2015-10-05: Themen-MW - Bundeswehr

#1 von Daniel , 24.09.2015 19:35

Hallo zusammen,

aus dem Orga-Treffen am 22.09.2015 ist unser nächstes Thema hervorgegangen. Wir wollen uns intensiv mit der Bundeswehr beschäftigen. Was ist ihr Auftrag und wie sieht ihre Struktur aus? Wo wird sie derzeit eingesetzt und wo ist sie eingesetzt worden? Was genau wird und wurde getan? Wieviele Soldaten betrifft es konkret? Welche Auswirkungen haben Einsätze auf Soldaten und Zivilbevölkerung (vor Ort)? Wie wird für den Einsatz der Bundeswehr geworben? Wie wird rekrutiert? Direkt und indirekt!

Fragen gibt es viele und ich gehe davon aus, dass euch noch viele mehr auf dem Herzen liegen? Immer raus damit! Hier ist der richtige Ort dafür...

Habt ihr Ideen zur Darstellung oder würdet ihr allgemein gern mitmachen?

Kennt jemand einen Soldaten, der im Einsatz war und bereit wäre darüber zu sprechen?

Nathanael und Nico, ihr habt doch gedient. Würdet ihr eure Erfahrungen gern mit der Mahnwache teilen und zur Gestaltung des Abends beitragen?

Ich freu mich auf eure Fragen und Ideen. Und ich freue mich darauf, mit euch den Abend gemeinsam gestalten zu können...


Viele liebe Grüße
Daniel


 
Daniel
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#2 von Nathanael , 24.09.2015 22:15

Ein sehr gutes und wichtiges Thema.

Ich würde mich gerne dazu einbringen. Was ich anbieten kann, sind meine Erfahrungen innerhalb der Bundeswehr. Ich war 4 1/2 Jahre Zeitsoldat und bin als Unteroffizier "ehrenhaft" entlassen worden. Diese Zeit liegt schon länger zurück, denn ich war 2000 bis 2004 im Sanitätsdienst der Bundeswehr. Ich selbst habe in einem Regiment gedient, was den Krisen Reaktions Kräften (KRK) zu geordnet war. Ich kann eine generelle Übersicht über die Struktur und "Philosophie" der Bundeswehr zu damaligen Zeitpunkt geben. In diesen Zeitraum fallen auch sehr wichtige Weltereignise, welche letztendlich den eigentlichen Grundgedanken der Bundeswehr völlig aushebelten. Ich denk nun auch, dass ich Zeuge geworden bin, wie aus einer wehrhaften Demokratie, die in der Bevölkerung verwurzelt ist, in eine professionelle und eiskalte Söldnertruppe, die im Sinn der NATO und allen anhängigen Institutionen, als taktische Waffe missbraucht wird.

Ihr müsst mir nur sagen, was Ihr konkret wissen möchtet.

Ich kann versuchen den Gedanken der wehrhaften Demokratie und dem Staatsbürger in Uniform darzustellen. Auch wenn ich selbst, nicht zu letzt durch die Armee, versuche gewaltfrei zu leben, so kann ich es verstehen, dass es im IST Zustand manchmal nicht ohne Gewalt geht. Vielleicht würde ich sterben, vielleicht aus Instinkt kämpfen oder fliehen, aber ich wäre froh, wenn ein Bruder, oder auch eine Schwester im Geiste sich dazwischen stellt und letztlich für meine Freiheit selbst getötet werden könnte. Und ich denke auch, dass es gerade heute wahrer Kämpfer bedarf. Kein Söldner, sondern wahrhaftige Krieger. Die Bundeswehr war der Versuch, durch eine Wehrpflicht in einer klar benannten Verteidigungsarmee, welche innerhalb des Grundgesetz definiert und im Soldatengesetz eine Anbindung an die Gesellschaft und ein politisches und demokratisches Verständnis und gesellschaftliche Akzeptanz zu schaffen. Ich selbst war für drei Monate in München an der Sanitätsakademie der Bundeswehr, habe dort den Lehrgang zum Unteroffizier Sanitätsdienst absolviert. Und ich muss sagen, damals habe ich noch an die Gültigkeit des GG geglaubt, mir war aber schnell klar, dass ich niemanden töten werde. Aber ich weiß auch, welche Energie Waffen ausstrahlen. Ja ich muss zu geben, dass ich oft beim Schießen mit einer Waffe ein unglaubliches Machtgefühl hatte. Ich hatte sogar eine Lieblingswaffe. Es war beruhigend, die Waffe zu zerlegen und sie stundenlang zu streicheln. Denn das bedeutete Frieden. Die Ausbildung war körperlich hart, aber gerade im Bereich Führung wurde auch beim Thema Recht ein Schwerpunkt gesetzt. Denn Staatsbürger in Uniform war nicht nur ein netter Slogan, sonder bedeutete Selbstverantwortung. Jeder Soldat musst Menschenrechte kennen. Musste sich mit Kriegsvölkerrecht auskennen. Durch diese politische Bildung, sollten jeder Soldat, egal ob Schütze oder General zu einer Art selbstständig denkender Soldat erzogen werden.

Mir wurde als Soldat beigebracht. Was sind die gesetzlichen Grundlagen. Dazu gab es als Mechanismus eine Art Remonstrationspflicht für jeden Soldaten. Die in der Befehlsstruktur der Bundeswehr verankert waren. Jeder Soldat lernt welche Befehle er befolgen muss, welche er befolgen kann und welcher er unbedingt verweigern muss. Es gibt sogar Regelungen, wo zum Beispiel die Befehlsgewalt auf rangniedere Dienstgrade übergeht. Es wurde oft die Verhältnismäßigkeit von Gewalt thematisiert und die rechtlichen Konsequenzen erklärt. Und ja, in der Endkonsequenz lernt man das Töten als Akt der Selbstverteidigung.

Aber ich selbst habe die Bundeswehr Reform, die, so sehe ich es heute, eine Vorstufe war, miterlebt. Denn jetzt haben wir de facto eine Berufsarmee. Ich konnte mit erleben, wie zum Beispiel der Sanitätsdienst eine eigene "Waffengattung" wurde. Wie ein Regiment komplett umgebaut wird. Ich könnte also auch über den Prozess von Wehrpflicht zu Berufsarmee anhand von konkreten Beispielen beschreiben.

Was mich selbst bis heute wirklich wundert. Obwohl Armee etwas unglaublich starres und hierarchische autoritäres hat, empfand ich dort nicht so sehr das soziale Mobbing, wie in fast allen zivilen Bereichen. Aber mir ist auch klar, dass ein Feindbild verbindet und Gewalt keine wirkliche Lösung darstellt.

Wie ihr seht, ich kann Euch alles mögliche über die Bundeswehr erzählen. Dienstgrade, Waffengattungen, Aufbau von der kleinsten Einheit (Trupp) bis zur Armee als Ganzes und darüberhinaus in taktischen Großverbänden. (multilaterale Brigaden, Divisionen bis zur NATO), Einblicke ins Kriegsvölkerrecht.
Ich kann über das Soldatenleben erzählen. Was Grundausbildung war. Ich habe viele Soldaten kennengelernt. Da ich in meiner Dienstzeit relative viel unterwegs war. Straubing, Regensburg, München, Koblenz, Leipzig, Weißenfels. Ich kann beschreiben was ein Soldat für Ausbildung bekommt, wenn er für Einsätze trainiert wird. Dadurch das mein Regiment KRK Regiment war, zählten wir zu den Verbänden, die innerhalb von 72 Stunden an jedem Ort dieser Welt das militärische Lazarett aufbauen und sämtliche Zwischenwege von Lazarett bis Front mit Sanitätern und Material bestücken. Also vom armen Sani der zu sieht wie seine Kameraden zerfetzt werden, bis zum Hightech Feldlazarett wo der Feldarzt versucht etwas zu retten. Solche Szenarien wurden trainiert und auch in freilaufenden Übungen mit Beteiligung aller Waffengattungen durchgeführt. Ich weiß ein wenig über Taktik bescheid. Kenne einige atomare, chemische und biologische Waffen und deren Wirkung. Kann Waffen und Kommunikationsmittel beschreiben. Kenne Fahrzeugtypen und Aufgaben. Und ich kann auch Erfahrungen von anderen Soldaten beschreiben. Meine Kompanie ist auch als Teil zweites Kontingent ISAF in Afghanistan gewesen. Ich kannte auch Soldaten der Kommando Spezial Kräft (KSK).

Also sagt mir einfach was ihr braucht....

 
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#3 von Daniel , 26.09.2015 11:17

Hallo Nathanael,

herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort. Meine wird etwas knapper: "Also sagt mir einfach was ihr braucht...."

Nathanael, ich brauche einen Gesprächspartner. Ich würde dieses Thema auf der Mahnwache gern wieder im Gespräch erörtern und würde mich über dich als fachkundigen Gesprächspartner außerordentlich freuen! Ich könnte mir auch gut vorstellen, diese Gespräch mit dir und Nico zu führen, da er inhaltlich auch sehr viel beitragen kann. Könntest du dir das vorstellen, Nathanael?

"Bitte!" ;)

Auch an Dich, Nico, nochmal die gezielte "Bitte!": Würdest du dich gern an dem Gespräch beteiligen? Oder hast du ganz andere Ideen zur Gestaltung des Abends? Ich würde mich sehr freuen, wenn du dich und deine Erfahrungen mit einbringst.


Liebe Grüße
Daniel


 
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#4 von Nathanael , 26.09.2015 15:03

Hey Daniel,

um mal in der Sprache des Krieges zu bleiben, ja, bei mir fallen immer sehr viele Worte, aber wenigstens nicht so sinnlos wie Soldaten ;)

Aber zu Deinem Anliegen. Ja, ich könnte mir so etwas gut vorstellen und würde mich gerne einbringen. Was ist eigentlich das Hauptanliegen des Gespräches? Da ich beim Orga Treffen nicht dabei war, kann ich es noch nicht richtig ergreifen.

In meinem vorigen Beitrag hast Du sicher gemerkt, dass in meinen Worten durchaus etwas Nostalgie und Romantik mitschwang. Auch wenn ich heute der bin, der ich bin, kann ich doch den damaligen "Nathanael" nicht verleugnen. Denn als dieser damals vor dem Regimentskommandeur stand und seinen Schwur ablegte, hat er noch daran geglaubt. Und ja, er hat viel dort gelernt. Aber dies war auch die Zeit des Hinterfragen. Denn damals wurde ihm klar, dass was eigentlich "Bundeswehr" bedeuten sollte, im Grunde schon nicht mehr existent war. Auch die Manipulation der Medien wurde offensichtlich. Mir wäre ein Anliegen, eben zu verdeutlichen, was wirklich passiert ist. Warum aus einer Verteidigungsarmee, die im gewissen Sinn durchaus als gesellschaftlicher Konsens betrachtet werden kann, im Grund nun eine Söldnertruppe geworden ist, die direkt durch die NATO befehligt wird.

Was ich auch wichtig finden würde, die Menschen zu sensibilisieren, was es bedeutet, wenn der Bundestag (das könnte er sogar) den parlamentarischen Vorbehalt abschaffen würde. Das ist sozusagen der letzte demokratische Zugriff auf die Bundeswehr, wobei es im Grunde jetzt schon Makulatur ist. Aber sollte dieser Vorbehalt fallen, dann könnten wir im Grunde der Bundeswehr gleich die Stars and Stripes an die Uniform nähen.

So weit von mir, herzliche Grüße
Nathanael

 
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#5 von Daniel , 27.09.2015 19:15

Hallo Nathanael,

mit deinen Ausführungen und deiner Wahrnehmung der Situation bin ich ganz bei dir! Die Nostalgie, die du nicht vergessen hast, wünsche ich mir für das Gespräche, denn sie hilft zu verstehen, was einen Soldaten ganz konkret berührt und antreibt.
Wir sollten unbedingt deine Gedanken aus deinem ersten Beitrag dieses Fadens zur Sprache bringen. Zunächst ist jedoch irgendwie Faktenkenntnis zu vermitteln: grobe Struktur, Einsatzorte, Zahl der eingesetzten Soldaten, offizieller Auftrag, Budget. Ob wir das ins Gespräch integrieren sollten oder ob es sinnvoll wäre, ein einleitendes Kurzreferat zu halten... ich weiß es nicht!? Wie siehst du das?
Hast du Lust dich mit mir in den nächsten Tagen zu einem persönlichen Vorgespräch zu treffen. Ich möchte das nicht alles en detail über's Forum machen. Möglicherweise könnten wir uns ne Stunde vor der nächsten Mahnwache (morgen) vor Ort treffen, um näheres zu besprechen. Was hältst du davon?


Liebe Grüße
Daniel

p.s.: auch von mir etwas persönliches zu deiner Anmerkung über wahrhaftige Krieger. Ich durfte in meiner Jugend glücklicherweise in einem ehrenwerten Verein Karate erlernen und vieles was damit zusammenhängt. Nämlich, dass es nicht legitim ist anzugreifen, also den ersten Schlag zu führen - auch nicht präventiv. Dass es wahren Mutes bedarf, einen Schlag nicht zu führen. Und, dass es mich seither vor gewalttätigen Auseinandersetzungen bewahrt, da ich ohne Angst Souveränität ausstrahle. Auch habe ich erfahren, dass das Schicksal oder Universum oder Gott oder wie auch immer denjenigen belohnt, der sich verteidigt - in der Defensive liegt das Moment des Vorteils. Da es zudem eine Individualsportart ist, hat es mich vor überhöhtem Pflichtgefühl einem Kollektiv gegenüber bewahrt. Selbstsicherheit ist das Zauberwort! Ein Krieger ist immer sein eigener Herr und seinem eigenen Gewissen verpflichtet, so er eins haben sollte.
Ich denke, dass Mannschaftssportarten vorallem wegen der Wirkung auf den menschlichen Geist so in Szene gesetzt werden. "Wir gegen die anderen!", "Du musst dich dem Team unterordnen!" was übersetzt heißt: "Mach was der Trainer sagt!"


 
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#6 von Nathanael , 27.09.2015 19:35

Hey Daniel,

viele wertvolle Gedanken.

Ja geht klar. Ich werde morgen Nachmittag wieder etwas Werbung machen und bin so gegen 18 Uhr vor Ort. Also bis dahin ;)

Beste Grüße
Nathanel

 
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#7 von nick91 , 01.10.2015 08:47

Also nochmal zu mir, ich stell mich gerne bereit dafür würde da auch vollkommen improvisiert in die Sache hineingehen da ich mich über dieses Thema jedes mal sowieso vollkommen aufregen kann. Aber wenn ich ein Tipp geben darf: Frag vor allem auch was Kameradschaft bedeutet, das ist nämlich etwas, was man ganz grundlegend verstehen muss, wenn man über die Bundeswehr spricht.

 
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#8 von nick91 , 01.10.2015 08:55

Achja und vll zu meiner Person: ich hab nur ein Jahr lang gedient. Wehrpflicht gab es bei mir noch, ich war in Gotha stationiert und bei den Fernmeldern eingesetzt. Die Kaserne selbst ist eine Aufklärungseinheit. Generell kann ich auch sehr viel erzählen, mit Sicherheit etwas weniger wie Nathanael, aber bei mir liegt es noch weiter zurück. Bei mir kannst du besonders auf das zwischenmenschliche eingehen, ich hab bereits zu meiner Wehrzeit immer darauf geachtet, wer sind die Menschen und hab viele gefragt, warum und wieso und überhaupt, warum Auslandseinsatz, warum Krieg, warum Waffengewalt und wofür?

Ich kann auch gern über das Thema Alkoholismus reden und generell vorherrschendes Denken bei der Bundeswehr, welches z.T. zumindest in meiner Kaserne zuhauf sehr streng konservativ bis rechts war. Auch die Massenhafte Verblödung der Soldaten und die Freizeitgestaltung sowie Umgang mit Material und die sogenannte Unterausstattung der Bundeswehr, wie es so gern heißt, können wir uns unterhalten, das hab ich nämlich anders kennen gelernt als die Medien es präsentieren.

Ich denke das Thema Drill und Truppenübungsplatz sowie das Gefühl eine Waffe in der Hand zu halten, welches wahrlich beängstigend machtgebend ist, können wir thematisieren und auch Traumatisierung. Ich hab vorgesetzte gehabt, die warenm zutiefst traumatisiert und kann da böse Geschichten erzählen.

Hoffe das hilft dir :)

 
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#9 von Nathanael , 02.10.2015 02:19

@ Daniel

Du hast doch darum gebeten, dass ich Dir noch mal schreiben sollte, wie Du mich vorstellen kannst. Was für eine schwere Frage, habe echt lange gegrübelt. Aber kurz und bündig:

"Ein Mensch, der an das was er glaubt, tut. Seine Name ist Nathanael."

Ich weiß, klingt sehr wage, aber ich finde keine besseren Worte dafür.

Und ich finde Nicks Hinweis auch wichtig. denn das ist wirklich eine Hürde für Menschen, die Militär nicht von innen kennen.

@ Nick
Als was hast Du bei der Bundeswehr gedient?


 
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#10 von nick91 , 02.10.2015 13:30

Wie genau meinst du das, als was ich gedient habe? War ganz normaler Mannschafter ein Jahr lang u nach der Grundausbildung bin ich in die Stabs- und Versorgungskompanie meiner Kaserne eingesetzt wurden. Da wurde ich dann dem Fernmeldezug zugeteilt. Wir haben meistens Fahrzeuge gewartet verschiedene Übungen gemacht, funkmasten aufgebaut oder Veranstaltungen in und außerhalb der Kaserne vorbereitet

 
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#11 von Nathanael , 03.10.2015 01:07

@ Nick Ja genau, ich wollte wissen bei welcher Waffengattung Du warst. Also wahrscheinlich normal Wehrdienst, nehme ich mal an.

Der Nick war also bei den "Pisslizten" :P

 
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#12 von Daniel , 03.10.2015 09:06

Hallo meine Lieben,

Nick, vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ja, das hilft mir. Damit kann ich mir gezielte Fragen an dich erarbeiten. Möchtest du mit speziellen Worten vorgestellt werden? Vielleicht noch ein Motto? Und könntest du auch Fragen zu aktuellen Einsatzorten der Bundeswehr beantworten?

Annabell, könntest du bitte auch noch einen kurzen Ausblick zu deinen Inhalten geben? Und wie darf ich dich in diesem Gespräch vorstellen? (gern mit Relation zur Bundeswehr) Und auch an dich die Frage: Könnte ich dich zu aktuellen Einsatzorten befragen?

Ich freue mich schon sehr auf eure Antworten und vor allem auf das Gespräch mit euch! :)


Seid gegrüßt
Daniel


 
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#13 von nur_wegen_dir , 03.10.2015 11:37

Hey Daniel,

Also ich mach gleich erstmal auf den Jorge G- Platz.
Werd deswegen heut Abend erst Zeit haben ausführlich zurückzuschreiben.

Ich habe mir für meine Position fplgenden Standpunkt überlegt. " Annabell ist freiberufliche Grafikerin und arbeitet gerade an einem Kinderbuch mit welches sich auch mit dem Thema Krieg auseinandersetzt. ??

vielleicht fällt mir was neutraleres ein, häng bloß momentan dadran viel.

Folgende Punkte versuch ich zu thematiesieren. :
- Statistiken zu der Bundeswehr,von den offiziellen Seiten... Wo sind wieviele Soldaten in Auslandseinsätzen ?
- Wie verhält es sich mit der Verteilung von US-Stützpunkten auf deutschen Boden gegenüber der Bundeswehr.
- Übersicht über die Gehälter ( offizielle Tabellen)


Du hörst von mir heut Abend =)

cherio

 
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#14 von Daniel , 03.10.2015 11:50

Hallo Annabell.

Vielen Dank für deine Rückmeldung. Du hast mir ja jetzt schon GUTE Anhaltspunkte gegeben, auf die ich mich einstellen kann... fügt sich sehr gut ein!

Dann bis heut Abend!

 
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#15 von nick91 , 03.10.2015 14:58

Also ich kann Sachen zu Auslandseinsätzen erzählen die mir meine Kameraden erzählt haben, aber keine persönlichen Eindrücke. Hm Also spezielle Vorstellung eigentlich nicht, nur vll wirklich Name u die Kaserne, FriedensteinKaserne in Gotha u dazu das ich ejn Jahr wehrpflicht hatte.

Frag uns ruhig auch warum Wir uns für die Bundeswehr entschieden haben

 
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#16 von Daniel , 04.10.2015 16:25

Folgendes Manuskript hat mir Uwe mit friedliebenden Grüßen zugesandt, welches als Grundlage seiner persönlichen Gesprächsbeteiligung dienen soll. Ich denke, das kann und sollte hier schon vorab veröffentlicht werden, damit auch alle anderen Teilnehmer die Möglichkeit haben, sich optimal aufeinander einzustellen. An der Stelle nochmal vielen Dank an Uwe!

Manuskript vom Gesprächskreis Soziale Gerechtigkeit am 2.9.15

Titel:
Militärische Auslandseinsätze: Rolle der Bundeswehr und der NATO
(anlässlich des Weltfriedenstages am 1.9.) (Uwe)

Ankündigungstext:
Seit Beginn der 1990er Jahre wird die Bundeswehr immer stärker im
Ausland eingesetzt. Dies ist sehr umstritten. Während die Mehrheit der
Bevölkerung Auslandseinsätze ablehnt und das Grundgesetz (Artikel 87a)
lediglich einen Verteidigungsauftrag und den Einsatz der Bundeswehr im
Katastrophenfall im Inland (Artikel 35) vorsieht, werden
Auslandseinsätze der Bundeswehr immer mit großer Mehrheit im Bundestag
beschlossen. Im Gesprächskreis soll es darum gehen, welche Ziele mit
den Auslandseinsätzen der Bundeswehr verfolgt werden und welche Folgen
und Ergebnisse diese Einsätze haben. Dabei werden nur einige
bekanntere Auslandseinsätze betrachtet. Um zu zeigen, dass dies nicht
nur die BRD betrifft und weil viele Auslandseinsätze der Bundeswehr im
Rahmen von EU und NATO erfolgen, werden auch einige Auslandseinsätze
anderer NATO-Staaten betrachtet. Diese sind aber so vielfältig, dass
sie nur am Rande erwähnt werden.

Zur Erklärung:
"=>" bedeutet "daraus folgt" (Logik-Zeichen für "wenn - dann")

Manuskript:
1. Allmähliche Gewöhnung der Bevölkerung an Auslandseinsätze (Salamitaktik)
Vor DDR-Anschluss keine (Druck der Gegenseite, Geschichte)
Sanitätssoldaten in Kambodscha (warum nicht Zivilpersonen?)
nicht benötigte Versorgungseinheit in Somalia (zu Somalia später mehr)
1. Kriegseinsatz gegen Jugoslawien (zu Jugoslawien später mehr)
seitdem viele Einsätze

2. Begründungen
einerseits (z.B. Weißbücher, Verteidigungspolitische Richtlinien):
freier Zugang zu Märkten und Rohstoffen, Sicherung der Handelswege,
Bekämpfung von Flüchtlingen
Sicherung politischen Einflusses

andererseits (für Öffentlichkeit):
humanitäre Intervention - Verhinderung einer humanitären Katastrophe
Verteidigung am Hindukusch
Durchsetzung von Frieden mit militärischen Mitteln
Verhinderung eines neuen Auschwitz - Bekämpfung eines neuen Hitlers
Sicherung der Rechte von Mädchen und Frauen

lange historische Tradition:
Kongo-Konferenz in Berlin: Bekämpfung des Sklavenhandels
SPD im 1. Weltkrieg: Bekämpfung des Zarismus
Münchener Abkommen, Besetzung der Rest-CSR: Schutz der deutschen Minderheit
Nazi-Überfall auf Polen: Schutz der deutschen Minderheit, zurückschießen

3. Länder-Beispiele

a. Somalia
erwähnte Besatzungstruppen in 1990er Jahren - unbeliebt gemacht - z.B.
Abschuss eines US-Hubschraubers => Rückzug und Stellvertreterkrieg
stabile Regierung wurde durch äthiopische Truppen mit westlicher
Unterstützung gestürzt und dem Westen freundliche Regierung eingesetzt
=> Verschärfung des Bürgerkrieges mit ausländischer Intervention (z.B.
Kenia)
außerdem Abfischung, Müllverklappung (scheinbarer Widerspruch, aber
Profitlogik) => Entziehung der Existenzgrundlagen => Piraterie =>
Begründung für Marineeinsatz (Sicherung der Handelswege)
=> Zerstörung des Staates und der Existenzgrundlagen

b. Jugoslawien
lange Tradition: "Serbien muss sterbien." (1. Weltkrieg), Jugoslawien
wollte sich nicht Nazi-Deutschland unterwerfen => Überfall und
Zerschlagung - Unterstützung des kroatischen faschistischen
Ustascha-Regimes => Massenmord u.a. an Serben
nach 1990: Jugoslawien wollte unabhängig bleiben => Zerschlagung durch
Anerkennung nationalistischer Unabhängigkeitserklärungen durch die
Bundesregierung und darauf folgend durch weitere westliche Länder ohne
Sicherung der Minderheitenrechte => Bürgerkrieg => NATO-Unterstützung
=> Vertreibung der SerbInnen z.B. aus Kroatien
Rest-Jugoslawien wollte sich immer noch nicht unterwerfen =>
Unterstützung der UCK-Terroristen im Kosovo - Lügen: Massaker,
"Hufeisenplan" => Überfall auf Serbien - Zerstörung der Infrastruktur
- Angriff auf Rundfunkhochhaus - Ermordung der Zivilbevölkerung bei
Luftangriffen => gewaltsamer Regierungswechsel und EU-Protektorat im
Kosovo mit UCK-Terroristen als einheimische Hilfstruppen - Zerstörung
der Wirtschaft - Unterdrückung von Minderheiten (z.B. Roma, SerbInnen)
=> Flüchtlinge
=> Spannungen in Republik Mazedonien

c. Afghanistan
in 80er Jahre von Sowjetunion unterstützte fortschrittliche Regierung
(z.B. Frauenrechte, Bildung) => vom Westen unterstützter Bürgerkrieg
=> Herrschaft der Warlords => Bevölkerung wollte Krieg beenden /
wirtschaftliche Interessen => Taliban
wirtschaftliche Interessen => Intervention (Vorwände alle falsch) =>
Bürgerkrieg / Herrschaft der Warlords / Gewalt, auch gegen Frauen /
Mädchen / Opium / sonst kaum Wirtschaft
Massaker von Kundus (Oberst Klein -> General)
zuerst: angebliche Fortschritte
dann: westliche Verluste zu groß => Afghanisierung des Krieges unter
westlicher Oberhoheit

d. Irak
Widerstand der deutschen Bevölkerung zu groß, aber:
Bewachung von US-Kasernen, Überflugrechte, ABC-Einheiten als
Unterstützung, BND: Vorwand und Zielkoordinaten usw.
wieder: angebliche Erfolge, in Wirklichkeit: Zerstörung des Landes,
Teile-und-herrsche-Politik => z.B. Islamischer Staat
Unterstützung der feudalistischen statt der demokratischen KurdInnen
durch Bundesregierung => Stärkung des Islamischen Staates

e. Syrien
relativ eigenständige Politik => Unterstützung der gewalttätigen
Kämpfer gegen syrische Regierung (z.B. logistisch, Ausbildung,
Geheimdienstinformationen)
westliche Staaten - Golfmonarchien ("Freunde Syriens") - Israel -
Islamisten gegen Syrien
Patriot-Raketen der Bundeswehr in Türkei verhindern Bekämpfung
terroristischer Kräfte durch syrische Luftwaffe - offene Grenzen für
Islamisten (z.B. Islamischer Staat), nicht für demokratische KurdInnen

f. Südsudan
rohstoffreich, z.B. Erdöl, vorher Export über Sudan
"Chrismon": deutscher Kapitalist: wenn Südsudan erst einmal
unabhängig, Bahnlinie über Kenia (siehe Somalia)
=> statt Stabilität und Wohlstand - Bürgerkrieg (Streit um Ressourcen)

daneben z.B. ehemalige französische Kolonien in Afrika
(Teile-und-herrsche-Politik => Widerstand benachteiligter
Bevölkerungsgruppen, auch bewaffnet => Bürgerkrieg => Militäreinsätze
westlicher Staaten, teilweise unter Beteiligung der Bundeswehr)

Also:
Stärkten die Auslandseinsätze der Bundeswehr die Menschenrechte oder
führten sie zu mehr Gewalt?
Wieso wurden sie zuerst als Erfolg verkauft und erst später die
negativen Folgen zugegeben?
Welche Ziele werden verfolgt, wenn sie unter Beachtung der bisherigen
Folgen fortgesetzt und ausgebaut werden sollen?
Wozu dienen die Rüstungsausgaben und ihre geplante Erhöhung?

 
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#17 von nur_wegen_dir , 04.10.2015 22:00

Ich stelle morgen die Besoldungstabellen vor. ,das Grundgehalt eines Wehrdienstleistenden.
Sowie ausgedruckt die Einsatzländer der Bundeswehr.
Ich gehe darauf dann auch noch im Detail ein, wichtiger ist jedoch das mann dafür anschauungsmaterial hat

Klasse wie der Uwe die Handlungsketten der Auslandseinsätze aufzeigt. Darauf kann man noch lange eingehen.
Wie viele US Basen sich auf dt. Boden befinden , finde ich noch morgen heraus .

 
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RE: Vorbereitung Themenwache "Bundeswehr" 5.10.2015

#18 von Rolf zu Darben , 08.10.2015 17:43

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