Hypotheken und ihr Missbrauch durch Banken

#1 von ped43z , 10.05.2015 20:02

Die Aufgabe der Banken

Sieht man die Funktion der Banken in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext, kann man eine ihrer Hauptaufgaben so beschreiben:
•Bereitstellung liquider Mittel (Kredite) zur Förderung einer der Gesellschaft dienenden Wirtschaftstätigkeit
•Bremsen der Kreditbereitstellung um eine die Gesellschaft schädigende übermäßige Wirtschaftstätigkeit zu unterbinden oder zumindest zu hemmen

In diesem Sinne handelt eine Bank kooperativ, einer gemeinschaftlichen Sache verpflichtet und in diesem Sinne besteht die Hauptaufgabe der Bank NICHT darin, Profit zu machen (ohne zu vernachlässigen, dass die Bank im Zuge ihrer dem Gemeinwohl dienlichen Leistung natürlich Anspruch auf ein angemessenes Entgeld hat).

An dieser Stelle soll nicht Für und Wider des zinsbasierten Geldsystems (was immer noch etwas anderes als das aktuelle auf Zinseszins basierende Geldsystem ist) erwogen werden. Wenn aber Zinsen Bestandteil eines Finanzsystems sind, dann sollten sie – zum Wohle der Gesellschaft – als Hebel wirken um Kredite teurer oder billiger zu machen. Auch das Attribut “Wohl der Gesellschaft” wird hier nicht diskutiert (z.B. ob stetiges Wirtschaftswachstum wirklich gut für ein Gemeinwesen ist), es geht einzig um die Funktion, Kredite zu regulieren. Wenn also die Funktion des Zinses (Steuerung der Kreditaufnahme) funktionieren soll, dann darf der Zins parallel dazu einem Zweck auf gar keinen Fall dienen: der Profitmaximierung des Kreditinstituts! Denn sonst wird der gesamtgesellschaftliche, soziale Gedanke (und dem kann eine Bank sehr wohl gerecht werden) dem Egoismus elitärer Gruppen und der mit ihnen verbundenen Privatpersonen unterliegen. So gesehen, ist schon zu hinterfragen, warum eine Aufgabe dieser gesellschaftlichen Tragweite von privaten Instituten übernommen wurde.

Das Handeln der Banken

In einer Gesellschaft, in der das Eigeninteresse philosophisch, idelogisch und medial über das Gemeinwohl gestellt wird – mit der Begründung ein solches Interesse hätte die “Natur” in sich, letztlich trotzdem zum Wohle anderer zu sein, kann es nicht verwundern, dass gerade der Finanzsektor zu einem Machtinstrument verkommt und so von einem überbordenden Egoismus, von Raffgier beherrscht wird und oben benannte Funktion, nämlich der Gesellschaft zu dienen, reine Makulatur ist.

Im Jahre 2010 (zwei Jahre nach Ausbruch der weltweiten Finanzkrise) wunderte sich “Die Zeit”, dass Banken, obwohl sie sich Geld praktisch zum Nulltarif von der Europäischen Zentralbank (EZB) leihen konnten (und dies auch taten), keine zinsgünstigen Kredite am Markt anboten:

Zitat
“Jetzt, in der Krise, hat er [EZB-Chef Jean-Claude Trichet] den Banken das Leben so leicht gemacht wie möglich . Sie können sich praktisch kostenlos mit dem Zentralbankgeld versorgen. Diese Möglichkeit nutzen sie auch. Mit Stand der vergangenen Woche haben sich die Kreditinstitute in der Euro-Zone 537 Milliarden Euro von der EZB geliehen. Doch sie verarbeiten den Rohstoff nicht weiter zu neuem Geld. Vielmehr deponierten sie 213 Milliarden gleich wieder bei der EZB. Es ist ihnen zu riskant, der Industrie für geringe Zinsen mehr Kredite zu gewähren. Und das Geld an andere Finanzhäuser auszuleihen, trauen sie sich auch nicht – aus Angst vor neuen Bankenpleiten. Da also endet Trichets Macht. Sosehr er sich auch bemüht, in der Wirtschaft entsteht kein frisches Geld. Im Boom zuvor hatte er einen erheblich höheren Preis für das Geld verlangt – und die Banken haben trotzdem wie wild neue Kredite vergeben und so riesige Mengen Geld unter die Leute gebracht.” [1]



“Die Zeit” war in ihrer Analyse ratlos. Sie urteilte, es war den Banken prinzipiell zu riskant, zinsgünstige Kredite zu vergeben. Und konnte das nicht so recht mit der Tatsache vereinen, dass die Banken vor der Finanzkrise ohne Scheu weitaus riskantere UND zinsbelastetere Kredite ausgaben, dabei die mangelnde Kreditwürdigkeit vieler Kunden offensichtlich ignorierend, was ganz besonders auffällig in der Subprime-Krise wurde, in der man massenhaft Kredite auf Immobilien vergab. Warum taten die Banken das, war ihnen das Ausfallrisiko nicht bewusst? War es schlicht Gier?

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