Was hat Fleischkonsum mit Krieg zu tun?

#1 von Nathanael , 25.09.2015 14:19

In meiner Lebenswirklichkeit ist, diese auf den ersten Blick komische Frage, durchaus berechtigt. Dafür möchte ich den Begriff Krieg aus der manipulierten Metaebene lösen und ihn universell betrachten. Denn wenn ich als Grundannahme Krieg ist ein Zustand und demzufolge die Abwesenheit von Frieden definiere, Frieden ist liebevoll, Krieg ist gewalttätig, dann beschreibt dies Lebenswirklichkeit. Auch der Faktor Macht spielt immer eine wichtige Rolle. Krieg ist gewalttätiger, destruktiver Machtkampf, Frieden ist natürlicher Machtkampf zum Zweck der Entwicklung und Selbsterhaltung, demnach konstruktiv.

Aber was hat nun ein Schnitzel mit Krieg zu tun?

Meiner Ansicht nach ist Fleisch essen etwas sehr gewalttätiges, etwas rohes und zu tiefst triebhaftes. Was ich nicht per se als unnatürlich empfinde. Denn wenn ich in meiner "bunten Knete Phantasie" als Indianer lebe, dann wäre ich ziemlich dankbar, dass mit Manitu den Büffel vor meinen Pfeil getrieben hat. Aber dann wird auch eine Sippe lange satt und verwendet möglichst viele Materialien und zollt dabei dem Opfer immer Respekt. Ich will also keinem Stadtindianer verbieten, sein Büffel zu essen, aber er sollte sich vielleicht dann doch fragen, warum denn eigentlich Büffel? Denn im Gegensatz zu den wahrhaften Indianern, hat er im Grunde nichts gemacht, außer Geld bezahlt, um ein Stück der Beute ab zu bekommen. Wo ist der Respekt für das Opfer? Oder ist es symbolisch mit 99 Cent beglichen? Weiß der Großstadtindianer was es bedeutet, ein Tier zu töten? Würde er es denn selbst tun?

Welcher Mensch, der inbrünstig nach Fleisch begehrt, würde wirklich zum Schlachtbeil greifen? Zu mindest wenn der Magen auch anders gefüllt werden kann. Weil es halt lecker schmeckt? (Hagen Rether sehr zu empfehlen, aber für Fleischesser ziemlich hart)

Was hält einen aufgeklärten Menschen davon ab, auf Fleisch zu verzichten? Kann ein Mensch der für Frieden eintritt, überhaupt noch Fleisch essen, ohne seine Ideale zu egalisieren?

Es tut mir leid, so sehr ich Fleischesser verstehen kann, aber meine Antwort lautet, unter den heutigen Bedingungen, schlicht und einfach: NEIN

Denn keiner kann die Fakten leugnen. Massentierhaltung, flächendeckende medikamentöse Prophylaxe, einkalkulierter Verlust vor Verwertung von Schlachtgut. Das Grundwasser wird belastet, die Futterqualität wird zunehmend schlechter. Ich kann echt nicht verstehen, warum nicht gerade die Fleischkonsumenten auf die Barrikaden gehen. Das alles ist doch einfach nur abartig. Ich selbst engagiere mich auch im Tierschutz, aber das ist echt zum Haare raufen. Die Lobby hat "gute Argumente" für die Politik, Aktivisten werden strafrechtlich verfolgt oder dienen zum Teil als Nebelkerzen und das Leid der Tiere nimmt zu. Die Politik überlegt, ob 2016 das Brandeisen bei Pferden verboten werden sollen, feiern sich, weil Nerze mehr Platz haben dürfen, während es im ganzen Land Tier KZs gibt und wir es als Nahrung betrachten. Jeden Tag sterben hunderttausende von Tieren. Hühner, Schweine, Kühe, Kälber, Gänse, Schafe, Ziegen und wir bringen unseren Kinder bei, dieses hoch giftige Fleisch sei dann nahrhaft und gesund. Von der Milch ganz zu schweigen. Wann hat eine menschliche Mutter Milch? Welche Frau würde es ertragen, die ganze Zeit trächtig zu sein, dass Kind dann weggenommen zu bekommen um so Milch zu produzieren. Die Brustwarzen vereitert und schmerzen bei jeder Berührung, aber hey wir haben ja Antibiotika. Darf man solche Vergleich nicht machen? Ist das pietätlos? Lieber übersäuern sich die Menschen den Körper mit Fleisch und Milchprodukten, töten auch alle guten und milieufördende Bakterien mit Antibiotika und die neoliberale Pseudowissenschaft will keine Zusammenhänge zwischen resistenten Krankheitserregern erkennen? Doch Hauptsache wir retten die Wale und Eisbären!

Auch denen die jetzt sagen, ich esse nur Fleisch wo ich weiß, wo es her kommt, gutes Bio Fleisch. Ja ich weiß auch wo es herkommt, vom toten Tier! (Danke Christoph Siebert, auch sehr zu empfehlen, wenn auch hier hart für Fleischesser) Und die Produktion von Fleisch verschlingt Unmengen an sauberem Trinkwasser, Futtergetreide und Energie. Von wegen "Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg" Jeder der so etwas wirklich ernst meint, kann ich nur auslachen! Vor allem wenn er dann auch noch Auto fährt. Was soll ich dann anderes sagen, als Dummkopf? Da lache ich lieber...

Jeder Deutsch isst im Durchschnitt täglich 250 bis 300 g Wurst oder Fleisch. Wenn wir das mal hochrechnen auf 82 Millionen Menschen, dann kommen da ganz paar Kühe zusammen. Ganz zu schweigen von den ganzen weggeworfenen Fleischbergen. Mich wundert es nicht, dass sich der Umgang mit dem Essen, auch im Umgang mit den Menschen widerspiegelt. Krieg! Außerdem ist Fleisch und auch viele Milchprodukte extrem belastet. Oft denke ich, dass in dem ganzen dreckigen Essen so viel Beruhigungsmittel drin sind, dass die Lethargie der Menschen schlüssig, ja unumgänglich scheint.

Auch sehr beliebt ist Fisch. Wobei heute sehr fragwürdig ist, was als Fisch verkauft wird. "Es gibt in den USA eine Granberry Fabrik, da gibt es Maschinen, die schneiden die Früchte auf, holen das Fruchtfleisch raus und füllen Zuckerpampe mit künstlichen Granberry Geschmacksstoffen rein." Christoph Siebert Da will ich nicht wissen, was in manchen Fischstäbchen drin ist. Und auch Vegetarier die Fisch essen, was soll das? Fisch darf man essen, weil er im Wasser lebt, oder wie? Oder weil das gutes Fleisch ist? Ist Euch mal aufgefallen, dass seit ca. 1 1/2 Jahren fast alle Fischprodukte aus nachhaltiger Fischerei stammen? Da kann ich wieder nur lachen...

Oft würde ich am liebsten wie das Känguru durch die Straßen laufen und Antiterror Anschläge ausüben. Menschen die gerade genüsslich in einen Burger, ein Schnitzel, einen Döner, ein Wurst beißen wollen, so richtig die Gedärme um die Ohren hauen. Natürlich nicht auf martialische Weise, sonder mit Witz und Tiefgang.

Mann steht in der Küche am Fleischwolf, nach dem er seine neuste Tötungsmaschine für Tiere ausprobiert hat. "Schatz, hast du die Kinder gesehen? Es ist schon eine Weile so still."
Frau geht moderner Version von Pop Gymnastik nach: "Also zu letzt habe ich sie bei den Schweinen im Stall gesehen. Was gibt es heute eigentlich zum Abendbrot?"
Mann stutzt, schaut auf die drehende Kurbel des Fleischwolfes, schluckt: "Falschen Hasen."

Aber im Grunde hätte ich mir das ganze Affengeplapper sparen können. Denn Luiz hat einen viel besseren Durchblick als ich und der ist fünf Jahre alt:

Warum Luiz keinen Tintenfisch essen möchte...

 
Nathanael
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