Orga-Protokolle vom 17.11.2015

#1 von ped43z , 26.11.2015 20:02

Protokoll von Peter

Rückblick auf die Mahnwache vom 16.11.2015

Der äußere Rahmen dieser Mahnwache wurde von Nathanael gestaltet.
Bezogen auf die gewalttätigen Ereignisse der vergangenen Wochen gedachten die Menschen der Mahnwache den vielen tausend Opfern auf der ganzen Welt mit einer Schweigeminute. Damit wurde ein warmer, authentischer Kontrast gesetzt zu den vortäglich aufgesetzten Beileidsbekundungen aus Politik und Massenmedien.

Das Austesten neuer Wege, um sich identifizieren, eigene Positionen auszuformulieren und auf die Menschen zuzugehen, wurde mit einer interessanten Abstimmung zum Positionspapier sichtbar. Die Fragestellungen zum Finanzsystem waren komplex und somit eine Herausforderung sowohl für die Organisatoren der Abstimmung als auch für alle Teilnehmer der Mahnwache. Sie lauteten:

  • Bist du FÜR die Einführung eines Vollgeld-Systems, um die Kompetenz der Geldschöpfung von den Privatbanken zu der Zentralbank zu verlagern?
  • Bist du FÜR die Überführung der Geldschöpfung, und somit der Zentralbank, in eine vierte Staatsgewalt - der Monetative - die ausschließlich dem Allgemeinwohl dient?


Mit kurzen Redebeiträgen zuvor als auch danach erläuterten die Organisatoren (Nina, Georg) sehr schön Inhalt und Durchführung. Obwohl nicht alle Teilnehmer der MW den Inhalt verstanden und auch Enthaltungen und Gegenstimmen zu verzeichnen waren, sorgte diese Abstimmung für einen hohen Aufmerksamkeitsgrad und eine positive Spannung, die sich dann durch die gesamte Mahnwache ziehen sollte.

Nachfolgend war das Mikrophon offen und es wurden abwechslungsreiche und teils kontroverse Diskussionsbeiträge gehalten. Hier zeigte sich, dass das Prinzip der grün-roten Karten immer besser funktioniert – und zwar ohne dass mit der damit verbundenen Meinungsäußerung die Würde des Redners verletzt wurde.

Die immer besser entwickelten Fähigkeiten der Mahnwache, Konflikte kooperativ und empathisch zu lösen, waren offensichtlich. Die Menschen sind auf dem Weg und zeigten Aufmerksamkeit, Achtung und Geduld und halfen sich gegenseitig.
Außer dem ist die Bereitschaft aktiv die Mahnwache zu gestalten, weiter gestiegen. Das wird auch durch Menschen gewürdigt, für jene dieses Forum neu ist.

Das offene Mikrophon, das wurde an diesem Abend wieder deutlich, ist ein Merkmal der Mahnwache, schafft Abwechslung und ermutigt Menschen, selbst Gedanken zu äußern. Die hohe Qualität der Veranstaltungen in den letzten Monaten spiegeln „neue“ Redner, in dem sie ebenfalls mit Achtung ihre Meinungen vertreten. Eine gute unauffällige Moderation/Betreuung der Redewilligen kann zu noch besserer Atmosphäre führen.

Es wurde mit zwei Stunden offizieller Dauer eine der längsten Mahnwachen dieses Jahres. Trotzdem war der Aufmerksamkeitspegel über weite Strecken sehr hoch. Weiterhin steht der pünktliche Beginn und die Schaffung einer in sich geschlossenen Veranstaltung, aus der die Menschen so viel wie möglich mitnehmen können, im Mittelpunkt. Das Wahrnehmen von Verantwortung um sowohl Struktur als auch gelebte Achtung und Mitfühlen für die Menschen eindrucksvoll sichtbar zu machen, ist weiter gefragt.
Die vergangene Mahnwache wurde insgesamt als lebendig, kreativ und anspruchsvoll empfunden.


Finanzen und Vorschau auf die Mahnwache am 23.11.2015

Die Mahnwache wird die Verwaltung ihrer Spendeneinnahmen zukünftig professioneller gestalten. Dafür fühlt sie sich auch den Spendern gegenüber verantwortlich. Zukünftig gibt es eine Verantwortliche, welche auch sauber Buch über Ein- und Ausgaben führt. Ausgaben werden beim Orga-Treff andiskutiert, um danach diese über das Votum der Mahnwache zu legitimieren.
Dies gilt auch für den Druck der Flyer (im Zusammenhang mit der Briefkasten-Aktion), hier sind auch mehrere Mitglieder bereit, finanziell über Aktionen oder Eigenmittel zu unterstützen.

Die kommende Woche nimmt Peter die Verantwortung für den äußeren Rahmen der Mahnwache wahr (also Anfang und Ende, sowie Moderation und Deeskalation bei Störungen).
Die inhaltliche Gestaltung zum Thema Flüchtlingsproblematik leitet Annabell – unter Mitiwrkung von Daniel, Georg und Josef.


Facebook-Auftritt

Das Kollektiv des Orga-Treffs vertraut den Administratoren der Facebook-Seite. Danach bleibt die Facebook-Seite erhalten und bei der Facebook-Gruppe können zukünftig nur noch die Admins posten (Kommentieren darf Jeder).
Wer an dieser Kommunikationsplattform interessiert ist, ist aufgerufen sie mitzugestalten, z.B. durch eigene Postings (nach vorheriger Registrierung als Admin). Die Admins werden beobachten und nachjustieren, falls es zu Problemen kommen sollte. Über Änderungen wird das Kollektiv des Orga-Treffs informiert.


Identifikation der Mahnwache und des Orga-Treffs

Das Selbstverständnis wie auch die Rolle von Mahnwache und Orga-Treff wird sehr unterschiedlich gesehen. Für den Großteil des Kollektivs des Orga-Treffs ist eine Rolle desselben außerhalb der Mahnwache nicht vorstellbar. Auch die Überführung des Orga-Treffs in einen eingetragenen Verein wird eher abgelehnt. Damit ist die Mahnwache DAS Forum und alles andere ordnet sich dem unter. So wurde der Orga-Treff (und deshalb auch der Name) genau aus diesem Grund ins Leben gerufen. Auch die Vernetzung wird ausdrücklich über die Marke Mahnwache gewünscht um nach außen hin Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein zu demonstrieren.

Die Schaffung eines Eingetragenen Vereins geht einher mit der Vision, über diesen Status Möglichkeiten zur Nutzung öffentlicher Räume (als Workshop) zu erhalten, bzw. Förderungen in Anspruch nehmen zu können.

Es gibt weitere Vorstellungen, welche sowohl die Mahnwache als auch das Orga-Treffen als Rahmen für dynamische Kollektive sehen, in denen Menschen in verschiedenen Rollen andere Menschen erreichen und mitnehmen können. Hier geht der Fokus weg von institutionellen Betrachtungen sondern eher hin zu einer Vernetzung von Menschen – ohne den ihnen aufgedrückten sympathischen oder ausgrenzenden Stempel einer Institution zum Maßstab zu machen.

Das Kollektiv war sich dem Dissenz bewusst und diskutierte mit großer Sensibilität, es gab keine Verlierer. Die Gedanken werden aber danach weniger als Konflikt sondern eher als Baustelle von Ideen begriffen, die sich weiterentwickeln. Aber Entscheidungen dazu werden derzeit als Kampf betrachtet und dieser Kampf ist vom Kollektiv nicht gewollt.

Was in der Diskussion aus den Augen verloren wurde, war das damit im Zusammenhang stehende Planen eines separaten Treffens, in dem die Ergebnisse der stürmischen Kreativ-Viertelstunde (52 Thesen) in neue Gedanken, Veränderungen und Projekte überführt werden können. Diese Planung sollte beim nächsten Orga-Treff unbedingt zum wichtigen Tagesordnungspunkt werden. Es gibt hier außerdem eine sichtbare Verbindung zum Positionspapier.


Dritte Form der Mahnwachen, Themen-Mahnwachen

Dieser Gedanke entstand aus zwei Gründen.
Es hat sich gezeigt, dass ein offenes Mikrophon für die Attraktivität der Mahnwache notwendig ist. Damit können sich Menschen artikulieren, Stellung beziehen und öffentlich diskutieren.
Weiterhin sind die Themen-Mahnwachen im Rhythmus von zwei Wochen ein hoher Anspruch und die Aufwände müssen von vergleichsweise wenigen Menschen gestemmt werden. Hier ist die Wahrnehmung von Verantwortung noch nicht hoch genug.

Daher bietet sich ein Mittelweg an, den das Orga-Kollektiv in der Diskussion herausarbeitete. So wird eine Mahnwache mit offenem Mikrophon aber vorgegebenem Thema vorgeschlagen. Das könnte zu neuen konstruktiven Diskussionen, die aber besser fokussiert sind, führen. Das Thema würde zuvor angekündigt und am Tag selbst per Schild kenntlich gemacht.
Die Themen-Mahnwachen ihrerseits könnten mit weniger Zeitdruck und so noch gründlicher vorbereitet werden. Daraus ergebe sich ein (aber nicht eherner) Drei-Wochen-Rhythmus.

Bei der Planung der Themen, sowohl für die Diskussion als auch für die Themen-Mahnwachen muss weiter der Blick auf die Menschen gerichtet bleiben. Wo kann man sie am besten abholen, zum Nachdenken anregen und zum aktiven Handeln bewegen.
Hierbei sind wir gefragt, auch weiterhin unsere Kommunikationsfähigkeiten (nicht nur bei der Mahnwache) und neue Ideen zu entwickeln. Menschen die sich in kreativen Rollen wohlfühlen sind herzlich eingeladen.


Positionspapier

Das Positionspapier bleibt für das Kollektiv unverzichtbarer Teil der Selbstverwirklichung. Hierbei muss (s.o.) der Fokus aber auf die Menschen gerichtet sein, um zu verhindern, dass wir uns zu sehr mit uns selbst beschäftigen.
Zur Weiterentwickling ist erneut die Idee der Arbeitsgruppen ins Gespräch gekommen. Diese Idee wird aber bereits zunehmend in der Planung gelebt, die Gruppen organisieren sich aus den Menschen heraus, ohne äußere Planer. Das ist der richtige Weg.
Inwiefern Arbeitsgruppen auf der Mahnwache selbst funktionieren, ist offen und die Gedanken dazu noch nicht ausgereift.
Die nächste Abstimmung zum Positionspapier betrifft das Thema Griechenland. Peter bereitet das vor und wird hierbei Georg um Unterstützung bitten.
Das Positionspapier selbst benötigt außerdem noch eine einleitende Agenda.


Zusammenfassung

Chris moderierte das Orga-Treff und machte das sehr gut – bemühte sich, die Diskussionen laufen zu lassen und erkannte gut, wenn er eingreifen musste. Er wurde dabei vom Kollektiv hervorragend unterstützt. Die hohe Aufmerksamkeit aller diente der Harmonie und machte den Abend effektiv.
Bis auf die Kreativ-Viertelstunde wurden alle angestrebten Themen besprochen, dies bei sinnvollen Ergebnissen.

Der Abend war anspruchsvoll, trotzdem blieb die Spannung bis zum Ende erhalten. In einigen Phasen (Flyer) wurde um Details gerungen, aber das passte und die Akzeptanz dafür, das in diesem Augenblick zu tun, war hoch.
Auch eher die Rolle des Beobachters Ausfüllende nahmen – sichtbar sich wohlfühlend – an den Diskussionen teil. Und der Spaß kam auch nicht zu kurz ;-)

Was besonders angenehm fühlbar war, das war die Aufmerksamkeit die man füreinander hatte, die Wachheit und Achtsamkeit, um Andere nicht zu überfordern.

PS: Zum Thema Protokolle habe ich das Kollektiv eingeladen, sich selbst in der Dokumentation zu üben. Das offizielle Protokoll hat Gris aufgezeichnet und wird es bei Gelegenheit auch noch online stellen. Aber ich finde die Idee schön, verschiedene Sichten auch über Protokolle kennenzulernen. Hier also die Meine ;-)
Herzliche Grüße von Peter


>>> So wir zu unserem ganz persönlichen kleinen Frieden streben, so sind wir auch in der Lage den Frieden weiter zu geben. <<<
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