschliche Raubtiere hinterlässt...

Es gibt weder deutsche noch zum Beispiel russische Menschen im Wortsinn, sondern Menschen, die von politischen und religiösen Autoritäten mit einer vermeintlichen Nationalität bzw. Identität geprägt und dann auch in geistigen Grenzen voneinander separiert werden und wurden... Es geht da schon bei der Geburt los, die Kinder werden Gehirn gewaschen von Gehirn gewaschenen Eltern, in der Schule und in den Medien geht es damit weiter, so das man wahrlich schwer die Wahrheit darüber anerkennen kann und mit der vermeintlichen Macht bzw. Stärke, die von einer Nation auf einen selber transportiert wird, anerkennen will...

Zur Wahl eines neuen "Labels": Ja, da sollte man in Zukunft, aufbauend auf die Erfahrung die man gemacht hat schon aufpassen, wie man sich nennt... Es sollte dennoch nicht nur eine Zwischenrichtung haben, denn Pazifismus ist für Menschen die den Weltfrieden friedlich erreichen möchten selbstverständlich und lenkt vom Hauptziel, dem Bewusstsein zum Weltfrieden hin eigentlich nur ab, wäre aber eine gute Zwischenstufe für Menschen, die erst dahin finden müssen...

Zum Thema Staaten. Ich kann mich nicht mit irgendeinem Staat identifizieren, der erstens von Autoritäten mit diesen und jenen auch üblen Interessen und Zusammenhängen geschaffen wurde und uns als Menschen der Menschheit in verschiedenen Nationen voneinander trennt und zweitens, um dann mit irgendeiner vermeintlich deutschen Identität einen Weltfrieden erreichen zu wollen. Hier ist Neutralität gefragt, denn Weltfrieden geht nur ohne Staaten und also ohne Nationen, sonst gilt: Wer seine Nation im Weltfrieden erhalten will, liebt seine Nation mehr als den Weltfrieden...

Unser aller Identität sollte das Menschsein sein und nicht irgendetwas von Autoritäten künstlich Geschaffenes, mit dem die Menschen von Geburt an geprägt werden und die dann damit für Interessen, die nicht unsere Interessen sind instrumentalisiert werden können.

Ich meine hier also tatsächlich die „Utopie“ Weltfrieden, wo es einfach keine primitive Moralität und es also auch kein Leid gibt, das anderem bzw. anderen aus niederen Gründen Schaden kann bzw. wo es keine Dinge bzw. Zustände gibt, die den Weltfrieden in alle Ewigkeit gefährden könnten. Weltfrieden bedeutet auch geistiger Reichtum (Weisheit), den wir noch nicht erreicht haben, da wir immer noch zu oft den monetären bzw. materiellen Reichtum vor dem geistigen Reichtum - der eine Säule des Weltfriedens ist - anstreben.


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zuletzt bearbeitet 06.07.2015 | Top

RE: Überlegung, ob Dresden überhaupt noch unter dem Label Mahnwache demonstrieren sollte...

#9 von ped43z , 07.07.2015 21:24

Hi Demos,

gute notwendige Worte, auch wenn ich nicht alle Deine Gedanken teile. Das weißt Du ja auch und das ist auch gar nicht schlecht, denn Deine Überlegungen zwingen mich zum ständigen Überdenken, zum Neubewerten. Das genau aber ist etwas, was viele Teilnehmer der Mahnwache nicht als Erfüllend, ja geradezu notwendig begreifen. Im Gegenteil, im eigenen Egotismus gefangen - und wie Du auch richtig bemerkst - zwar überwiegend in guter Absicht, versuchen Sie genauso zu predigen, genauso zu manipulieren wie die Menschen in den etablierten Strukturen.
Das bedrückt mich sehr, dass sich die meisten nicht wirklich aus der Manipulation befreien können, weil sie ihre vom System natürlich geförderten Defizite nicht wahr haben wollen. Und damit ist der Weg zur EIGENEN Veränderung versperrt.

Für den kommenden Montag habe ich einen Vortrag geplant - und ich werde zuvor sagen, dass er unbequem ist (in Teilen werden hier auch Deine Gedanken eine Rolle spielen). Und werde es akzeptieren, wenn die Worte abgelehnt werden. Aber auch ich bin der Meinung, dass es unsere Verantwortung gebietet, weiter zu gehen, denn ja, auch ich sehe einen Stillstand und eine Dominanz der Macht und der Eitelkeiten, eines Auslebens von Egotismus und der damit verbundenen Resistenz gegenüber wirklichen Veränderungen.
Wenn wir Verantwortung wahrnehmen, in dem Bewusstsein, was auf dieser Welt derzeit abgeht, können wir es uns nicht leisten, in Selbstgefälligkeit zu verharren. Wir sind gefordert.

Was Deine Meinung zu Symbolik und Personen angeht, so gibt es für mich, als fehlbaren Menschen, nichts dass ich ausschließe. Meine Überzeugung aber besteht einfach darauf, endlich den Bruch mit den Verhaltensmustern der Jahrtausende zu wagen und ganz konsequent das Verbindende zu suchen. Und dabei ebenso konsequent eine aktive Beteiligung an jedweder Art von Machthierarchien abzulehnen. Denn sie sind es, die das was Du als das Böse bezeichnest (ich sage lieber das Destruktive) in uns wecken und fördern. Die Geschichte beweist es jeden Tag - das ist übrigens für die Mahnwache so wichtig, auf der ich zunehmend in Sorge bin, dass die Kategorie Macht ausgelebt wird, mit allen Konsequenzen. Mit dem Nichtzuhören, mit der Überhöhung der eigenen Person, mit dem Niederreden anderer Ansichten, mit dem fehlenden Willen bzw. Fähigkeiten, einen Disput zu führen, der auch für andere attraktiv ist.

Gestern habe ich sehr genau beobachtet, wie die Vorbeigehenden Aufmerksamkeit zeigten, um dann in überwältigenden Maße kopfschüttelnd weiterzugehen. Da hilft es nicht, auf diese zu zeigen, die Chance vergaben wir, aber das sind viele nicht bereit anzuerkennen. Dass sie selbst es jeden Tag in der Hand haben, tatsächlich etwas für den Frieden zu tun, mit einfachem Vorleben des Friedens.

Daher wird auch ein neuer Name nicht das Problem aus der Welt schaffen, ich bin da wirklich der Meinung, dass Namen Schall und Rauch sind. Und nochmal meine Ansicht, dass wir uns der Ausgrenzung anderer verschließen. Andere uns zuwiderlaufende Ansichten, anderes handeln nicht zu akzeptieren, es auch leidenschaftlich aber sachlich zu kritisieren, Lügen zu entlarven, immer wieder der Wahrheit verpflichtet zu sein, ist etwas anderes als sich auf Menschen "einzuschießen", sie zu marginalisieren, sich somit neue Feindbilder zu etablieren. Machen wir uns keine Illusionen, die Protagonisten der Macht haben jahrhundertelange Erfahrungen dabei, die Menschen auf diese Art gegeneinander auszuspielen.

Was wir aber tun können, ist, sich der eigenen verpflichtenden Vorbildwirkung gerecht zu werden und auf diese Art Menschen zu überzeugen. Ich habe es immer und immer wieder als glücklichmachende Erfahrung registrieren können, es funktioniert! Du, Demos, hast z.B. ein großes Herz, das zu anderen sprechen kann und es wäre eine Bereicherung, wenn Du Dich überwinden könntest, Deine Gedanken auf der Mahnwache mitzuteilen. Diese Überwindung kostet Kraft, als selbsempathisch denkender Mensch weiß ich das nur zu gut, aber es wird uns und natürlich Dich im besonderen weiterbringen.

Habe noch einmal ganz herzlichen Dank, Demos, für Deine wahrhaftigen, nachdenkenswerten Worte!
Es grüßt Dich herzlich Peter

Nachtrag:
Habe Deinen Beitrag auch auf Facebook (es ist doch von Dir, oder?) gelesen.
Was mir immer wieder in den Sinn kommt, nachdem ich versucht habe, Deine Gedanken zu lesen, Dein Inneres zu fühlen:
Zuerst: Ich für mich werde niemals die Schere im Kopf zulassen, die mir verbieten würde, mich sachlich, kritisch und so weit als möglich unvoreingenommen mit Menschen wie Elsässer, Hörstel, Jebsen, Märholz auseinanderzusetzen, wie übrigens auch mit Politikern wie Brzeszinski, Merkel, Schäuble usw.
Wollen wir wirklich unsere Aktivitäten gegen vermeintliche und tatsächliche Gegner richten, aufreibend und in keiner Weise konstruktiv? Welchen Fortschritt versprichst Du Dir davon?
Lenken wir damit nicht ab von unseren eigenen Defiziten, unserem doch noch immer weitestgehend brachliegenden eigenen Potenzial? Liegt nicht eher hier das Problem?
Für viele Menschen, sind die von Dir geäußerten Gedanken sehr attraktiv, weil bequem, haben sie doch damit einen weiteren Grund gefunden, an sich selbst nichts zu ändern (wissend, dass Du selbst, so meine ich, nicht zu diesen Menschen gehörst).
Ist Symbolik nicht ein Werkzeug von Mächtigen, um Macht zu erhalten, Macht zu dokumentieren - und vor allem abzulenken!?
Was nützt es uns, Feinde zu suchen, gibt es für Dich also doch auch die schlechteren, die weniger wertvollen, die weniger zu achtenden Menschen, die man letztendlich auch das Recht hat, zu stigmatisieren und auszugrenzen, von oben herab zu behandeln, die man bekämpfen muss? Ist das dann nicht auch eine Art Rassismus (bei aller Unschärfe, die in diesem Begriff steckt)? Feindbilder in den Menschen sind eines der wichtigsten Stützen hierarchischer, machtbasierter Systeme.
... Aber trotzdem, ein Neustart der Mahnwache unter einem neuen Namen, dem sich die Teilnehmer ehrlich und wahrhaftig verpflichtet fühlen..., ich denke darüber nach...

Herzliche Grüße von Peter


>>> So wir zu unserem ganz persönlichen kleinen Frieden streben, so sind wir auch in der Lage den Frieden weiter zu geben. <<<
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zuletzt bearbeitet 09.07.2015 | Top

RE: Überlegung, ob Dresden überhaupt noch unter dem Label Mahnwache demonstrieren sollte...

#10 von Wir sind Das Demos und Die Demos , 09.07.2015 22:19

Hi Peter,

danke für Deine Antwort. Ja, es ist manchmal auch eine unbequeme Wahrheit…

Ich weiß denke ich, ganz genau was Du damit meinst, wenn Du sagst: „das Verbindendete suchen…“. Auch wenn Du gut bist bzw. gut werden willst und also an Dir arbeitest, gehe bitte nicht davon aus, dass andere es auch sind und es so wie Du tun, da sie eben genau das auszunutzen wissen oder gar kein Interesse haben sich selber weiter zu entwickeln, weil es manchmal einfach bequemer ist dort weiter zu machen, wo andere stehen geblieben sind und es ansonsten schwieriger für ein Weiterkommen mit nur sehr Wenigen scheint!

Ich beschäftige mich schon seit geraumer Zeit mit den tiefsten Abgründen in der menschlichen Psyche und ich kann Dir sagen, dass Tier in uns (ich meine tatsächlich was ich sage), das Böse, dass erst mit der Menschwerdung in uns als böse bezeichnet werden kann, steckt noch in jedem von uns. Es fängt bei Instinkten an, die sich mit der Menschwerdung im Wandel zum Beispiel durch Selbstreflexion befinden (z.B. Fluchtinstinkt wird zu Helferinstinkt bei Unfall – der aber auch bei anderen Tieren außer dem Homo Sapiens beobachtbar ist Youtube-Video 1 und Youtube Video 2) und geht über verschiedene Tarn- und Verteidigungsstrategien zum Selbsterhalt weiter, oder es wird das Mittel der Täuschung bzw. des Schmuckes für Machtbestrebungen genutzt.

Man kann eine Art Machtwillen bzw. eine Identifikation mit Macht schon bei Kindern beobachten. Nehmen wir als Beispiel ein klassisches Konzert oder besser ein klassisches Streetconcert, dass ich bei Youtube gefunden habe: Youtube - Ode an die Freude, wo ein Dirigent die anderen Musiker und Musikerinnen dirigiert. Ich habe dort kein Kind gesehen, dass versucht eine Violinistin oder einen Violinisten bei dieser wunderschönen Hymne nachzuahmen, sondern wenn, dann wird wohl immer der Dirigent nachgeahmt (hatte ich als Kind auch gemacht).

Natürlich kann man sich die Frage stellen, ob die Kinder aus einer musischen Intension heraus genauso gestikulieren würden oder sich einfach nur tänzelnd bewegen würden, wenn der Dirigent nicht dabei gewesen wäre.

Können Kinder wissen was ein Dirigent ist oder sind Kinder auch schon in der Lage aufgrund von Beobachtung erkennen zu können, dass der Dirigent die oberste Autorität ist, also die Leitung des Orchesters bzw. des Chores inne hat, mit dem sie sich dann identifizieren?

Wäre kein Dirigent dabei gewesen, würden wohl eher einzelne Instrumente nachgeahmt werden, die entweder interessant bzw. auffällig und/oder irgendwie tonangebend wären (die Geige hatte ich als Kind auch schon nachgeahmt, da mir wohl nicht nur der Klang, sondern auch die filigranen Bewegungen dazu gefielen und die Geige oft im Mittelpunkt stand).

Es wird sich oft zuerst mit dem Stärksten identifiziert, statt mit dem Schwächsten, obwohl das Schwächste manchmal das i-Tüpfelchen ist und das ist leider ein sehr großes Übel in der Welt und schon ein Problem, dass bei der Erziehung von Kindern oft nicht beachtet wird oder dem zu wenig Beachtung geschenkt wird. Das kannst Du an der Mutter im Video beobachten, wie sie ihr Baby dazu animiert, den Dirigenten nachzuahmen (Min: 4:31). Natürlich kann man der Mutter deswegen keinen schlechten Vorwurf machen und ich tue bei so einer Art Musik auch gerne immer noch dazu gestikulieren ;-) …

Wenn es die Möglichkeit zulässt, tun wir im Leben gerne mal den Takt angeben und versuchen uns durchzusetzen, ohne aber die anderen Instrumente genau zu kennen, oder wenigstens ansatzweise studiert zu haben. Wir brechen manchmal mit einer Meinung vor und davon selbstbeeindruckt, lassen wir uns manchmal nur schwer eines Besseren belehren.

Es geht oft nur um die Befriedigung der persönlichen Machtbedürfnisse und also um die niederen Eigeninteressen, die man, wenn man schlau genug ist, auch sehr gut tarnen, verteidigen und schmücken kann…

Viele Menschen verkleiden sich als kluge Menschen, sprechen aber so, als würden sie Lumpen tragen. Natürlich ist nicht jeder Lump dumm, denn der kluge Lump wird die anderen in einem Aufstand gegen den Oberlump anführen…

Der Dirigent ist ja auch tatsächlich Dirigent geworden, weil er es einfach kann, weil Musik seine Leidenschaft ist, die er von vorne bis hinten versteht und nicht vorgibt zu verstehen, um damit aus niederen Eigeninteressen alleine im Mittelpunkt (mit dem Rücken zum Publikum) stehen zu können, denn ein Dirigent ohne Orchester und also ohne Musiker, kann keine Musik machen und ist wie ein Streichholz ohne Zündkopf.

Ja, wir sollten das Verbindente suchen, aber das Trennende ebenfalls und wir sollten das Trennende, vernünftig, Argument um Argument bis zur Wahrheit bzw. bis zum Konsens versuchen zu kritisieren bzw. zu klären.

Wenn Du es nicht tust, läufst Du Gefahr mit der Zeit für Dich selber positiv vom vormals Trennenden beeinflusst zu werden, oder Du lässt dem Schlechten, das uns voneinander trennt Raum und es kann unkontrollierbar weiter wachsen bzw. sich weiter entwickeln. Du kannst es nun an der AfD genau analysieren, wie die gemäßigten Rechten und die Rechtsextremen die Macht innerhalb der Partei übernommen haben, da Lucke auch immer nur das Verbindente gesucht hatte und in seinen Machtbestrebungen blind wurde. Es war ein sehr großer Fehler und es ist ein Fehler zu denken, dass alle Menschen für Vernunft zugänglich sind, wenn man versucht alle ohne eine Prüfung zu vereinen und erwartet bzw. hofft, dass alle fähig sind ihren Geist von sich aus, unabhängig vom Ego weiter entwickeln zu können.

Ich brauche keine Friedensbewegung, wo fast jeder so tut, als würde man immer nur das Verbindente suchen (kein Angriff an Dich), wo aber tatsächlich eigene, andere Interessen dahinter stehen. Es ist traurig zu sehen, von so vielen Menschen in der gesamten Bewegung umgeben zu sein, die sich einfach nicht weiter entwickeln wollen und können und denken, nun ein Instrument der Macht gefunden zu haben, um eine neue Herrschaftsordnung aufbauen zu können oder einfach nur wie kleine Kinder fremde Sandburgen zerstören wollen und dann aber selber irgendwo anders eine Sandburg bauen wollen, die mitunter noch schlechter ist als die vorher zerstörte. Es gibt nicht nur die kleine heile Welt Deutschland oder Europa, sondern eine Welt die auch in den Herzen der Menschen brennt!

Es gibt sehr wenige Bewegungen aus der Mahnwachen-Bewegung heraus, die den richtigen Weg eingeschlagen haben, doch viele wollen unbedingt die ganz großen Instrumente spielen, von denen sie leider keinen blassen Schimmer haben und ihre Ahnungslosigkeit damit tarnen, dass sie mit großen Tönen und einfachen Instrumenten vorgeben die anderen Instrumente, die sie nicht mögen zu kennen und also behaupten das diese falsch gespielt oder nicht benötigt werden, obwohl die anderen nicht wissen, dass die anderen Instrumente des Orchesters gar nicht wie behauptet so falsch gespielt werden und es gut ist, das diese Instrumente manchmal auch gespielt werden.

Es geht zum Beispiel bei Populismus und in der Politik nur darum, dass man Menschen sucht, die ein einfaches und gleiches Instrument wie man selbst spielen können, damit es für einen selber und nach außen hinaus fetter klingt und dann so nach dem Motto: „mal sehen was dann passiert“ darauf gehofft wird, dass aus dem Unisono der gleichen Instrumente ein neues Instrument wird. Dazu bräuchte man aber ein zusätzliches Effektgerät zur Modulation, wo dann auch nur dran rumgespielt wird und aber Strom benötigt wird, der dann wieder von anderen Menschen außerhalb des Orchesters, die ansonsten nicht am Orchester beteiligt werden und also nicht honorierter Teil des Orchesters sind, erzeugt werden muss.

Ein bildliches Beispiel für den identitären Irrtum: Eine Person in der AfD sagte vor anderen anwesenden Personen, Zitat: „Ich bin stolz darauf ein Deutscher zu sein, ich bin Deutscher und ich will diesen Staat erhalten, in dieser Identität, die mir eine emotionale Nähe gibt, meines Volkes.“ im Video Minute 0:59

Könnte er so vor einem aus Amerika oder Asien stammenden Friedensaktivisten reden? Was ist, wenn die anderen Menschen nach und nach begreifen, dass es eigentlich gar keine deutschen Menschen gibt? Die Person steht dann also alleine da und wird kaum mehr vom Volk und Emotionalität sprechen können, vor Menschen, die erkannt haben, dass wir alle nur Menschen auf diesem Planeten Erde, mit von politischen und religiösen Autoritäten künstlich geschaffenen Grenzen sind und wird an sich hinunterschauen und zur Erkenntnis kommen, dass ihre einzig wahre Identität das Menschsein ist und sie mit einer vermeintlich deutschen Identität von anderen Menschen instrumentalisiert und geprägt und zur Egoistin wurde und nun nackt und alleine da steht, wenn sie es in ihrem egoistischen Selbstmitleid nicht akzeptiert.

Wir müssen diesen Menschen aber auch Zeit zum Luft holen lassen, damit sie sich besinnen können und nicht noch mehr verhärten...

Es gibt viele Übel in der Welt und ich bin ehrlich und froh, bestimmte Entscheidungen nicht treffen zu müssen, würde dies aber mit Verstand von hinten bis vorne bzw. mit der letzten verfügbaren Hoffnung das Richtige zu tun, auch tun! Hinter einem Übel stehen oft andere Übel bzw. warten andere, mitunter schlimmere Übel nur, dass das eine oder andere Übel verschwindet… Wir sollten den Mut haben nicht nur im hier und jetzt oder für die nächsten Jahre denken zu können, sondern auch für Jahrzehnte, Jahrhunderte, ja Jahrmillionen in Möglichkeiten denken zu können! Die Astronomie tut es doch auch! Wenn wir es nicht tun, besteht die Gefahr, dass wir nicht erkennen, was für eine Auswirkung unser jetziges Tun in Tausenden Jahren im Kosmos haben wird...

Das Sichtfeld eines einzelnen Menschen ist oft zu begrenzt, um das Ganze begreifen zu können, deswegen brauchen wir mehr Köpfe, die als ein Kopf denken und also auch so handeln können.

10000 Menschen singen in Sendai Japan Ode an die Freude

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RE: Überlegung, ob Dresden überhaupt noch unter dem Label Mahnwache demonstrieren sollte...

#11 von ped43z , 09.07.2015 23:25

Danke Demos!

Absolut alles, was Du geschrieben hast, das kann ich nur unterstreichen, es ist, als ob etwas aus meiner Seele spricht, was ich nicht ausdrücken kann, weil die Gedanken ja auch die Deinen sind - und mir doch, eben nur nicht so gesagt, so sehr vertraut sind. Und es steht dies, aus meiner Sicht, in überhaupt keinem Widerspruch zu meinen Worten davor.
Auch ich beschäftige mich intensiv mit der Psyche des Menschen, die ihren Ursprung (logischerweise) in seinen tierischen Wurzeln hat.
Und glaube mir: Ich bin nicht naiv.
Die Abgründe des Menschen sind auch "nur" deshalb Abgründe, weil menschliche unbewusste Verhaltensweisen durch Psychopathen bewusst in Gang gehalten werden, für einen im wahrsten Sinne des Wortes unnatürlichen Zweck.
Diese Manipulation im großen Stil ist das äußere Zeichen einer kranken menschlichen Zivilisation.
Und den Menschen wird tagtäglich vermittelt, dass dieses "ja abnorme" dominierende Verhalten völlig in Ordnung ist, weil es ihre Bequemlichkeit stützt und die Selbstreflexion verhindert.
Nun steht die Frage, wie kann ein kranker Organismus gesunden? Entweder wir sind aufgrund unserer Konfiguration, wie so ziemlich jede Spezies, nun dabei, unserem Aussterben entgegen zu eilen, mit hohem Fieber und wahnwitzigen Handlungen. Oder es gibt genug kleine Zellen, die diese geschundene Gesellschaft gesunden lassen, durch im Prinzip positive Ansteckung. Diese Zellen können andere Zellen immunisieren gegen das Böse, das Destruktive, was jenem die fruchtbare Basis entzieht, womit sie vergehen, nur ihre Keime werden - wie als Warnung - weiter in dieser Gesellschaft bestehen.

Die Auseinandersetzung mit anderen politischen Strömungen - jetzt mal völlig ohne Wertung - klar ist die sinnvoll. Das bestreite auch ich nicht - und dort wo es Not tut, Stellung zu beziehen, muss man das tun. Aber dort wo Kampf (Krieg) stattfindet, besiegen sich Kontrahenten, sie überzeugen sich nicht, ein geschlagener Gegner wird neue Kräfte sammeln und den Kampf wieder aufnehmen, endlos geht das seit Jahrtausenden, daran muss man denken, so schwer es auch ist, zu akzeptieren, dass es den genialen Fingerschnipps, der alles besser macht, einfach nicht gibt.
Deshalb ja auch mein Credo, beim Nächstliegenden - bei uns selbst und unseren Nächsten anzufangen, denn dort sind die Erfolgaussichten am Größten - und versuchen die, die man kennt, die einem vertrauen, diese durch eigenes Vorleben, was auch Vertreten von Meinungen beinhaltet, in einer Art die andere tatsächlich erreicht - ohne zu manipulieren, diese also in eine andere erfüllende Art zu leben mitzunehmen. Und auch das ist mir bewusst, dass wir keinerlei Erfolgsgarantie für unsere friedliche Vision des Menschseins bekommen. Es ist ein wenig wie ein Wettlauf, ob aus der hauchdünnen Hülle Mensch doch noch rechtzeitig der "wahre" Mensch wird. Und wie starr die Menschen in Egotismus verharren, ja dafür ist auch die Mahnwache ein ernüchterndes Beispiel.

Du hast mich in meiner Meinung nur bestärkt, mich selbst zu überwinden und am Montag einen für die Mahnwache recht unbequemen Vortrag zu halten. Daran arbeite ich gerade und wünsche mir, dass der Egotismus dann nicht wieder Triumphe feiert, wenn aber doch, dann würde ich, so wie Du es ja auch schon tust, ernsthaft an neue Veränderungen denken.

Herzliche Grüße von Peter
(mit Beethoven im Ohr )


>>> So wir zu unserem ganz persönlichen kleinen Frieden streben, so sind wir auch in der Lage den Frieden weiter zu geben. <<<
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Mahnwache im Wandel

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